Archiv der Kategorie: Buchbesprechung

Genießen statt Gießen

Genießen statt Gießen

„Gut – eben wieder ein Buch, das sich einreiht in die Legion der Gartenratgeber. Wieder ein Leitfaden, der mir aufzeigt, wie ich es richtig mache.“

Doch es wäre nicht Annette Lepple, wenn hinter ihrem Titel nicht etwas Spezielles, eine besondere Idee, eine sich unterscheidende Grundhaltung zu finden wäre.

Ich darf meinen Garten erleben und muss ihn nicht als Arbeitsplatz verstehen. Diese sehr qualifizierte Gartenkennerin und Gartenbauexpertin ermuntert dazu, unbefangen auf den Garten zuzugehen.

Natürlich bedarf es auch dazu einigen Verständnisses und Aufwandes, mein erweitertes Wohnzimmer so zu gestalten, dass ich mich darin wohlfühle, ohne zu viel darin zu zu ackern.

Die Theorie

geht auf die Grundbedingungen, Grundvoraussetzungen in Lage, Boden und Klima ein, und sie ermuntert dazu, alte, oft arbeitsintensive Gartenkonzepte, mit denen wir aufgewachsen sind, in die Ecke zu stellen und die Natur in den Vordergrund zu rücken. Der Schwerpunkt gilt dabei der Versorgung des Gartens mit Wasser.

Ich selbst sehe in meiner Umgebung den verrückten Spagat. Wir lieben die „unberührte“ Natur und kultivieren im besseren Fall enorm aufwändige, Friedhofs- und durstige Golfplatzlandschaften oder schaffen uns neuerdings die sterilen toten Stein- und Kieswüsten,

Die Praxis

Der neue Aspekt ist: „Trau Deinen Pflanzen etwas zu!“ Klingt eigentlich ganz gut, was aber wenn es drauf ankommt? Was ist, wenn es „furztrocken“ wird? Was ist, wenn es klirrend kalt ist?

Viele Pflanzen beweisen es, und die Möglichkeiten mit Ihnen zu gestalten, sind unendlich, wie viele der scheinbar unwirtlichsten Landschaften auf dem Planeten beweisen. Und sie beweisen auch, dass viele überlieferte Garten-Weisheiten weit hinter denen der Natur zurückstehen.

Sorgfältige Planung und gute Vorbereitung stehen auch hier am Anfang. Sich den Gegebenheiten anpassen und nicht gegen sie zu arbeiten ist die von Annette Lepple beschriebene Praxis. Den Boden „ausloten“ und hinsichtlich seiner Möglichkeiten gestalten ist die Empfehlung.

Das Ergebnis

„Legen Sie die Gießkanne aus der Hand, und tanzen Sie lieber mit den Blüten!“ Man kann es kaum schöner ausdrücken.

Manch erfahrene Gartenliebhaber wird sich wohl ungläubig die Augen reiben, bevor er sich vielleicht sogar lächelnd entspannt zurücklehnt, wenn er erfährt, dass es durchaus ein Zuviel an Arbeit und Anstrengung gibt.

Dies ist der vielleicht schönste Abschnitt des Buches, der eindrucksvoll vor Augen führt, was mit dieser Einstellung alles möglich ist. Eine ganze Reihe an Beispielen zeigen, wie dieser nur scheinbar reduzierte Anspruch tolle Gärten hervorgebracht hat.

Pflanzenportraits

Annette Lepple zeigt als „kleine“ Auswahl mehr als hundert Beispiele von Pflanzen, die mit extremen Bedingungen klar kommen. Und das offensichtlich bereits viel länger als es besorgte Gärtner gibt. Sie verweist auf die „Intelligenz der Pflanzen“, ein mich sehr beeindruckender Begriff.

Fazit

Nachdem mir ihr erste Werk Gartenträume – Gärten mit Gefühl, aus dem Sommer 2015 in die Hände gefallen war, hatte ich schon eine veränderte Sicht auf Garten bekommen. Das setzt die Autorin in diesem Buch fort.

Mit wirklich wenigen Ratschlägen zeigt sie die Wege auf, zu einem Garten zu kommen, den man genießen kann, und dessen Pflegeaufwand auf ein Minimum schrumpft.

Annette Lepple schreibt nicht nur schön, sondern alle Fotos des reich und anschaulich bebilderten Bandes sind bis auf ganz wenige Ausnahmen auch von ihr.

