Topinambur, rote Kultursorte, Gartennetzwerk.com

Besondere Knolle – Topinambur

Topinambur, erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Europa eingeführt, erfreute sich auch hierzulande bis zur Einführung der Kartoffel großer Beliebtheit als Futter- und Nahrungspflanze. Auch Topinambur (Helianthus tuberosus) stammt wie die Kartoffel aus der sogenannten Neuen Welt, allerdings nicht wie diese aus den Hochlagen der Anden, sondern aus Nord- bis Mittelamerika. Sie dient hier der Urbevölkerung seit langem als Nutzpflanze.

Auch wenn die Kartoffel Topinambur schnell den Rang abgelaufen hat, ist es doch lohnenswert, sich diesem alten Wurzelgemüse wieder stärker zu widmen. Denn Topinambur hat sehr interessante ernährungswissenschaftliche Eigenschaften. Sie sättigt sehr, bindet Wasser und gibt dem Körper, wie viele Gemüse, gleichzeitig wenig kalorienhaltige Nährstoffe zur Verwertung. Sie ist in der Küche vielseitig verwendbar, schmeckt roh, bspw. im Salat, angenehm nach Artischocke und gegart süß. Sie ist ein besonders starker Eisen- und Kaliumlieferant. Die Fülle der Rezepte mit Topinambur ist riesig.

Für den Garten ist diese Knolle doppelt interessant, da sie wunderschön blüht. Sie gehört ja zu den Korbblütlern und ist mit der Sonnenblume verwandt. Zudem ist sie leicht zu vermehren, ja unbeaufsichtigt kann sie selbst leicht zum „Unkraut“ werden, und hilft so auch, andere Wildkräuter in Schach zu halten.

„Die großen weißen „Giant“, sagt Christine, „sind eine unwahrscheinlich ergiebige, kartoffelgroße Kultursorte, die richtig wuchert und Riesenerträge hervorbringt. Selbst kleinste Stückchen, die man beim Ausgraben nicht erwischt, bringen neue Triebe hervor.“ Die rote, auch eine Kultursorte, ist mein „Lieblingsunkraut“, da sie so lange und üppig blüht. Außerdem schmeckt sie roh besser als die Giant.“

Natürlich gibt es auch kleine Nachteile, so lässt sich Topinambur nicht besonders lange aufbewahren und auch das Schälen ist etwas mühsam. Beides schmälert jedoch nicht den Wert dieses tollen Gemüses, das eigentlich in jeden Garten gehört.

Inzwischen geistert Topinambur dort wo er gute Bedingungen findet, auch verwildert als Neophyt durch unsere heimische Natur. Seine Knollen sind kleiner, dafür sehr wohlschmeckend.

5 Gedanken zu „Besondere Knolle – Topinambur“

  1. Ich hab Knollen aus dem Supermarkt eingepflanzt, leider etwas spät. Zum Blühen kamen sie nicht mehr, aber sie wuchsen über 1,20 hoch. Ich hab sie in diesem Jahr zum ersten Mal roh gegessen und war richtig begeistert. Vielen Dank, Sabine, für deinen informativen Beitrag. Und auch die Bilder dazu sind hübsch 🙂

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