Cichorium intybus - Gemeine Wegwarte

Edles Gemüse vom Straßenwärter

Bereits Zwölf Uhr Mittags ist für diesen Straßenwärter Schicht im Schacht. Dann nämlich schließt er seine Blüten, die er am frühen Morgen erst geöffnet hatte.  Rangmäßig  ist er nur ein kleiner  Beamter: Nur zur Gemeinen  Wegwarte hat er es gebracht.

Seinem Geheimnis auf die Spur gekommen ist man erst nach einem milden Winter 1845 in Belgien. Bis dahin nutzte man die  als Rübe ausgebildete Wurzel nur als Viehfutter. Doch der kleine Mann hatte mehr zu bieten. Treibt man nämlich seine Wurzel in einem dunklen Raum unter Feuchtigkeit an, so erhält man aus einer Varietät der Gemeinen Wegwarte  (Cichorium intybus var. foliosum)  feinsten Chikoree. Der ist nicht nur wohlschmeckend, sondern auch gesund.

Die günstigen Wirkungen  von Cichorium intybus auf Kreislauf und Verdauung waren bereits im 17. Jahrhundert bekannt, dennoch begann die steile Karriere der Gemeinen Wegwarte zum Salatchicoree  erst mit der belgischen Entdeckung.  Angesichts ihrer schönen Blüte ist ein weiterer Karriereschritt  zur Rabattenstaude denkbar. Bislang sind mir außer der Wildart jedenfalls noch keine Zuchtsorten bekannt. So werde ich bis Ende August weiter meine Augen aufhalten und an den Straßenrändern nach der blauen Blüte Ausschau halten.

7 Gedanken zu „Edles Gemüse vom Straßenwärter“

  1. Die Wegwarte

    So strahlend blau die treuen Augen,
    die liebend Seele kann nicht glauben;
    ihr Liebster wie der Wind verweht,
    liebend sie am Wegrand steht.

    Er wollte kommen sie zu holen,
    jedoch hat er auf leisen Sohlen;
    sich fortgeschlichen und verschwand,
    gerissen ist das Liebesband.

    Zarte Liebe die wird bleiben,
    und seinen Namen wird sie schreiben;
    in den Wind und auf die Sterne,
    weil sie hat ihn doch so gerne.

    © Monika-Maria Ehliah Windtner
    2o1o/2o12

    HERZ-ens-Grüße von mir zu dir
    und viel Segen … !
    M.M.

  2. Danke für den Beitrag. Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, die Blume in meinem Garten einzupflanzen. Jetzt wird der „kleine Beamte“ definitiv bei mir amtlich… heu heimlich… am Tisch… oder so… 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.