Archiv der Kategorie: Buchbesprechung

Buchempfehlung – Mit der Kräuterfee durchs Jahr

Wildkräuter, Früchte, Blüten und Pilze für Genuss, Gesundheit und Kosmetik

Mit der Kräuterfee durchs Jahr Stocker VerlagFür jede Jahreszeit bietet die Natur um uns herum einen ganz üppigen Strauß an Schätzen von Kräutern und Früchten, der nr aufgehoben werden muss.

Nur ein paar Schritte oder oft wenige Fahrminuten geben den meisten von uns Gelegenheit, Vogelmiere, Giersch, Gundelrebe oder Gänseblümchen und so viele andere Kräuter und Wegrandfrüchte zu ernten.

Mit der Kräuterfee durchs Jahr Stocker VerlagDass diese oft auch wahre Vitamin- und Gesundheitsbomben sind, macht es zunehmend interessant und attraktiv, sie näher ins Visier zu nehmen.

Kundige Autorin

Wo man sie findet und wie sie ihre jeweilige Verwendung in unserer Küche finden, zeigt uns die Autorin Elisabeth Maria Mayer, ausgebildete Landschaftsökologin und Landschaftsplanerin mit einer schier unglaublichen Vielzahl von Rezepten.

Sie ist gleichzeitig die „Hüterin“ des Traumgarten Tannberg  (www.kraeuter-fee.at/), eines Refugiums für Wildpflanzen, Kräuter und Tiere, in dem Kochworkshops, Gartenführungen und Gartentage stattfinden.

Mit der Kräuterfee durchs Jahr Stocker VerlagMehr als vier Jahreszeiten

In sieben großen Abschnitten vom Vorfrühling bis zum Winter nimmt uns die Autorin mit auf ihre Naturexkursionen und stellt mit deutlich erkennbaren Fotos und ausführlichen Beschreibungen ihre Lieblingskräuter und -früchte vor.

Anschließend beschreibt sie die richtige Verwendung dieser Schätze. Auch die Rezepte sind verständlich und unkompliziert nachvollziehbar beschrieben.

Mit der Kräuterfee durchs Jahr Stocker VerlagFazit

Es macht Spaß mit der Autorin auf Entdeckungsreise in die Umgebung zu gehen und wahre Schätze zu heben, die jedem die Möglichkeit geben, seinen Tisch mit attraktiven Gerichten zu bereichern.

Liebevoll beschrieben und mit Fotos vervollständigt lässt die Lektüre das Wasser im Mund zusammenlaufen. Gerade der Winter gibt uns Zeit, sich auf die ersten Frühlingsvertreter zu freuen.

Info

  • Mit der Kräuterfee durchs Jahr – Wildkräuter, Früchte, Blüten und Pilze für Genuss, Gesundheit und Kosmetik
  • Autorin: Elisabeth Maria Mayer, Leopold Stocker Verlag
  • ISBN 978-3-7020-1610-4, erschienen Sept. 2016
    Hardcover, 22 x 22 cm, 191 Seiten, durchgehend farbig bebildert
  • Preis: € 19,90

SCHLAFMOHN, ENGELWURZ UND APHRODITES QUITTEN

Die Pflanzen der Heiligen und Gottheiten,

Haben Sie gewusst, dass ein goldener Apfel unsterblich macht? Naja, jedenfalls glaubt das die alte illustre Gesellschaft in Walhall und Asgard bei täglichem Biss in einen dieser Alleskönner. Für Normalsterbliche davon übrig geblieben ist ja bekanntermaßen  der gerne auch von Usern des gleichnamigen IT-Konzerns verballhornte Satz „an apple a day keeps the doctor away“.

Schlafmohn, Engelwurz und Aphrodites Quitten
Baldrianblüte (Foto. Claudia Ritter)

Oder wer weiß schon, dass der Name des Baldrians von Baldur, einem strahlendem Spross Odins stammt. Außerdem ermöglicht das Kraut, die germanischen Wälder auf den Rücken von Hirschen zu erkunden, jedenfalls gelingt dies der Göttin Freya oder Frigg, der Gespielin Odins und immerhin zuständig für die Heilkunst.

Wenigstens wissen ja die Freunde von Asterix, Obelix und ihrer Wohngemeinschaft, dass die Misteln von Miraculix & Co. richtig verarbeitet Wahnsinnskräfte verleihen. Achtung – unbedingt mit einer goldenen Sichel schneiden! Doch auch ohne dieses exklusive Gartengerät der Druiden geerntet, verfügt diese Pflanze über eine ganze Reihe erstaunlicher, heilsamer Wirkungen.