Ich empfehle auch dieses Buch selbst denjenigen gerne weiter, die nicht unbedingt vorhaben, ihren Garten neu anzulegen oder umzugestalten. Es macht Spaß, sich mit der Grundidee zu beschäftigen, und das Buch einfach zu genießen. Und dann schafft sich die Idee vielleicht stetig mehr Platz: „Pflege nicht eine Rasenwüste und sehne Dich nur nach der Blumenwiese, sondern schaffe sie!“

Info

  • Genießen statt Gießen, Trockenheitstolerante Gärten gestalten
  • Autorin und Fotografin Annette Lepple.
  • Verlag Eugen Ulmer, 2018, ISBN 978-3-8001-5844-7
  • 144 Seiten, 155 Farbfotos, 6 farbige Pläne, Flexcover.
  • Preis 24,90 Euro

Selbstversorgt durch die kalte Jahreszeit

Praxisorientertes Gartenbuch

Wie schon aus dem Titel des Buches „Selbstversorgt durch die kalte Jahreszeit, Sorten, Kultur, Pflege, Rezepte“ zu erkennen ist, handelt es sich bei diesem Praxisbuch thematisch um Anbau und Pflege, Ernte und Verbrauch von Wintergemüse.

Selbstversorgt durch die kalte Jahreszeit, Selbstversorgung, Gemüsekultur, Gartengestaltung, Nutzgarten Leopold Stocker Verlag

Grundsätzliche Voraussetzungen

Ein erstes Kapitel beschäftigt sich mit den grundlegenden Voraussetzungen, die für den Anbau solcher Gemüsesorten zu beachten sind. Sehr umfangreich wird diese Thematik von Bodenbeschaffenheit bis zu den Schädlingen, von Wetter bis Lagerung durchleuchtet.

Sorgfältige Planung spart Arbeit

Im zweiten Abschnitt geht es um die konkrete Planung und Vorbereitung des Gartens, so wie die Abstimmung der Arbeitsschritte und -organisation des Gartenzeitraums.

Wie wichtig all diese Überlegungen und Planungen sind, um bei Anbau, Pflege und Ernte zu einer gewissen Routine zu gelangen zeigt der Umfang dieser ersten Teile. Sie umfassen mehr als ein Drittel des Buches.

Selbstversorgt durch die kalte Jahreszeit, Selbstversorgung, Gemüsekultur, Gartengestaltung, Nutzgarten Leopold Stocker Verlag

Geeignete Sorten

Erst danach geht die Autorin im thematischen Hauptteil auf die einzelnen Gemüsearten ein. Sie führt sehr ausführlich mehr als zwanzig Gemüse und Gemüsefamilien auf, die sich für eine Winterbevorratung eignen. Jede einzelne wird umfangreich mit Wort und aussagekräftigen Bildern beschrieben. Hinzu kommt noch ein ausführlicher Teil mit einer ganzen Reihe von Kräutern.

Selbstversorgt durch die kalte Jahreszeit, Selbstversorgung, Gemüsekultur, Gartengestaltung, Nutzgarten Leopold Stocker Verlag

Lagerung, Konservierung, Zubereitung

Abschließend geht die Autorin auf die Verarbeitung und Zubereitung der Gemüse ein. Von der Lagerung und Konservierung bis zum „sofortigen Genuss“ gibt es eine Menge von Anleitungen und Rezepten.

Der Anhang führt neben dem Register auch eine gute Adressliste für den Bezug robuster und alter, seit Generationen entwickelter und erprobter Sorten auf.

Fazit

Das Buch trägt einem nicht ganz neuen Trend in der westlichen Welt Rechnung. Man möchte nicht mehr so abhängig von durchgestylten Massenprodukten sein und wendet sich zunehmend der eigenen Aufzucht von Gemüsen zu, die sich durch Vielfalt, gesunden Inhaltsstoffen und de Wert der eigenen Arbeit an sich auszeichnet.

Besonders in Städten ist diese Bewegung seit einigen Jahren zu beobachten, während in ländlichen Räumen der Anteil häuslicher Versorgungsgärten noch immer zurückgeht. Doch Heide Hasskerl gibt allen Gärtnern dort wie hier einen differenzierten und verlässlichen Leitfaden an die Hand.

Selbstversorgt durch die kalte Jahreszeit, Selbstversorgung, Gemüsekultur, Gartengestaltung, Nutzgarten Leopold Stocker Verlag

Information

  • SELBSTVERSORGT DURCH DIE KALTE JAHRESZEIT
  • Autorin: Heide Hasskerl, Leopold Stocker Verlag
  • Praxisbuch
  • 207 Seiten, durchgehend farbig bebildert, Hardcover
  • ISBN 978-3-7020-1627-2, Preis €  19,90

Die großen Gärtner

40 Persönlichkeiten – 500 Jahre Gartengeschichte

Unter dem zugegebenermaßen schlichten Titel „Die großen Gärtner“ hat die DVA einen ganz großen Band über weltweit angelegte besonders herausragende Gärten herausgebracht.

die großen Gärtner, Random House, Deutsche Verlagsanstalt
Copyright randomhouse

Nicht nur die ganz berühmten Namen wie Vita Sackville-West, Claude Monet und Thomas Jefferson tauchen hier auf, sondern auch die weniger bekannten wie Lelia Caetani und Steve Martino.

