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Dorfteiche und andere Gewässer

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Mit diesem Bilderbogen rund ums Wasser wünschen ihnen Gartennetzwerk und Franks Pflanzlexikon einen schönen und erholsamen Sonntag.  Mit dieser Zusammenstellung von Fotos aus früheren Beiträgen  bedanken wir uns besonders bei unseren vielen neuen Lesern für ihr Interesse. Bleiben sie uns gewogen.

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Fundstück der Woche – Chinarinde

Sozusagen auf den letzten Drücker hier mein Fundstück der Woche. Reinhardt’s „Kulturgeschichte der Nutzpflanzen“ erwies sich einmal mehr als Fundgrube. Dort fand ich die Aufnahme einer Plantage des Chinabaums Cinchona und die dazugehörige Geschichte der Pflanze. Mit den Grafiken aus dem „Handatlas sämmtlicher medicinisch-pharmaceutischer Gewächse“ von 1876 bildet dieses Fundstück die Grundlage des heutigen Artikels.

Cinchona officinalis, der gelbe Chinarindenbaum

stammt nicht wie man vermuten könnte aus China, sondern aus den Südamerikanischen Anden. Bei den Inkas hieß die Rinde Quina (gesprochen: Kina) was soviel bedeutet wie gute Rinde. Den Baum nannten sie Quinaquina. Den spanischen Erobereren gaben sie das Geheimnis des Baumes zunächst nicht Preis. Erst 1630 gelang es einem Jesuiten sich das Vertrauen der Indios zu erschleichen und Kenntnis von der Wirkung dieser Baumrinde zu erhalten. Als die Ehefrau des Peruanischen Vizekönigs, Anna de Cinchon, 1638 an einem hartnäckigen Wechselfieber erkrankte, soll sie mittels der Chinarinde von einem Jesuitenpater geheilt worden sein. Zu Ehren der Anna de Cinchon benannte Carl von Linné die Art 1742 mit Cinchon. Wegen Ihrer Bedeutung wurde der diese wichtige Heilpflanze sogar in das Wappen Perus aufgenommen.

Der Wirkstoff des Baumes, das Chinin ist das wohl bekannteste Heilmittel gegen die Malaria. Es wirkt krampflösend, fiebersenkend und schmerzstilend. Nachdem es 1820 von Pierre Joseph Pelletier und Joseph Bienaimé Caventou durch Extraktion mit Alkohol aus der Chinarinde isoliert werden konnte, bauten die Kolonialmächte den Chinabaum flächig in ihren Kolonien an.  So machten es dann auch die Deutschen in ihrer kurzen Kolonialzeit in Ostafrika. Das Chinin war ein so bedeutender Wirkstoff, dass solche Plantagen sogar zum Ziel militärischer Angriffe wurden. Die Japaner zerstörten zum Beispiel auf Java 20000 Hektar an Chinarindenplantagen.

Cinchona officinalis
Cinchona officinalis

Das „Gräfinnenpulver“ gelangte  durch die Jesuiten, die damit einen einträglichen Handel betrieben, bereits 1640 nach Spanien. Sie waren so geschäftstüchtig, dass das Heilmittel in Spanien als „polvo de los jesuitos“  – Jesuitenpulver bezeichnet wurde. Dabei ist es durchaus möglich, dass die Geschichte um die Heilung der Gräfin Anna de Cinchon eine glatte Fälschung aus Marketinggründen ist. In ihren später gefundenen Tagebuchaufzeichnungen finden sich nämlich merkwürdigerweise keine Hinweise auf eine schwere Fiebererkrankung.

Cinchona succirubra
Cinchona succirubra auf Java

Jedenfalls schaffte es Spanien mit seiner 1503 in Sevilla gegründeten „casa de contractio de Indias“ auch den weltweiten Handel mit Chinarinde zu monopolisieren.  Es ließen sich über Jahrhunderte einträgliche Geschäfte mit dem Pulver machen. Wegen des hohen Preises kamen jedoch nur die Reichen und Herrschenden in den Genuss des Mittels. 1699 kostete ein Quentchen (= 1,66 g) in Leipzig 50 Kreuzer, was dem zwölffachen Preis des Opiums entsprach.

Eine „goldene Nase“ verdiente sich mit dem Pulver auch der englische Arzt Robert Talbot als er 1679 Ludwig XIV. für 2000 Louisdor und eine Leibrente mit seinem Mittel „Arcanum“ von der Malaria heilte. So verwundert es kaum dass man schon früh Anbauversuche mit anderen Arten von Cinchona unternahm. Nicht alle Arten enthalten jedoch ausreichende Mengen des Wirkstoffes. Im großen Geschäft mit der Pflanze auf der Strecke blieben, wie so oft,  ihre eigentlichen Entdecker:  die Indios Südamerikas.

