Allium spaerocephalon, Zierlauch

Lauch und Zwiebeln

Allium altaicum

Lauchgewächse im Botanischen Garten

Eine imponierende Sammlung an Lauchgewächsen findet sich im botanischen Garten Osnabrück. Die Forschungsarbeiten zu den verwandtschaftlichen Beziehungen und Herkünften durch Dr. Nikolai Friesen haben diese Sammlung entstehen und wachsen lassen. Die weitaus meisten Laucharten stammen aus dem asiatischen Raum. Verbreitet sind die etwa 800 Allium-Arten jedoch über die gesamte Nordhalbkugel. Eine Ausnahme macht  lediglich Allium dregeanum, der auch in Südafrika zu finden ist.

Lauch

Von den Speisezwiebeln, über Bärlauch, Knoblauch und Schnittlauch bis hin zum imposanten Zierlauch zeigt hier die ganze Vielfalt der artenreichen Gattung. Der Anbau von Zwiebeln hat eine lange Geschichte. Das vitaminreiche, würzige Gemüse war eine der ersten Pflanzen, die unsere Altvorderen anbauten und somit den Weg vom Jäger und Sammler zum sesshaften Bauern ebnete.

Allium moly, GoldlauchAuch als Zierpflanze ist der Lauch nicht zu unterschätzen. Über den niedrigen bleibenden Goldlauch haben wir erst kürzlich berichtet. Viele weitere mittelhohe Arten eignen sich ebenfalls für den Hausgarten.

alliumAllium stipitatum, der Riesenlauch dagegen überragt mit seiner Höhe von 1,40 m die meisten Stauden im Beet. Ähnlich stattlich sind auch die Blütenstände des Paukenschlägerlauchs (Allium rosenbachianum). Diese sind in unserem Pflanzenlexikon bereits beschrieben worden.

Aus dem Kräutergarten nicht wegzudenken ist der Schnittlauch, der von milden bis zu sehr würzigen Sorten nicht nur der Kräuterbutter Geschmack verleiht.  Seltener und schwieriger zu kultivieren ist der Bärlauch.

Foto: Michael Bünker, Allium ursinum, Bärlauch
Foto: Michael Bünker, Allium ursinum Bärlauch

Wen wundert’s, dass  viele Lauchgewächse angesichts der langen Kulturgeschichte auch eine mystische Bedeutung erlangten. Zum Schutz vor bösen Geistern  diente nicht nur der Knoblauch, wie wir aus unzähligen Vampirfilmen wissen. In Pestzeiten trug man Amulette aus Zwiebeln um sich vor dem schwarzen Tod zu schützen.

Allegorisch verwendet hat Günther Grass die Zwiebel in seinem Buchtitel „Beim Häuten der Zwiebel„. Die Vielschichtigkeit ihres Speicherorgans, dass einem beim Häuten die Tränen in die Augen treibt, hat wohl jeder schon am eigenen Leib erfahren. Doch was wären Bratkartoffeln ohne  Zwiebeln oder Suppen ohne Porree,  auch wenn sie  die Winde im Darmtrakt in Bewegung setzen?

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