Der Autor Stephen Anderton hat es verstanden, einen beeindruckenden Bild- und Informationsband zu gestalten, der tief in die Geschichte uralter und moderner Gärten einzutauchen.

Gärtner von China bis Chikago

Von China im 15. Jahrhundert bis ins Amerika des 20. und 21. Jahrhunderts wird der Betrachter und Leser in eine höchst künstlerische Welt geführt, die der der großen Malerei und Bildhauerei in nichts nachsteht.

die großen Gärtner, Random House, Deutsche Verlagsanstalt
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Landschaften, die in ihrer Unberührt- und Unversehrtheit für uns so faszinierend sind, Urwälder, Wüsten, Steppen und Gebirge finden Ihr Gegenüber in vom Menschen gestalteten Räumen.

Da sind Städte und Verkehrslandschaften, die solcher Natur als den  vom Gestaltungswillen des Menschen geschaffenen gegenüberstehen.

Und dann gibt es die Gärten, die vom Menschen geschaffenen Räume, die in ihrer Fülle der Gestalt gewordenen Ideen, gleichsam eine Zwischenwelt präsentieren.

Hier begegnen wir allen Prinzipien der Natur und der Kultur wieder. Vom strengen Ordnungsprinzip japanischer Gartenwelten und französischer Renaissancegärten bis zum scheinbar Zufälligen zum scheinbar Natürlichen und Ursprünglichen englischer Landschaftsgärten.

die großen Gärtner, Random House, Deutsche Verlagsanstalt
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Repräsentative Beispiele großer Gärtner

Die Kunst des Autors liegt im vorliegenden, aufwändig und liebevoll gestalteten Band, nicht so sehr in der Vollständigkeit der Auflistung aller besonderen Gärten. Im Gegenteil ist es die kunstvolle Beschränkung, die Präsentation besonders typischer und natürlich prominenter Garten- und Landschaftskunstwerke und ihrer Erschaffer.

Es sind ihrer 40  —  40 Vertreter einer ganz besonderen Kaste, fast immer multitalentierter Persönlichkeiten, deren Werke wir heute so bewundern, vor deren Schaffenskraft wir uns oft genug kleinlaut verbeugen wollen.

Um die Werke von Malern und Bildhauern in ihrer Fülle erleben zu können, besuchen wir große Museen. Wir können dort gleichsam durch die Regionen und Zeiten unserer Welt spazieren und erleben die Vielfalt von Kunst auf kleinem Raum.

die großen Gärtner, Random House, Deutsche Verlagsanstalt
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So einfach machen es uns die Gartengestalter nicht. Um Ihre Kunst erleben zu können müssten wir viel und weit reisen, und hätten dennoch das Gefühl, Vieles und Wichtiges zu verpassen.

Die großen Gärtner – Information und Anreiz

Stephen Anderton kommt uns mit diesem großartigen Band weit entgegen, nimmt uns mit in die Gedankenwelt der Künstler und zeigt mit aussagekräftigen Bildern wenigstens Ansätze.

Der Leser und Betrachter fühlt sich immer wieder aufgefordert, seine Siebensachen unter den Arm zu klemmen und dem Buch folgend, diese Gärten direkt zu erfahren.

Das Werk stimmt ein und initiiert Wünsche und vielleicht sogar konkrete Pläne auf dieser Fährte zu reisen.

Dieses Buch ist eigentlich nicht dafür gedacht, es in einem Rutsch zu durchlesen, auch wenn man sich schwer von den immer neuen Eindrücken lösen kann. Es eignet sich besonders dafür, es in seiner Umgebung griffbereit zu positionieren, um es immer aufs Neue in die Hand nehmen zu können.

So wie mit einem dauerhaften Reiseführer kann sich der Leser immer wieder aufs Neue in die Zeiten und Gärten hineinbegeben, in sie hineinträumen, um die unglaubliche Fülle an Informationen und vor allem die fotografierten und gemalten Impressionen aufzunehmen.

