Mesembryanthemumcrystallinum, Eiskraut

Killer mit vielen Decknamen

Eiskraut

Als Wolf im Schafspelz treibt  eine Pflanze namens Mesembryanthemum crystallinum ihr Unwesen. Besonders im Mittelmeerraum  hat sie sich schon invasiv unter den Decknamen Eiskraut, Kristallkraut, Mittagsblume und Sodapflanze ausgebreitet.

Ihr Erfolg beruht auf ihrem interessanten Aussehen und der Fähigkeit, Salz und Wasser in den kristallartigen Blasenzellen  ihrer Blätter und Stängel zu speichern. Da zudem ihre Blätter essbar sind, hat der Mensch selbst für ihre Verbreitung gesorgt indem er sie z.B. auf die Kanarischen Inseln geholt und zur Gewinnung von Soda genutzt hat. Auch dass die Blätter mit ihren Inhaltsstoffen als Feuchtigkeitscreme geeignet sind, hat ihre Verbreitung begünstigt. Ursprünglich stammt sie nämlich aus Südafrika.

Nun aber Zu Ihrem „Sündenregister“: Mesembryanthemum crystallinum entzieht der Umgebung viel Wasser und reichert den Boden mit Salz und Nitrat an.  Das Salz nimmt sie aus der Luft auf und gibt es an den Boden ab. Dadurch verdrängt sie die die ursprüngliche Vegetation und kann sich ungehindert ausbreiten. Besonders Gräser haben unter Ihr zu leiden.  Da sie sich den  Menschen offenbar zum Komplizen gemacht hat, ist es ihr gelungen, bis nach Japan, Kalifornien und Südaustralien vorzudringen.

Allerdings hat sie dann doch noch eine sehr positive Eigenschaft. Als Anschauungsobjekt unter Schülermikroskopen kann sie den Biologieunterricht bestimmt spannend und interessant machen:  am Anfang der Stunde zum eincremen der Hände verteilen und am Ende aufessen lassen. Das sollte doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Engagierte Lehrer sind also aufgerufen, sich entsprechende Samen zu beschaffen. Nur mit dem Auspflanzen ins Freiland sollten sie vorsichtig sein, nicht dass aus den Schulhöfen Salzwüsten werden.

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