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Das Moor und die Seefahrt

Mangelerkrankung Skorbut

Schon 2000 Jahre vor Christus wurde eine der bedrohlichsten Krankheiten für Seefahrer beschrieben: Der Skorbut. Heute wissen wir, dass es anhaltender Vitaminmangel ist, der die Krankheit auslöst.
Die einseitige Ernährung mit Schiffszwieback und Pökelfleisch war es auch, die 100 von Vasco da Gamas Seeleuten das Leben kostete. Auch im 2. Weltkrieg war Skorbut noch eine sehr gefährliche Mangelerkrankung in Gefangenenlagern.

Gegenmittel Vitamine

Mitte des 18. Jahrhunderts wusste man zwar noch nicht, dass Vitamin C-Mangel der Auslöser dieser Krankheit war, aber man stellte die heilende Wirkung des Genusses von Zitrusfrüchten fest. Auch andere Gemüse, wie die Zwiebel verschafften Linderung. Die Blätter von Scharbockskraut, Gilbweiderich und  Brennnessel wurden ebenfalls als Heilkräuter gegen den Skorbut genutzt.

Die Krähenbeere

Eine wahre Vitaminbombe jedoch wächst an trockenen Stellen unserer Hochmoore und Heideflächen. Die Früchte der Schwarzen Krähenbeere enthalten etwa doppelt soviel Vitamin wie die der etwa gleich großen Blaubeeere. Auch bei Durchfallerkrankungen wirkt sich ihr Verzehr positiv aus. Dass ein Verzehr von Schwarzen Krähenbeeren nebenher eine leicht berauschende Wirkung hat, mag den Seeleuten ebenfalls entgegengekommen sein. Verschwiegen werden soll an dieser Stelle nicht, dass Nebenwirkung des Verzehrs von Rauschbeeren /Krähenbeeren bekannt sind.

Empetrum nigrum,Empetrum nigrum, Schwarze Krähenbeere, Moor- und Heidepflanzen

Kulinarisch begehrt

Nordländer wissen die Frucht schon lange zu schätzen. Ein Brei aus Dorschleber und Krähenbeeren gilt für die Eskimos als Delikatesse. Die Beeren mit Seehundspeck oder mit saurer Milch vermengt mag für unseren Geschmack ebenfalls etwas absonderlich erscheinen. Eher vorstellbar ist vielleicht ein Wein aus Krähenbeeren, wie man ihn in Norwegen herzustellen weiß.

Besen und Bürsten

Wem dies alles nicht wirklich munden will, der kann aus den Zweigen der Krähenbeere immer noch Besen und Bürsten herstellen oder sich einfach nur an ihren sattgrünen Matten in der Natur erfreuen. Eine naturnahe Heidelandschaft aus Besen- und Glockenheide, Krähenbeere und Pfeifengras im eigenen Garten anzulegen, erfordert dagegen schon ein gewisses gärtnerisches Geschick.

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