Wer einem nicht unbedingt nur gartenbegeisterten Menschen eine echte Freude machen möchte, hat mit diesem Band dazu die beste Gelegenheit.

die großen Gärtner, Random House, Deutsche Verlagsanstalt
Copyright randomhouse

Informationen

  • Die großen Gärtner, 40 Persönlichkeiten – 500 Jahre Gartengeschichte
  • Steven Anderton, Verlagsgruppe Random House
  • DVA Bildband, ISBN: 978-3-421-04085-5
  • Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 304 Seiten,
  • 18,6 x 24,6 cm, Preis 34,95 Euro
  • Erscheinungstermin: September 2017

(Leseprobe mit integriertem Menü vergrößern)

Das Essgarten Kochbuch – überraschende Rezepte mit Funkie, Magnolie & Co.

 

Koch- oder Gartenbuch?

Ist es ein Kochbuch oder ein Gartenbuch, was die beiden niederländischen Autoren Frederik und Heike Deemter hiermit im Ulmer Verlag herausgebracht haben? Eine klare Kategorie ist hier wirklich nicht zu benennen. Doch das wollten die Autoren auch sicher nicht.

Das Buch ist jedenfalls für Gartenfreunde und für Feinschmecker gleichermaßen überraschend. Was hier verarbeitet und präsentiert wird, habe ich bisher fast immer im Grünabfall entsorgt.

Das Essgarten Kochbuch Eugen Ulmer VerlagFunkie und Magnolie

Der japanische Staudenknöterich, Bambus und die Zierquitten sind mir schon länger als essbar bekannt, und ich habe zumindest letztere häufig verarbeitet.

Wenn dagegen auf einmal aus meinem Hopfen das teuerste Gemüse der Welt wird, oder die Funkien zur Delikatesse avancieren, wenn Hartriegel und Magnolie zur Zubereitung köstlicher Gerichte dienen sollen, komme ich doch gehörig ans Staunen.

Das Essgarten Kochbuch Eugen Ulmer VerlagInsgesamt 27 Pflanzen haben die Autoren porträtiert und mit ihnen eine Vielzahl von tollen Gerichten kreiert, die schon beim Lesen eine ganz neue Lust auf den Garten machen. Dabei vergessen Sie nicht , auch auf die gebotene Vorsicht hinzuweisen, um Enttäuschungen oder Schlimmeres zu vermeiden.

Das Essgarten Kochbuch Eugen Ulmer Verlag

Fazit

Es macht Spaß, diesen üppigen bunten Strauß durchzustöbern und dabei zu überlegen, „was habe ich noch im Garten stehen, das ich in einem ungewöhnlichen Snack verwandeln könnte“. Ich hatte auch sofort die Idee mit meinen Nachbarn eine kleine, gemeinsame kulinarische Reise durch unsere Gärten zu unternehmen.

Jede Pflanze wird ausführlich und liebevoll  bebildert vorgestellt, bevor manchmal gleich mehrere  überraschende Rezepte, ebenfalls in Schrift und Bild folgen.

Der Serviceteil enthält neben einem umfangreichen Register und einigen Bezugsquellen vor allem auch weiterführend Quellen für den interessierten „Gartenkochfreund“.

Das Essgarten Kochbuch Eugen Ulmer Verlag

Info:

Mein Blumengarten – Wie er mir gefällt

Mein Blumengarten Ulmer Mascha Schacht

Das eigene Paradies

Mit wirklich liebevoller Hingabe präsentieren Verlag und Autorin ein hochwertiges Buch, dass sich auf 160 Seiten mit „nichts anderem“ beschäftigt, als mit einem wahren Feuerwerk an Wissen und Ideen. Nichts Weiteres im Sinn als die Verwirklichung vom ganz privaten Traum eines eigenen kleinen (oder großen) Paradieses hat Mascha Schacht mit dieser unglaublichen Fülle an Informationen und Wissen.

Mein Blumengarten Ulmer Mascha Schacht

Lebendige Gärten

Die Autorin zeigt das unvergleichlich Schöne und Nützliche der bunten Kostbarkeiten, angelegt in Gärten, die das krasse Gegenteil darstellen zu dem Trend, der seit einigen Jahren unsere Gartenlandschaften befallen hat. Kieselsteine, Schotter und Geröll, die alles Leben aus den Gärten vertreiben als Alternative zu diesen Wunderwerken der Natur, die dagegen helfen, Vielfalt zu schaffen und zu erhalten.

Jeder Gartenbesitzer kann hier erleben, was er verpasst, wenn er seine wertvollen Flächen besenrein abtötet. Dieses Werk ist wahrlich dazu geeignet, dem unguten Trend eine äußerst attraktive Alternative entgegenzusetzen.