Schlafmohn, Engelwurz und Aphrodites Quitten
Schlafmohn (Foto: Claudia Ritter)

Heilanwendungen und Rezepte

Fünfzig solch interessanter Pflanzen hat die Autorin Claudia Ritter in dem jüngst erschienenen Buch zusammengetragen. Mit höchst informativen Geschichten und Fakten rund um jede einzelne von ihnen bringt sie dem Leser eine ganze Reihe von Aspekten nahe. Vor allem stellt sie den informativ/unterhaltsamen Zusammenhang zwischen Wirkungsweisen der Pflanzen und den ihnen zugeordneten Sagen- und Religionsgestalten her.

Zu jeder Pflanze gehören aussagekräftige Fotos, Darstellungen der Götter und Heiligen, unterhaltsame Geschichten und Berichte voll botanischen Wissens, Benennung der wirksamen Inhaltsstoffe und Wirkungsweisen, so wie schließlich eine Reihe nachvollziehbarer Rezepte.

Schlafmohn, Engelwurz und Aphrodites Quitten
Granatapfel (Foto: Norbert Griebl)

Mit viel Liebe wurde hier ein Wissen zusammengetragen und kurzweilig wiedergegeben, das vom Alant bis zur Weinrebe die Pflanzen der Götter vorstellt, sie in den ihnen gebührenden kulturgeschichtlichen Zusammenhang stellt und ihre viele Jahrhunderte genutzte Bedeutung in der Volksmedizin und besonders ihre Verwendung in der Küche mit einer Vielzahl anwendbarer Rezepte angemessen würdigt. (wenn nötig auch mit deutlichen Warnhinweisen).

Ein umfangreiches Literaturverzeichnis rundet dieses Buch ab.

Schlafmohn, Engelwurz und Aphrodites Quitten
Foto: Mag. Gertrude Tritthart

Fazit

Ich kann dieses Werk von Claudia Ritter uneingeschränkt auch als wertvolles Nachschlagewerk empfehlen. Hier werden keine reißerischen Heilsversprechen dargestellt, wie sie einem so oft in entsprechend angehauchten Veröffentlichungen begegnen. Hier werden dem Leser bekannte und weniger bekannte Pflanzen sachlich und dennoch unterhaltsam umfassend vorgestellt. Dabei liegt der Hauptaspekt natürlich in den seit jeher und oftmals bis heute praktizierten Anwendungsmöglichkeiten.

Ganz sicher hilft dieses Buch der Bewahrung uralten Wissens über die Wirkungsweisen und Anwendungen der Pflanzen, von dem schon so viel unwiederbringlich verloren gegangen ist.

Info

  • SCHLAFMOHN, ENGELWURZ UND APHRODITES QUITTEN – Die Pflanzen der Heiligen und Gottheiten, Heilanwendungen und Rezepte
  • Claudia Ritter, Verlag Leopold Stocker, ISBN 978-3-7020-1618-0
  • 160 Seiten, Hardcover, durchgehend farbig bebildert
    Preis 19,90 Euro

Imker Praxis – Buchbesprechung

Grundwissen für die Bienenwirtschaft

Wer sich schon immer mal wieder mit dem Gedanken beschäftigt hat, Bienen zu züchten, wird sich sicher auf dem Büchermarkt umgesehen haben. Es gibt viel Literatur zu dem Thema. Nun kommt ein neues Werk hinzu und stiftet weitere Verwirrung, so mag man meinen.

Imkerpraxis Leopold Stocker
Foto: Hans-Peter Muellner

Doch der Imkermeister und Lehrer an einer österreichischen Imkerschule Alois Spanblöchl bietet mit seinem „Grundwissen für die Bienenwirtschaft“ auf nur knapp 170 Seiten eine umfassende Einführung in dieses Thema.

Der Autor möchte möglichst sachlich und sehr gut illustriert die Freude am Umgang mit diesen Nutzinsekten fördern. Den Imkerbünden fehlt es Nachwuchs, und logischerweise gehen damit auch die Zahl der Bienenvölker und Bienen zurück.

Imkerpraxis Leopold Stocker
Foto: NÖ Imkerschule Warth

Das hier zusammengefasste und in leicht verständlicher Form wiedergegebene Basiswissen soll ordnen und nicht abschrecken. Da in letzter Zeit gerade die Stadtimkerei immer mehr Interesse findet, ist ein solides Know How neben dem z.B. von Stadtbienen e.V. entwickelten Equipment eine sinnvolle Grundlage.

Imkerpraxis Leopold Stocker
Foto: NÖ Imkerschule Warth

In dem vorliegenden Buch wird viel wertvolle Erfahrung zusammengefasst und anschaulich präsentiert. Zwar handelt es sich um ein österreichisches Werk, aber die Unterschiede liegen im Grunde nur in ein paar gesetzlichen Vorgaben.

