Allium moly, Goldlauch

Der Tipp des Hermes

Allium moly, Goldlauch

Ob es wirklich der Goldlauch war, der Odysseus vor dem Schicksal bewahrte, in ein Schwein verwandelt zu werden, ist zumindest umstritten.  Der Sage nach soll Hermes dem Odysseus geraten haben, ein Kraut namens Moly unter das Essen zu mischen, dass ihm die Zauberin Kirke vorsetzen werde. Odysseus folgte dem Rat des Gottes und war dadurch vor dem Zauber der Kirke geschützt. Seine Gefährten waren zuvor argloser gewesen und genossen das Festmahl, das ihnen die Kirke bereitet hatte. So hatte die Zauberin leichtes Spiel und verwandelte sie in grunzende Schweine. Anderen Besuchern der Kirke war es ähnlich ergangen. Sie endeten als wilde Tiere.

Italienische Botaniker der Renaissance hielten Allium moly für das besagte Zauberkraut. Diese These wird jedoch mittlerweile stark bezweifelt. Sicher scheint aber zu sein, dass es eine der vielen essbaren Laucharten war, dem Homer diese Zauberkraft zuschrieb. Da Zwiebeln und Laucharten zu den ältesten von Menschen angebauten Gemüsearten zählen, wurden ihnen seit jeher vielerlei Heilkräfte zugeschrieben. Zweifelsohne sind Zwiebeln, Schnittlauch, Knoblauch und Co. sehr gesunde Gemüse- und Gewürzpflanzen. Ihr Genuss war unter den Reichen und Mächtigen im Laufe der Geschichte jedoch auch immer mal wieder verpönt. Die unangenehmen Gerüche, die ihr übermäßiger Genuss in Atem und Schweiß hinterlässt, machten sie zu einem „Arme Leute Essen“.  Gerade diese Gerüche aber waren es, die den Lauchgewächsen ihren mythischen Ruf einbrachten.

Für Odysseus jedenfalls scheint sich der Tipp des Hermes ausgezahlt zu haben. Nicht auszudenken, wenn seine Geschichte abrupt im Schweinestall der Kirke ihr jähes Ende gefunden hätte.

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