Mein Blumengarten Ulmer Mascha Schacht

Es fühlt sich gut an

Und wenn das selbstgesteckte Tagesziel erreicht ist, die Trockenmauer steht, die Teichfolie verlegt oder das neue Beet umgegraben und bepflanzt ist, dann scherzen vielleicht die Arme, die Kehle schreit nach Kaltgetränken und man möchte nie wieder aus dem Liegestuhl aufstehen, in den man erschöpft gesunken ist. Aber – es fühlt sich verdammt gut an!

Nur einer der vielen Sätze, die die Leidenschaft der Autorin zu einem Garten zeigen, der selbst geschaffen, gestaltet, verändert und gepflegt wird.

Attraktiver Inhalt

Mit sieben Abschnitte und einem umfangreichen Serviceteil baut Mascha Schacht ihr Buch auf, das schon in den einleitenden, vorbereitenden Kapiteln immer wieder ihre Freude und Hingabe zu diesem Thema zeigt.

Das Register, dass sinnigerweise allen Kapiteln vorangestellt wurde, zeigt mit seinen weit mehr als 350 Begriffen, wie unglaublich vielfältig die Möglichkeiten sind, in seinem eigenen Reich seine eigenen Gartenträume zu verwirklichen. Das alles wird ergänzt und untermalt mit grandiosen Fotos, die Appetit machen, sofort mit der Verwirklichung der Ideen loszulegen.

Dabei werden auch die problematischen Aspekte des Pflanzenschutzes nicht ausgeblendet, sondern mit dem modernen Wissen einer erfahrenen Gärtnerin sinnvoll und leicht nachvollziehbar angegangen. Das Werk ist hochwertig eingebunden und neben der wunderschönen Bebilderung mit vielen veranschaulichenden Grafiken ergänzen und zusammengefasst.

Mein Blumengarten Ulmer Mascha SchachtInfo:

  • Mein Blumengarten – Wie er mir gefällt
  • Autorin Mascha Schacht
  • Verlag Eugen Ulmer, 2017
  • 160 Seiten, 180 Farbfotos, 31 farbige Zeichnungen, gebunden
  • ISBN 978-3-8001-0928-9,  24,90 EUR
  • Link: Ulmer/Mein Blumengarten

Pflanzliche Antibiotika selbst gemacht

 

Heilen und vorbeugen mit Gewürzen und Kräutern

Hätten Sie gewusst, dass Kurkuma, Sternanis und Gewürznelken gegen Hepatitis schützen? Oder ist Ihnen bekannt, wie Sie mit dem Einsatz von Kapuzinerkresse, Wacholderbeeren und Petersilie gegen Harnwegsinfekte vorgehen könnten?

Mit diesem Buch hat die Autorin und Inhaberin einer Naturheilpraxis einen umfangreichen Ratgeber geschrieben und liebevoll gestaltet. Claudia Ritter ist Heilpraktikerin und ganzheitliche Ernährungsberaterin mit einem profunden Wissen über traditionelle Heilkräuter, dass sie um die vielen Erfahrungen anderer Kulturen erweitert hat.

Antibiotika selbst gemacht Ritter Ulmer

Inhalt

Auf knapp 50 Seiten gibt die Autorin umfangreiche Anleitungen sowohl für Vorbeugung als auch Behandlung von Bronchitis bis Zahnschmerzen. Außerdem zeigt sie, dass solcherlei durchaus mit kulinarischen Genüssen einhergehen kann.

Antibiotika selbst gemacht Ritter Ulmer

Diesem Hauptteil geht eine ausführliche Einführung in diesen Themenbereich von Antibiotika und deren Inhaltsstoffen, so wie wichtigen Vorbedingungen voraus.

Antibiotika selbst gemacht Ritter Ulmer

Es folgt ein kurzer Exkurs zur Vorbeugung sogar gegen die so sehr gefürchteten multiresistenten Keime. Es ist schon erstaunlich, wozu die vielen Gewürze und Kräuter äußerst nützliche und wirksame Helfer sind, wenn man sie gezielt einsetzt.

40 Seiten widmet die Autorin anschließend den Beschreibungen und wichtigen Details der Kräuter und Gewürze. Im Serviceteil findet der Leser Literaturhinweisen und Register.

Fazit

Das gesamte Buch ist reich und treffend bebildert. Die äußerst präzise geschriebenen Abschnitte erklären gängige Infektionen und ihre sinnvolle Behandlung. Und das Buch ist erfrischend frei von esoterisch weltanschaulichen Weisheiten.

Es werden einfach kenntnisreich die Wechselwirkungen von Inhaltsstoffen der Kräuter und Gewürze mit dem Körper erklärt. Die Rezepte und Behandlungshinweise sind klar und nachvollziehbar beschrieben.