Insgesamt handelt es sich hier um eine sinnvolle, leicht verständliche Hilfe für angehende und ein kleines Nachschlagewerk auch für den schon etwas erfahreneren Imker, aber auf jeden Fall eine gute Orientierungshilfe für jeden, der sich mit dem Gedanken trägt.

Imkerpraxis Leopold Stocker

Info

  • IMKER-PRAXIS
  • Grundwissen für die Bienenwirtschaft
  • Autor Alois Spanblöchl, Verlag Leopold Stocker, ISBN 978-3-7020-1628-9
  • 4. überarbeitete Auflage, 176 Seiten, zahlr. farbige Abbildungen, Tabellen und Skizzen, 16,5 x 22 cm brosch.
  • € 19,90

Der Garten von Hermann Hesse

Gaienhofen Am Bodensee. Dieser kleine Ort am nordwestlichen Ende auf der Halbinsel Höri mit seinen verwöhnten klimatischen Verhältnissen erscheint an sich nicht so besonders interessant. 2003 sollte hier ein altes Haus abgerissen, und das Grundstück neu überbaut werden. Auch das wirkt nun noch nicht so sensationell.

Der Garten von Hermann Hesse
Foto: Ferd. Graf v. Luckner

Den Namen Hermann Hesse kennt wohl jeder. Gelesen haben ihn Viele. Weltweit zählt er sogar zu den meistgelesenen deutschen Autoren. Die Wenigsten jedoch wissen, dass der berühmte Schriftsteller begeisterter Gartenliebhaber war, jedenfalls eine Zeitlang.

Von der Wiederentdeckung einer verlorenen Welt

Hesse erwarb sich 1907 ein Grundstück. Zusammen mit seiner Frau Mia, plante und begann er anzulegen. So wuchsen Gemüse- und Blumenbeete und nach einer Erweiterung ein Obstgarten und mehr Beete zu einer ansehnlichen Gesamtanlage.

Nun wäre die Anlage nebst Wohnhaus 2003 wohl gänzlich verschwunden, und irgendwann hätte niemand mehr von der Geschichte gewusst, wenn nicht die Autorin des vorliegenden Buches und Bildbandes dieses Schicksal aufgehalten hätte.

Der Garten von Hermann Hesse
hist. Aufnahmen aus dem Buch

Die hier aufgewachsene Eva Eberwein wusste um die Bedeutung und entschied, das Andenken zu bewahren, und so wurden Haus und Grundstück mit seinen verwöhnten klimatischen Verhältnissen gekauft und aufwändig renoviert.

Zusammen mit dem Fotografen Ferdinand Graf von Luckner nimmt die Autorin den Leser mit in die Welt Hermann Hesses und führt ihn, beginnend mit ihrer eigenen Kindheit, Stück für Stück an einzelne Abschnitte und Komponenten des Gartens.

Der Garten von Hermann Hesse
hist. Aufnahmen aus dem Buch, neue Fotos: Ferd. Graf v. Luckner

Einfühlsam und liebevoll werden wir an Orte im Garten und in der Seele des Schriftstellers geführt. Und schnell erkennen wir, wie zwar behutsam aber doch entschieden Eva Eberwein sich an diese schon fast versunkene Welt herangetastet und sie wieder gestaltet hat.

Mit Hesse durch den Schattengarten

„Stets hat es mich gefreut und mir imponiert, mit welcher Zähigkeit meine kleine Buche ihre Blätter festhält (…) Und jetzt, heute, während ich bei sanfter windstiller Wärme bei meinem Fenster stand und Holz brach, sah ich es geschehen: es erhob sich ein leiser sanfter  Windhauch, ein Atemzug nur,  und zu Hunderten und Tausenden wehten die so lang gesparten Blätter dahin (…) „

Der Garten von Hermann Hesse
hist. Aufnahmen aus dem Buch, neue Fotos: Ferd. Graf v. Luckner

Es ist ein Erlebnis, sowohl für den literarisch, als auch den garteninteressierten Leser sich durch „Schattengarten“ und „Kastanienplatz“, vorbei an „Dunghaufen“ und „Grenzhecke“ durch diese Welt zu tasten und sie zu entdecken.

Es macht Freude, sich sein eigenes Bild zu schaffen, geführt von den Worten der Autorin, den eingestreuten Gedanken Hesses, den vielen historischen Aufnahmen und den sensiblen Fotografien Luckners.

