Mit Wildbienen Obstbäume bestäuben

Wildbienenschutz, Mauerbiene, Obstbau, Gartennetzwerk.com
Foto: © FiBL, Andreas Häseli

Bei vielen privaten Gärtnern nimmt das Verständnis für die biologische Vielfalt und die Zusammenhänge ständig zu und die Bereitschaft, den für die Biodiversität notwendigen Insektenbeständen die Lebens- und Nistmöglichkeiten zu schaffen, wächst. In den Gärten wird zunehmend für eine sinnvolle Blütenfülle gesorgt und die Aufstellung von Insektenhotels ist lange keine Einzelerscheinung von grünen Spinnern mehr.

Parallel entwickelt sich seit einiger Zeit auch ein Einsehen in die Bedeutung von Wildinsekten für Obst- und Gemüseanbau. Der Einsatz von Honigbienen für die Bestäubung nimmt leider in erschreckendem Maße ab. Die Gründe hierfür sind zum Teil bekannt.

Doch gerade Wildbienen, wie beispielsweise Hummeln und Mauerbienen sind durchaus geeignet, die Bestäubung sicherzustellen. Mauerbienen sind – nach der „Deutschen Bundesstiftung Umwelt 2006“ höchst wirkungsvolle Obstbaumbestäuber.

In Rostock wurde von verschiedenen Instituten und Obstbauern bereits großflächig nachgewiesen, „dass die Rote Mauerbiene (Osmia bicornis) nicht nur leicht zu halten, zu vermehren ist und außerdem extrem anpassungsfähig ist, sondern auch ein höchst wirkungsvoller Obstbaumbestäuber ist mit wesentlich größerer Leistung als die Honigbiene.“ (Projekt Wildbienenschutz, www.wildbienenschutz.de)

Andreas Häseli vom Forschungsinstitut für Biologischen Landbau der Schweiz schreibt: „Das größte Potential die Biene bei ihrer wichtigen Arbeit zu unterstützen, haben neben Hummeln die im Boden nistenden Sandbienen und vor allem die oberirdisch nistenden Mauerbienen. Mauerbienenarten sind sehr effektive Bestäuber auf Obstbäumen, da sie sehr ortstreu sind und schon bei Temperaturen ab 3 °C im Umkreis von 50 bis 300 Meter um ihr Nest sammeln, ohne sich von Massentrachten wie Löwenzahn abzulenken. Durch die Lagerung im Kühlraum können Mauerbienen gezielt zu Beginn der Obstblüte in gewünschter Anzahl freigelassen werden. Natürliche Populationen lassen sich in Niederstammanlagen aufbauen durch das Anbringen von Nisthilfen und das Ansiedeln frühblühender Pflanzenarten. Mit optimal abgestimmten Förderungsmassnahmen lassen sich schnell Populationsgrößen aufbauen, die als Ergänzung zu Honigbienen einen entscheidenden Beitrag zur Ertragssicherung leisten. (http://www.bioaktuell.ch)

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erhältlich: http://www.naturschutzcenter.de/

„Es hat sich gezeigt, dass die Mauerbienen sehr effektiv arbeiten. Es gibt mehrere Gründe dafür, dass ihre Bestäubungsleistung bei Apfelblüten etwa 80fach besser ist als die der Honigbiene: Sie bevorzugen die Apfelblüten gegenüber anderen Blüten, fliegen und arbeiten in der Blüte schneller und verlassen die Plantagen nicht. Zudem berühren sie die Staub-beutel und Stempel beständig und transportieren mehr Pollen, was insgesamt zu einer größeren und höherwertigeren Ernte führt. Dabei reichen cirka  600 Exemplare der weiblichen Mauerbiene pro Hektar Obstplantage aus (gegenüber zwei Bienenvölkern für die gleiche Größe).“
(aus www.wildbienenschutz.de, Schweizerische Bienen-Zeitung, 123 (2000), Heft 10, S. 593-595

Flyer zum Thema „Mauerbienen“

Anleitung zum Bau von Nisthilfen von wildbee.ch Dort wird auf die richtige und sinnvolle Anwendung geeigneter Materialien hingewiesen, die eine vielfältige Besiedlung ermöglichen.

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