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Noch einmal Herbstfarben

Heute morgen strahlt wieder die Sonne, und noch immer leuchten überall Farben und zeigen uns einen bisher langen und milden Herbst an. Ich wehre mich noch, mit Deko und Stimmung schon jetzt dem Winter Raum zu geben. Noch ist es an den meisten Tagen, überwiegend hell und freundlich.

Die Tristesse des Novembers hat sich zwar schon angemeldet, aber noch überwiegen die Sonnenstrahlen. Und ich hoffe mit Rainer Maria Rilke auf noch „zwei südlichere Tage“, es dürfen auch gerne ein paar mehr sein. Statt des „ernsten schweren verwehrenden Himmels“ sehe ich noch immer halbwegs grüne Alleen, die mir auch nicht den Blick „fast bis zu den fernen Meeren“ öffnen. Und selbst wenn es dann doch langsam grauer wird, neige ich dazu, es nicht zu sehr mit Rilke sondern eher mit Theodor Storm zu halten:

„Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!“

Montagsgedicht

Liriodendron tulipifera

Nach längerer Pause heute mal wieder ein Gedicht zum Wochenauftakt. Wir wünschen allen eine angenehme Woche.

Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Christian Friedrich Hebbel (1813-1863)