Der Garten von Hermann HesseFazit

Man könnte sagen, es sei eine Hommage, aber das würde es nicht eigentlich treffen. Das Buch ist viel mehr. Es ist z.B. die Verbindung zwischen der Welt Herman Hesses, und zwar genau dieser kleinen Welt vor mehr als 100 Jahren hier am Bodensee und der heutigen Welt einer gartenbegeisterten Autorin. Es ist z.B. auch die gelungene Liebeserklärung an eine besondere Landschaft, ihrer Menschen und die Annäherung an den Charakter eines nach dem Paradies suchenden Hermann Hesse. Und es ist ganz sicher ein lesenswertes, gelungenes Buch.

Info

  • DER GARTEN VON HERMANN HESSE – Von der Wiederentdeckung einer verlorenen Welt
  • Autorin Eva Eberwein, Fotos: Ferd. Graf v. Luckner, Okt. 2016
  • Verlagsgruppe Random House; DVA, ISBN 978-3-421-04034-3
  • Gebundenes Buch, Pappband, ca. 160 Seiten, 23,0 x 25,0 cm
    Mit 103 Farbfotos, 23 s/w-Fotos und 10 Plänen
  • Preis: 29,99 Euro

Wildobst – Buchtipp

Schlehe, Hagebutte und Co. für meinen Garten

Wildobst Ina Sperl Eugen Ulmer VerlagDieses informative Buch, das gleichzeitig ein wunderschöner Bildband ist, beschäftigt sich mit den naturnahen Gärten und beschreibt eine große Zahl nicht so unbedingt geläufiger Obstarten, die bei Vielen als solche so langsam in Vergessenheit zu geraten drohen. Zwar weiß man, dass es die Hagebutten und die Ebereschen gibt, aber nur Wenige wissen sie als Obst zu nutzen und noch weniger setzen sie als Gestaltungselemente in den Gärten ein.

Im Gegenteil, sie werden, wenn sie sich als Sämlinge in unsere sauberen und aufgeräumten Flächen verirren, sofort und gnadenlos ausgerissen. Vielleicht fallen uns diese oft unscheinbaren heimischen „Exoten“ erst wieder auf, wenn wir im Überschwang der Urlaubsgefühle ein paar Gläser mit den Produkten von Sanddorn oder Holunder als garantiert naturrein und selten am Straßenrand der Feriengebiete erwerben.

Wildobst Ina Sperl Eugen Ulmer VerlagWildobst und Garten

Die Autorin beginnt mit der Erläuterung des Zusammenhanges von Wildobst und Naturgarten, sie führt uns so in diese Welt dieser fruchttragenden Gehölze ein, die nicht nur oft schön, sondern vor allem wertvoll sind.

  • Wertvoll für Bienen und andere Insekten, die oftmals an das Vorkommen dieser Pflanzen gebunden sind und so langsam mit ihnen auch verschwinden.
  • Wertvoll für die Vögel und Kleinsäuger, die bei ihnen wertvolle Nahrung auch dann noch finden, wenn sonst alles abgeerntet ist.
  • Wertvoll für unsere Landschaften, die ohne sie immer ärmer in ihrem Erscheinungsbild werden.
  • Und schließlich wertvoll für den Menschen, denen sie oft schon seit vielen Jahrhunderten zur Nahrungsergänzung und als Medizin dienen.

Ina Sperl erläutert die Planung, Anlage und besonders die Pflege von naturnahen und Wildobstgärten, die dann nicht nur pflegeleichter werden, sondern sich auch noch wohltuend vom immer weiter um sich greifenden „Charme“ der keimfreien, lebensfeindlichen Kiesgärten abheben. Und sie stellt uns die leckeren Möglichkeiten vor, die uns die Wildobstarten als Belohnung zur Verfügung stellen.

Wildobst Ina Sperl Eugen Ulmer VerlagUnbekannte Küchenschätze

Einige Wildobstarten gelangen auch zu ungeahnten Ehren, machen Karriere als „Superfood“, wie Aronia oder Goji, allerdings erst dann, wenn sie verarbeitet und bunt verpackt im Regal stehen und von einem oberschlauen Superkoch mit bayerischem Akzent als seine neueste Entdeckung vermarktet werden. Doch alle Wildobstarten sind Kraft- und Nährstoffgiganten.

Selbst Leser, die glauben, schon alles über die Früchtchen zu wissen werden auf Erstaunliches, auf Neues stoßen und sich fragen, „ja warum habe ich das nicht schon früher gewusst?“ Die Autorin weist auch auf die Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Pflanzen mit „Doppelgängern“ hin, die einen Genuss auch zu einer Gefahr oder zumindest einer schlechten Erfahrung werden lassen können.