Infos

 

Feders kleine Kräuterkunde

Immer auf Tour

Spätestens nach seinen vielen TV-Auftritten avancierte Jürgen Feder zum Enfant Terible der deutschen Botanikerszene. Dabei ist er eigentlich mehr der Indiana Jones der Straßenränder und Industriebrachen.

Er wies spektakulär auf die Wanderrouten exotischer Pflanzen hin, die sich nicht zufällig entlang der modernen Verkehrsrouten befinden. Feder entdeckte seltene Arten an Plätzen, die auf uns so profan und unnatürlich wirken, dass wir sie zu ihrem Vorteil oft jahrzehntelang völlig unberührt gelassen haben.

Nun hat dieser beinahe hyperaktiv anmutende Botanik-Gelehrte eine neue Reise in die Welt der verborgenen und alltäglichen Wegbegleiter und Brachenbewohner angetreten. Der neue Akzent liegt auf der Verzehrbarkeit, ja wertvollen Nahrung, die viele Pflanzen bieten.

Essbare Kräuter

Zwar hatte Jürgen Feder schon lange darauf hingewiesen, welche Pflanzen essbar sind oder eben nicht. Aber in diesem handlichen Führer durch die Dschungel, die sich in den ersten 50 Zentimetern über dem Erdboden auftun, ist der Fokus auf den Nahrungs- oder sogar Heilwert der Pflanzen gerichtet.

Ca. 140 Arten vom „Acker-Hellerkraut“ bis zum „Zurückgebogenen-Amarant“ umfasst dieses kleine große Kompendium. Doch der Autor wäre nicht Jürgen Feder, wenn sich dieses Taschenbuch nicht wie eine Folge abenteuerlicher Berichte über viele Safaris am Bahndämmen oder am Rande einer Deponie, an Fluss- und Kanalufern längs und quer durch Deutschland lesen würde.

Bei aller Unterhaltsamkeit, bei all dem informativen Fachwissen kann man in diesem Buch auch immer wieder entdecken, mit welchem Engagement und welcher Liebe sich Feder stets für die kleinen Biotope zu unseren Füßen, an Orten, an denen wir gerade die nicht erwarten, begeistert und stark macht.

Straßenrand Kleine Kräuterkunde Jürgen Feder

Inhalt

Jeder seiner „Entdeckungen“ widmet der Autor neben einem Foto eine ausführliche Beschreibung und Hinweise auf Verwendung und Nutzen. Seine Begeisterung für die mehr oder weniger verborgene Vielfalt zu unseren Füßen und Reifen zeigt sich diesmal besonders in deren unmittelbarem Nutzen als Nahrung.

So fällt auch der Anhang umfangreich aus. Neben ein paar Lieblingsrezepten des Autors, gibt es ein Pflanzenregister und je ein Sachregister für Gesundheit und Küche.

Einen  wertvollen Begleiter gibt uns Jürgen Feder mit diesem Taschenbuch an die Hand.  Es macht einfach Spaß zu lesen und zu stöbern, und sich damit bei seinen eigenen Safaris  begleiten zu lassen.

Wenn Sie also in Zukunft auf irgendeinem Autobahnrastplatz einen quirligen schlanken Mann am Boden hocken sehen und beobachten, wie er sich diverse Kräuter einverleibt, dann werfen Sie ihm nicht mitleidsvoll ein Geldstück zu, sondern bitten ihn um ein Autogramm.

Info

Erstes Buch von Jürgen Feder: Feders fabelhafte Pflanzenwelt

Alles über Hochbeete

„Hoch die Beete“

Rechtzeitig zur neuen Gartensaison hat der Verlag Ulmer ein sehr umfangreiches Buch zum Thema „Hochbeete“ vorgelegt. Besonders schön ist die anschauliche Vielfalt der Ideen und Konzepte, die vielfältige Gestaltung dieses Beettyps, der mit einigen handfesten Vorteilen für Pflanzen und Gärtner aufwarten kann. Voraussetzung dafür ist die richtige Planung und Umsetzung.

Die zunehmende Begeisterung der Menschen, auch in kleinen Wohn- und Gartensituationen die Anstrengungen für einen Selbstanbau auf sich zu nehmen, um sich hernach mit den verdienten  Früchten zu belohnen, kommt auch in diesem Werk zum Ausdruck und soll dem Leser Mut machen.

Mein Bienengarten Ulmer Verlag

Garten und Handwerk

Die gartenerfahrene und -begeisterte Autorin Tara Nolan versteht es, mit eindrucksvollen Bildern neugierig zu machen. So startet sie auf annähernd 50 Seiten damit, die vielfältigen Umsetzungen von erhöhten Beeten zu zeigen und damit gleichzeitig jedem Gelegenheit zu geben, etwas zu finden, das seinen Ansprüchen und Möglichkeiten entspricht.

