Problemfall invasive Wasserpflanzen

Neophyten in heimischen Gewässern

Die zunehmende Besiedlung der heimischen Gewässer mit invasiven Pflanzengesellschaften wird zu einem stetig wachsenden Problem. Dass dabei das Landschaftsbild stark verändert wird, ist nicht das eigentliche Problem. Vielmehr werden heimische Pflanzen- und sogar Tierarten verdrängt und verschwinden so dauerhaft. In einigen Fällen folgen sogar wirtschaftliche und gesundheitliche Probleme.

Die häufigsten und problematischen Arten, die nicht nach frostharten Wintern von alleine wieder verschwinden, sondern sich im Gegenteil hier äußerst wohl fühlen sind beispielsweise:

    • Tausendblatt Myriophyllum aquaticum, die ursprünglich in Südamerika heimisch ist,
    • Nordamerikanische Wasserpestarten Egeria canadensis und Egeria nuttallii,
    • Nadelkraut Nassula helmsii, in Australien heimisch,
    • Heusenkräuter, Ludwigia grandiflora, Ludwigia peploides etc. aus Mittel- und Südamerika stammend,
    • Großer Wassernabel, Hydrocotyle ranunculoides aus Nordamerika
    • Großer Algenfarn, Azolla filiculoides, aus Nordamerika
    • Dickstielige Wasserhyanzinthe, Eichhornia crassipes, ursprünglich aus Südamerika
    • Wechselblatt-Wasserpest, Lagarosiphon major, aus Afrika

Das Julius-Kühn-Institut in Verbindung mit dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen hat dazu ein informatives Faltblatt herausgegeben und weist darin auf einige Verhaltensregeln hin.

  • Keine invasiven Wasserpflanzen neu anpflanzen. Verwenden Sie stattdessen heimische Pflanzenarten, die Lebensraum für eine Vielzahl von Lebewesen bieten.
  • Vorhandene invasive Wasserpflanzen aus Gartenteichen am besten komplett entfernen. Vorsicht: Wurzelrückstände und Samen können auch nach Jahren wieder austreiben.
  • Deponieren oder kompostieren Sie keine invasiven Wasserpflanzen. Dieses Pflanzenmaterial gehört in die Kehrichtabfuhr und nicht in den Grüncontainer.
  • Achten Sie vor allem darauf, dass kein Pflanzenmaterial aus dem Garten oder dem Aquarium in die freie Natur gelangt. Die Freisetzung ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten.

 

Ein Gedanke zu „Problemfall invasive Wasserpflanzen“

  1. Das gleiche gilt auch für Fische und Schildkröten. Wird das Aquarium lästig, der Besatz zu groß, wird der Inhalt einfach ins nächste Gewässer gekippt. Man will die Tierchen ja nicht gleich umbringen, sondern das dem europäischen Winter überlassen. So kommt nebenbei auch die Wasserpest in den See und beim Kraftwerksauslauf tummeln sich die Sonnenbarsche.

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