Wildobst Ina Sperl Eugen Ulmer VerlagArtenbeschreibungen

Dann schließt sich der schönste Teil, das Highlight des Buches an. Die zweite Hälfte ist der umfangreiche Katalog der „40 besten Wildobstarten“. Tolle, sehr gut charakterisierende Fotos, begleitet von sehr detailreichen Beschreibungen, Nutzungsvarianten und einer ausgefuchsten Systematik bringen dem Leser die Früchtchen näher.

Man bekommt wirklich Lust, sofort mit offenen Augen nicht nur die Wegesränder, sondern auch die Siedlungen zu durchstreifen, denn einige Vertreter dieser Obstsorten findet man schon als ganz normale und anscheinend sehr vertraute Gestaltungsgehölze in der Nachbarschaft, oder im nächsten Park. Wer weiß schon, dass auch die Mahonie, die Kartoffelrose oder die Zierquitte unsere Küchen bereichern können.

Wildobst Ina Sperl Eugen Ulmer VerlagServiceteil

Den Abschluss des Buches bildet ein informativ übersichtlicher Blüh- und Erntekalender in dem Serviceteil, der auch Begriffserklärungen, ein Stichwortverzeichnis, weiterführende Literaturtipps und vor allem eine kleine Liste von Bezugsquellen enthält.

Fazit

Das vorliegende Buch ist ein rundum gelungenes, zugleich wunderschönes Werk, dass für jede Gartenbibliothek aber auch für Wanderer und Naturfreunde eine höchstinformative Bereicherung darstellt.

Info

Ur-Obst – Wurzelecht und pflegeleicht

Wussten Sie, dass Obstanbau in Deutschland über 6000 Jahren nachweisbar ist?

Kennen Sie noch die Feige „Fehmarn“ oder die Quitte „Großweikersdorf Kitzler“, die Himbeere „Mainzer Waldfee“ oder die Kornelkirsche „Schönbrunner Gourmet Dirndl“, die Schwarze Maulbeere aus dem Oberwallis oder das „Apfelberger Zuckeräpfelchen“?

Stocker Verlag Ur-Obst wurzelecht pflegeleicht

Forschung und Vertrieb

„Ur-Obst, wurzelecht und pflegeleicht“ und die dahinter stehende Initiative geben in umfangreicher Form ganz besondere Forschungsergebnisse aus ganz Europa wieder. Der Autor Dr. Norbert Kleinz (http://ahornblatt-garten.de/blog/) ist Geschäftsführer der Ahornblatt GmbH in Mainz und hat in diesem Buch einige Ergebnisse in sehr übersichtlicher und verständlicher Form zusammengestellt.

Herausgekommen ist ein großartiger umfassend informativer Ratgeber und Begleiter für jeden Liebhaber naturnaher Gärten und heimischer Obst-Pflanzen.

Stocker Verlag Ur-Obst wurzelecht pflegeleicht

Ur-Obst

Damit werden hier 200 Sorten vorgestellt, die oft uralt in unseren Regionen vorkommen und kultiviert wurden. Vielfach vergessen und oft nur knapp vor dem Verschwinden gerettet, bieten diese Ahnen des Obstes dabei fast unglaubliche Vorteile.

  • Sie sind den Standorten und Klimaverhältnissen angepasst und resistent gegen die meisten Schädlinge und Krankheiten, unter denen die hochgezüchteten Sorten leiden.
  • Sie sind vielfach schmackhafter und in Ihrer Aromatik unverwechselbar, womit sie die auf Einheitsgeschmack getrimmten Sorten um Längen schlagen.
  • Sie bieten unserer heimischen Insekten- und Vogelwelt Nahrung und Unterschlupf.

Das Spektrum erstreckt sich vom Apfel über so fast vergessene Arten wie Krons- und Maulbeeren bis zum Wein. Mehr als zwanzig Obstarten mit unzähligen Sorten werden hier ausführlich und liebevoll reich bebildert beschrieben.

Stocker Verlag Ur-Obst wurzelecht pflegeleicht

Anbau und Pflege

Diesem Hauptteil geht eine ebenso großartige Einführung in die Thematik voraus, die neben dem Verständnis für naturnahe Gärten auch das „Ur-Obst“ erklärt, so wie den richtigen Anbau und die Pflege dieses Schatzes.

Angehängt ist ebenfalls eine lange Liste der Bezugsquellen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden.

Fazit

Das Buch bietet ein unglaublich vielseitiges und interessantes Spektrum an Urobstsorten und kann damit jedem Gärtner und Naturschützer helfen, Garten und bspw. Streuobstwiese entsprechend vielseitig anzulegen.