Anschließend begibt sich in die Autorin auf das weite Feld praktischer Umsetzung, indem sie sich zunächst den Grundlagen und in den anschließenden Kapiteln den Modellen für verschiedene Ansprüche und Grundvoraussetzungen zu widmen.

Mein Bienengarten Ulmer VerlagGroße Gärten, kleine Gärten – für beide Situationen bietet sie Lösungen, die immer wieder überraschen und die Hemmschwelle für die Konkretisierung eines solchen Projektes senken. Denn Tara Nolan begnügt sich nicht mit dem Zeigen, sondern führt den Interessierten durch Bauanleitungen bis hinein in die Werkzeugkunde. Sogar für die handwerklichen Laien zeigt sie verblüffende Ideen und Lösungen.

Mein Bienengarten Ulmer Verlag

Fazit

Zuerst macht es einfach Spaß, dieses Buch durchzublättern und sich an der Fantasie anderer Gärtner zu freuen, Dann beginnt man, konkrete Beispiele anhand des Leitfadens und der Anleitungen gedanklich durchzuspielen. Und -mir ging es so- man stöbert in seinem eignen „Archiv“ nach vermeintlich unbrauchbaren Gefäßen und Materialien zu wühlen. Glauben Sie mir, man findet immer etwas.

Beeindruckend ist diese liebevoll zusammengestellte Vielfalt der Ideen allemal. Tara Nolan ergänzt zudem noch durch ein Kapitel für Rankhilfen und Pflanzenstützen und einem Serviceteil aus Register, einigen Bezugsquellen und einer ganzen Reihe interessanter und einschlägiger Internetadressen zum Vertiefen.

Wer sich also mit dem Gedanken trägt, oder auch nur Interesse an  dieser Kulturart hat,  hält mit diesem Buch ein umfassendes  und erschöpfend informatives Werk in der Hand.

Mein Bienengarten Ulmer Verlag

Info

 

Avant Gardening – Plädoyer für gegenwärtiges Gärtnern

Ulmer Verlag Avant Gardening Matschiess

Plädoyer für gegenwärtiges Gärtnern

„Anders ist es nicht zu erklären, dass sich ausgerechnet Gartenbesitzer mit schweren, nährstoffreichen und undurchlässigen Böden einen leichten, mediterranen Garten oder eine Steppenpräriebepflanzung wünschen, um damit auch nach immenser Bodenaufbereitung regelmäßig zu scheitern.“ (Zitat)

Es gehört schon ein wenig Mut dazu, sich von der gewohnten Sitte, den Garten anzulegen, zu lösen und den hier favorisierten Weg zu gehen.

Ulmer Verlag Avant Gardening Matschiess

Die „Schläfer“ wecken

Was wie die Bedienungsanleitung für eine terroristische Karriere klingt, ist nichts anderes, als sich bequem zurückzulehnen und abzuwarten, was der vorhandene Boden an pflanzlichen Überraschungen verbirgt und freigibt, wenn man ihm die Chance dazu lässt.

Diese Haltung stellt dem üblichen Gartenbau-Aktivismus, der von Anfang die Gestaltung als Vergewaltigung der vorherrschenden Lebens- und Wachstumsbedingungen betreibt eine laissez faire Haltung gegenüber.

Ulmer Verlag Avant Gardening Matschiess

Kenntnis der lokalen Bedingungen

Daraus lässt sich leicht ablesen, was die lokalen Bedingungen befördern oder erschweren bis verhindern.

„Beobachtet den Boden und die vorherrschenden klimatischen Verhältnisse und wählt danach Eure Bepflanzung!“ oder „Im Garten gegen die Natur zu handeln, artet halt regelmäßig in Arbeit aus.“ Sind einige der Sätze, die ebenso Mut machen wie einleuchten.

Der Autor belegt seine Weisheiten mit seinen Erfahrungen im eigenen Garten, den er am Niederrhein neu angelegt hat.

Er stellt klar und verständlich die Zusammenhänge zwischen dem Wissen um die Standortverhältnisse und einer gelungenen, pflegeleichten und sinnvollen Bepflanzung dar.

Im weiteren Verlauf werden die Differenzierungen immer feiner, immer abgestimmter und so entsteht eine eigene Landschaft, die solcherart mit der Natur erwachsen, sich dauerhaft und widerstandsfähig entfaltet.

Ulmer Verlag Avant Gardening Matschiess

Ökologie

Und auch der immer mehr in den Fokus geratende Aspekt der Ökologie auch der „kleinen“ Gärten kommt nicht zu kurz.

