Fundstück der Woche – Erdmieten

Zur Überwinterung  von zweijährige Samenmutterpflnzen heißt es in

 „Der Gemüsesamenbau“ von R. Trenkle 1919 ,Verlag Eugen Ulmer:

“ a) Erdmieten kommen  vornehmlich für die Überwinterung der verschiedenen Wurzlgemüse wie Karotten und Möhren, Herbst- und Mairüben, rote Rüben Herbst- und Winterrettiche und Kohlrüben in Betracht. Sellerie wird dagegen besser in Erdgruben überwintert. Für die Anlage der Erdmieten gilt das gleiche wie für Kartoffelmieten.  Man suche für die Anlage der Mieten möglichst trockene Stellen aus, Grundstücke mit hohem Grundwasserstand sind hierfür ungeeignet. Im allgemeinen sind Flachmieten, welche zu ebener Erde angelegt und mit einem Graben umgeben werden, vorzuziehen, doch wird man in kalten Gegenden und Frostlagen, zweckmäßiger Tiefmieten anlegen, wobei man 30-40  Zentimeter tief in den Boden geht (Abb. 3) die Mieten sollten aber keinesfalls eine größere Breite als  1,50 bis 1,80 Meter erhalten.

b) Die Überwinterung in Erdgruben, Erdhütten und Mistbeetkästen kann bei allen zweijährigen Gemüsesorten angewendet werden und ist einer Überwinterung in dumpfen, feuchten Kellerräumen vorzuziehen. Vor allem empfiehlt sich diese Überwinterungsart für Sellerie, Petersilie und alle Kohlarten. Für Erdgruben hebt man an trockener Stelle im Garten in beliebiger Länge 1,40 bis 1,50 Meter breite, und je nach der Bodenbeschaffenheit und der zu überwinternden Gemüseart, 20 bis 40 zentimeter tiefe Gruben aus ( Abb. 4). Sofern es sich nicht ohnehin um Sandboden handelt, bringt man auf den Boden eine Schicht trockenen Sand und schlägt  die Samenmutterpflanzen mit den Wurzeln darin ein. Wurzelgemüse werden bis an den Kopf in den Sand gebracht. Die Kohlarten ( Weißkraut, Rotkraut und Wirsing) werden ebenfalls reihenweise dicht nebeneinander in die Erdgruben eingestellt und die Wurzeln mit Sand oder Erde bedeckt. auch können sie mit den Wurzeln nach oben auf den Kopf eingestellt werden. Oben wird die Grube möglichst mit Brettern abgedeckt und zwar so, daß etwas Gefälle nach einer Seite vorhanden ist. In Ermangelung von Brettern legt man einfach Stangen über die Grube und deckt diese mit Tannenreisig und etwas Stroh oder Schilf ab. Bei Eintritt stärkerer Fröste wird noch eine dickere Schicht Stroh, Schilf, Laub oder strohiger Dünger aufgebracht. Damit genügend Luftzug vorhanden ist, läßt man die Stirnseiten der Gruben frei und schließt dies nur bei strenger Kälte, muß diese aber bei Tauwetter sofort wieder öffnen. In der gleichen Weise erfolgt die Überwinterung der Samenträger in leeren, tief ausgehobenen Mistbeetkästen oder aber in mit Brettern oder Beton tiefer in die Erde eingebauten Erdhütten. „

Da die  Einlagerung etwa Mitte bis Ende Oktober zu erfolgen hat, ist also noch etwas Zeit, solche Erdmieten anzulegen …

Gartennetzwerk und Franks Pflanzenlexikon wünschen vorab viel Vergnügen beim Buddeln, bzw. ein entspanntes Wochenende!

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