Info

  • Ur-Obst – Wurzelecht und pflegeleicht
  • Autor: Norbert Kleinz
  • Verlag Leopold Stocker, ISBN 978-3-7020-1591-6
  • 180 Seiten, durchgehend farbig bebildert, 16,5 x 24 cm, Hardcover
  • Preis: € 29,90

Stocker Verlag Ur-Obst wurzelecht pflegeleicht

Feigen aus dem eigenen Garten

Feigen aus dem eigenen Garten Ulmer

Besonderes Werk

Dass der Anbau von Feigen selbst im deutschsprachigen Raum bereits eine Jahrhunderte alte Tradition hat, ist sicher überwiegend nur denen bekannt, die aufgrund ihrer bevorzugten warmen Wohnlagen in den Genuss dieses ansonsten ungewöhnlichen Obstes kommen.

So verwundert es auch nicht, dass das vorliegende Buch von Christoph Seiler das erste ist, das sich hierzulande mit dem Anbau der Feige beschäftigt. Auf 128 reich bebilderten Seiten führt uns der Autor anfangs durch die Geschichte und die spezielle Botanik dieser wahrscheinlich ältesten Kulturpflanze überhaupt.

30 selbstfruchtende und leckere Sorten

Nach dieser Einführung beginnt der Wegweiser mit Empfehlungen zur richtigen Sortenwahl, denen im weiteren Verlauf ein eigenes Kapitel gewidmet wird. Auf 44 Seiten erfolgt eine wirklich prägnante Beschreibung der Sorten mit jeweils aussagekräftigen Fotos von Frucht und Blatt.

Die Pflege der Feige wird anschaulich und gut verständlich über die Themen Standort, Bodenbeschaffenheit, Pflanzzeit, Winterschutz, Kübelanbau, Wasserversorgung bis hin zu Schnitt, Vermehrung und sogar Veredelung erläutert. Alle Ausführungen sind deutlich mit Grafiken unterlegt.

Feigen aus dem eigenen Garten UlmerEin ganz eigenes Kapitel widmet der Autor den Schädlingen und Krankheiten, die dem interessierten Feigengärtner den Spaß gründlich verderben könnten.

Daran schließt sich ein Abschnitt zur Feigenernte an, der übergangslos zu lecker anmutenden interessanten Rezepten mit diesen Früchten übergeht.

Der Serviceteil umschließt neben dem Register die Adressen von Feigengärten, so wie Bezugsquellen und Literaturhinweise.

Fazit

Das kleine handliche Buch ist ein äußerst interessanter, aber vor allem genauer und dabei verständlicher, umfangreicher Ratgeber, der für Vielen eine ganz neue Gartenidee in den Kopf setzen wird. Sehr hilfreich sind dazu die vielen sehr guten Fotografien, die fast alle ebenfalls vom kundigen Autor stammen.

Christoph Seiler befasst sich seit vielen Jahren mit mediterranen Nutzpflanzen. Dabei liegen ihm die Feigen, als älteste Kulturpflanze überhaupt, besonders am Herzen. Seine selbst kultivierten Feigenbäumchen vertreibt er über seinen Webshop www.pflanzenseiler.de und auf regionalen Pflanzenmärkten.

Feigen aus dem eigenen Garten Ulmer

Info

  • Feigen aus dem eigenen Garten. 30 selbstfruchtende und leckere Sorten.
  • Autor Christoph Seiler
  • Verlag Eugen Ulmer, 2016, ISBN 978-3-8001-0809-1
  • 128 Seiten, 102 Farbfotos, kartoniert
  • Preis Deutschland 14,90 Euro

Bienen – Buchbesprechung

Bienen

Ganz einfach mit „BIENEN“ ist dieses fantastische Werk von Sam Droege und Laurence Packer überschrieben. Mit unglaublichen Nahaufnahmen, die an Schärfe und Brillanz nichts zu wünschen übrig lassen, werden dem Betrachter 104 besondere Arten dieser Insektenfamilie vorgestellt.

Bienen Stocker Verlag

Bienen von überall

Von allen Kontinenten zeigen uns die beiden Autoren die Vertreterinnen. Bienen, die wir auch bei uns allmählich als eine der für uns außerordentlich wichtigen Insektenarten begreifen,  die sich in Farben, Formen und Verhalten zum Teil erheblich unterscheiden.

Während uns beim Begriff Bienen zu allererst die zuverlässigen Lieferanten einer als alltäglich empfundenen Leckerei einfallen, gibt es überall auf dem Globus -mit Ausnahme der Antarktis- „weitaus mehr Bienenarten, als alle Säugetier, Vögel- und Reptilienarten zusammen“.

Bienen Stocker Verlag

Fesseln um zu interessieren

Zwar zeigt dieses Buch „nur“ eine verschwindend kleine Anzahl von Bienenarten aber diese in so interessanter und fesselnder Form, dass vielleicht der ein oder andere Leser und Betrachter selbst Lust bekommt, sich mit einer bisher sehr unzureichend behandelten Insektengattung zu beschäftigen.