Dass diese Auffassung auch noch in höchstem Maße ökologisch ist, ergibt sich schon fast von selbst. Matschiess bricht immer wieder den Stab für die so ungeliebten und verrufenen Gewächse, die, richtig eingesetzt, doch überraschend viele positive Seiten zeigen.

Angesichts von Bienen- und Hummelsterben bekommt diese Sichtweise auf den Garten eine neue besonders eindringliche Bedeutung. Der zunehmende Trend, die Gärten durch den massenhaften Einsatz von Kiesen und Steinen tot zu gestalten und zur Verödung ganzer Straßenzüge beizutragen, wird durch dieses Werk in besonderem Maße ad absurdum gestellt und mit sinnvollen pflegeleichten Alternativen beschämt.

Sehr umfangreich und informativ sind die überraschend vielen Abschnitte/Kapitel gestaltet. Einen Aspekt nach dem anderen wird leicht nachvollziehbar und mit tollen Fotos begleitet betrachtet und immer wieder in den Zusammenhang zu pflegeleichten und gleichzeitig attraktiven Gärten gestellt.

Ulmer Verlag Avant Gardening Matschiess

Fazit

Das Buch mit dem pfiffig konstruierten Titel  ist ein im hohen Maße mutmachender Wegweiser, der seine Aussagen immer mit eigenen Gestaltungsbeispielen belegt. Der Autor weiß, wovon er schreibt und der bekannte Gartenfotograf Jürgen Becker setzt diese Avantgarde-Sichtweisen  wie immer gekonnt in Szene.

Info:

Buchempfehlung – Mit der Kräuterfee durchs Jahr

Wildkräuter, Früchte, Blüten und Pilze für Genuss, Gesundheit und Kosmetik

Mit der Kräuterfee durchs Jahr Stocker VerlagFür jede Jahreszeit bietet die Natur um uns herum einen ganz üppigen Strauß an Schätzen von Kräutern und Früchten, der nr aufgehoben werden muss.

Nur ein paar Schritte oder oft wenige Fahrminuten geben den meisten von uns Gelegenheit, Vogelmiere, Giersch, Gundelrebe oder Gänseblümchen und so viele andere Kräuter und Wegrandfrüchte zu ernten.

Mit der Kräuterfee durchs Jahr Stocker VerlagDass diese oft auch wahre Vitamin- und Gesundheitsbomben sind, macht es zunehmend interessant und attraktiv, sie näher ins Visier zu nehmen.

Kundige Autorin

Wo man sie findet und wie sie ihre jeweilige Verwendung in unserer Küche finden, zeigt uns die Autorin Elisabeth Maria Mayer, ausgebildete Landschaftsökologin und Landschaftsplanerin mit einer schier unglaublichen Vielzahl von Rezepten.

Sie ist gleichzeitig die „Hüterin“ des Traumgarten Tannberg  (www.kraeuter-fee.at/), eines Refugiums für Wildpflanzen, Kräuter und Tiere, in dem Kochworkshops, Gartenführungen und Gartentage stattfinden.

Mit der Kräuterfee durchs Jahr Stocker VerlagMehr als vier Jahreszeiten

In sieben großen Abschnitten vom Vorfrühling bis zum Winter nimmt uns die Autorin mit auf ihre Naturexkursionen und stellt mit deutlich erkennbaren Fotos und ausführlichen Beschreibungen ihre Lieblingskräuter und -früchte vor.

Anschließend beschreibt sie die richtige Verwendung dieser Schätze. Auch die Rezepte sind verständlich und unkompliziert nachvollziehbar beschrieben.

Mit der Kräuterfee durchs Jahr Stocker VerlagFazit

Es macht Spaß mit der Autorin auf Entdeckungsreise in die Umgebung zu gehen und wahre Schätze zu heben, die jedem die Möglichkeit geben, seinen Tisch mit attraktiven Gerichten zu bereichern.

Liebevoll beschrieben und mit Fotos vervollständigt lässt die Lektüre das Wasser im Mund zusammenlaufen. Gerade der Winter gibt uns Zeit, sich auf die ersten Frühlingsvertreter zu freuen.

Info

  • Mit der Kräuterfee durchs Jahr – Wildkräuter, Früchte, Blüten und Pilze für Genuss, Gesundheit und Kosmetik
  • Autorin: Elisabeth Maria Mayer, Leopold Stocker Verlag
  • ISBN 978-3-7020-1610-4, erschienen Sept. 2016
    Hardcover, 22 x 22 cm, 191 Seiten, durchgehend farbig bebildert
  • Preis: € 19,90