Genau das ist auch ein erklärtes Ziel der Autoren. Auf 150 Seiten präsentieren Droege und Packer außerordentlich schöne wie faszinierende Bilder von Wesen, die wir zu kennen glauben, die aber auf diese Weise präsentiert, wie Wesen aus einem anderen Universum erscheinen.

Bienen Stocker Verlag

Anspruchsvoller Fotoband

Der edle Einband verspricht, was das Buch über die gesamte Länge hält, wunderbare Ansichten zum Teil vertraut, zum Teil fremdartig wirkender­­ Insekten. Sie präsentieren mit unglaublicher Schärfe und Detailreichtum die fesselnden Facettenaugen und Mundwerkzeuge, die chitinös-metallische Farbigkeit und die fellartig wirkenden Behaarungen, die durchscheinenden Hautflügel und die krallenbesetzten Beine.

Wer ein Auge, eine Antenne für die skurrilen Erscheinungen dieser Aliens hat, wird sich der Faszination, die von diesen exzellenten Fotografien ausgeht, nicht entziehen können.

Bienen Stocker Verlag

Jede der 104 Arten wird mit einer Serie mehrerer Makroaufnahmen und einer ausführlichen Beschreibung der Vorkommen und Hauptverhaltensmuster vorgestellt. Dazu gehören teilweise spektakuläre Flugstudien. Der geneigte Betrachter wird unweigerlich die Schönheit dieser Insekten erkennen und gebannt in die einen oder anderen geheimnisvollen Augen blicken.

„BIENEN“ ist ein auf jeder Seite beeindruckendes Werk, das auch den Nichtentomologen anspricht und neugierig machen sollte für das, was sich in seiner unmittelbaren Umgebung so an fremdartigen und exotisch anmutenden Bienen herumtreibt.

Bienen Stocker VerlagGerade auch im Sinne des Spruches, nachdem wir nur schützen und wertschätzen, was wir auch kennen, kann dieser Fotoband dazu beitragen, sich für Bienen zu interessieren und sich für sie einzusetzen, anstatt sie ausschließlich als stechende und lästige Monster zu sehen, die man sich mit der Sprühflasche vom Hals hält.

Die Autoren

Sam Droege ist Wildtierbiologe am Patuxent Wildlife Research Center in Maryland. Seine Veröffentlichungen sind unter anderem auch im National Geographic erschienen. Laurence Packer ist Professor für Biologie an der New York University in Toronto, Kanada.

Info

  • BIENEN, 104 besondere Arten aus aller Welt in faszinierenden Nahaufnahmen
  • Autoren Sam Droege / Laurence Packer, aus dem Englischen übersetzt von Tanja Bruxmeier, Leopold Stocker Verlag
  • 160 Seiten, durchgehend farbig bebildert, Großformat , 27,9 x 21,6 cm, Hardcover
  • ISBN 978-3-7020-1589-3, Preis € 24,90

Gemüse anbauen ohne Garten

Urban Gardening

Dieses Buch stammt vom Autor Yohan Hubert, dem Chef der Vereinigung „Association française de Culture Hors-Sol“, die sich das Grün in den Städten auf die Fahne geschrieben haben.

Urban Gardening Yohan Hubert Ulmer VerlagEine auch gerade in Frankreich starke Bewegung, die sich mit vielen Initiativen um Städte mit mehr Natur bemüht, rückt mehr und mehr in das Bewusstsein der Menschen in den Städten.

Die Erkenntnis, dass so viele Flächen nach Begrünung oder sogar nach Anbaunutzung schreien, findet so zum Beispiel mitten in Paris in den „Jardins du Ruisseau“ oder  in den „Prinzessinnengärten“ in Berlin einen fantastischen Ausdruck.

Nach dem Motto „Platz ist in der kleinsten Hütte“ will der Autor jedem Mut machen, auch ohne große eigene Gartenflächen den Gemüseanbau zu wagen, wenn er dabei die grundsätzlichen Bedürfnisse der Pflanzen beachtet.

Urban Gardening Yohan Hubert Ulmer VerlagInhalt

Der Reihe nach werden die Voraussetzungen für den erfolgreichen Anbau, wie Standort, Licht, Bewässerung, Ernährung, Vermehrung, Substrate und Schutz dargestellt. Auch in der späteren Aufzählung und Vorstellung geeigneter Pflanzen erscheinen diese Kennzeichen in Form von Piktogrammen wieder.

Darüber hinaus behandelt er im ersten Teil verschiedene Anbauorte: städtische Anbauflächen, Dachflächen, Balkone oder sogenannter vertikaler Anbau und Systeme mit Hilfe von Pflanzsäcken, Containern, Töpfen, Stapeltöpfen, Pflanztischen, Balkonkästen, mit und ohne Substraten.

Der zweite Teil befasst sich mit den „geeigneten Pflanzen“. Der Autor gibt hier ein ganze Menge an Empfehlungen, angefangen bei Kräutern über Gemüse bis zu Obst.

Zum Abschluss erfolgt ein Exkurs zum Pflanzenschutz, wohlgemerkt biologisch!

Urban Gardening Yohan Hubert Ulmer VerlagFazit

Yohan Hubert hat hier geballtes Wissen übersichtlich und interessant zusammengestellt. Vom Laien, der sich mit ein paar Kräutertöpfen versuchen will, bis hin zum Profi findet hier jeder neues und umfangreiches Wissen zu diesem Thema.

Alle Beiträge hat der Autor mit reichlich Fotos ausgestattet, die Lust machen, sofort loszulegen.

Insgesamt ist dieses Buch eine kleine Schatzkiste an Wissen, die nicht nur für den Balkon- und Terrassengärtner hochinteressant ist.

Urban Gardening Yohan Hubert Ulmer VerlagInfo

  • Urban Gardening – Gemüse anbauen ohne Garten.
  • Yohan Hubert, Eugen Ulmer Verlag,
  • 2016, 160 Seiten, 170 Farbfotos,
  • 30 farbige Zeichnungen, kartoniert
  • ISBN 978-3-8001-1267-8.
  • Preis (D) € 24,90

Heimische Pflanzen für den Garten

Heimische Arten

Ein ganzes Feuerwerk an Blühern und Laubpflanzen brennt die Autorin Elke Schwarzer ab und zeigt eindrucksvoll wie umfangreich und sinnreich komplett unsere heimische Pflanzenwelt ist. Für jede spezielle Nische, jeden Standort, alle Licht- und Feuchteverhältnisse  ist ein Kraut gewachsen.

Ulmer Verlag Elke Schwarzer Heimische Pflanzen Ulmer Verlag Elke Schwarzer Heimische PflanzenSie alle machen den naturnahen Garten zu einer Oase für den Besitzer aber auch die auf diese heimischen Arten angewiesenen Insekten, Vögel und Säugetiere.

Wer kennt noch die Pimpernuss und Weinrose, den echten Beinwell, die Bergminze und Blaustern, die Hainsimse und Herzgespann oder Kirschpflaume und Felsenkirsche.

Ulmer Verlag Elke Schwarzer Heimische PflanzenDie Autorin bringt sie dem interessierten Leser und Gärtner nahe und überhaupt oder wieder ins Gedächtnis. Dass viele dieser Pflanzen nebenbei auch noch zum Naschen oder zu gesundheitsfördernden Behandlungen dienen können, ist dabei nur nebenbei bemerkt.

Im ersten Teil beantwortet Elke Schwarzer die Frage nach dem Sinn der Verwendung heimischer Pflanzen. Sie beschreibt die Wechselwirkung von Insekten, Pflanzen und Vögeln und nicht zuletzt die positiven Auswirkungen auf den Menschen, den Gartenbesitzer. Gleichzeitig will sie keine Dogmen, sondern Anregungen vermitteln und betont den entspannten Umgang mit dem Thema.

Ulmer Verlag Elke Schwarzer Heimische Pflanzen100 Blumen, Sträucher und Bäume für mehr Artenvielfalt

Der zweite Teil führt die Pflanzengruppen auf, geteilt nach Stauden, Kletterpflanzen, Sträuchern und Bäumen. Stets mit einem aussagekräftigen Foto, einem Steckbrief und immer einem gewichtigen Tipp stellt die Autorin die Pflanzen vor.

Den Abschluss bildet ein umfangreiches Register, einigen Leseempfehlungen und vor allem geeigneten Bezugsquellen für diese heimischen Pflanzen.

Ulmer Verlag Elke Schwarzer Heimische PflanzenFazit

Das Buch ist unkompliziert, anschaulich sehr übersichtlich gehalten und ein wertvoller Ratgeber für den Insekten-, Tier- und Pflanzenfreund, der ja eigentlich in den meisten Gärtnern steckt.

Jeder, der seinen Garten naturnah und heimisch geprägt gestalten will, sollte dieses sehr informative kleine Buch in seine Bibliothek aufnehmen.

Info

  • Elke Schwarzer
  • Heimische Pflanzen für den Garten. 100 Blumen, Sträucher und Bäume für mehr Artenvielfalt.
  • 2016. 128 Seiten, 117 Farbfotos, kartoniert
  • ISBN 978-3-8001-8455-2.
  • Preis: 12,90 Euro, (Österreich € 13,30)