Violen – stiefmütterlich behandelt

Ich gebe gerne zu, dass mir selbst das Stiefmütterchen als Landschaftsgärtner nie so besonders am Herzen lag. Als ich aber heute diese zierlichen Sorten sah, kam ich dann doch ins Grübeln. In den grauer werdenden Tagen können uns die Stiefmütterchen mit ihren leuchtenden Farben vielleicht ja doch unterbewusst aufmuntern. Ihr Name allein ist ja schon fast eine Diffamierung. Was gleichermaßen für die Stiefmütter gilt. Theodor Storm hat das wilde Stiefmütterchen „Viola tricolor“ sogar zum Titel einer Novelle gemacht, in der es um die Schwierigkeiten im Verhältnis von Stiefmutter und Stieftochter geht.  Seine eigenen Erfahrungen sind dort sicher mit eingeflossen.

Ähnlich wie in der Geschichte sehe ich das Stiefmütterchen heute auch mit anderen Augen. wobei ich zugeben muss, das mir die wilden und die  bescheidenen kleinblumigen, Hornveilchen genannten, fast besser gefallen, als die etwas aufdringlicheren großblumigen. Aber das ist reine Sache des Geschmacks, und über den ist bekanntlich nicht zu streiten.  Nur schade, dass sie nach ihrer Blüte schon sehr bald ihr Leben wieder aushauchen bzw. unansehnlich werden.

Neu auf dem Speiseplan

Für die Insektenwelt ändert sich gerade der Speiseplan. Mit dem Verblühen  etwa der Disteln steht schon der Rainfarn bereit um für ein neues Nahrungsangebot zu sorgen. Auch im Garten sollte eine abwechslungsreiche Blütenfolge eingeplant werden. Allzu gern läßt man sich bei der Umgestaltung von Beeten von den aktuell blühenden Stauden verführen.

Umbau nimmt Gestalt an


Meine Lexikonseiten nehmen langsam, aber sicher ihre endgültige Gestalt an. Neu ist das Staudenlexikon und das Koniferenlexikon. Franks Pflanzenlexikon übernimmt die Laubgehölze.  Im Heilpflanzenlexikon geht es weiterhin um Heilpflanzen, Wildkräuter, Nutzpflanzen, exotisches und Botanik. Bis alle Artikel überarbeitet und einsortiert sind bleiben die Pflanzenbeschreibungen in Franks Pflanzenlexikon bestehen.

Auf beiden neuen Lexikonseiten sind die ersten Arten beschrieben. Weitere werden folgen.  Jede neu beschriebene Art kann dann auch über deutsche Namen gefunden werden. Koreatanne  ist  z.B. unter Tanne, -Korea zu finden. Auch die Sorten und Unterarten sind dort jetzt ausführlicher beschrieben.

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Ich wünsche allen Lesern viel Spaß mit den neuen Seiten und ein erholsames Wochenende.

Dies und das

Fast zur Verzweiflung gebracht haben mich in diesen Tagen die Habichtskräuter. Dieses heimische Wildkraut kommt bei uns in so vielen schwer unterscheidbaren Arten vor, dass ich die Bestimmung einer mitgebrachten Pflanze erst einmal hinten angestellt habe.  Immerhin konnte ich bei der Recherche ein Aha- Erlebnis für mich verbuchen: seinen Namen hat das Habichtsraut von seinen am Ende gespaltenen Zungenblüten, die damit an die Flügelspitzen eines Habichts erinnern.

Die Bearbeitung des Pflanzenlexikons hat in den letzten Tagen soviel Zeit in Anspruch genommen, dass es zu neuen Pflanzenbeschreibungen immer noch nicht gereicht hat.  Immerhin ist jetzt der grobe Rahmen abgesteckt. Meine Datenbank beeinhaltet jetzt über 9000 Arten und Sorten und ich kann beginnen die Sortenlisten  bei den vorhandenen Artikeln zu ergänzen. Bereits überarbeitete Artikel stehen nun oben auf der Startseite.

Seltsame Blüten haben die deutschen Pflanzennamen hervorgebracht. Um  die angedachte  Suche nach deutschen Namen überhaupt irgendwie zu ermöglichen, wurde z.B. aus einem Rotlaubigen Spitzahorn ein  „Ahorn, Spitz-, Rotlaubiger. So lassen sich später unter Ahorn zumindest die meisten Ahornarten finden. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Eine willkommene Abwechslung war dafür ein im Netz gefundener Beitrag über die Möglichkeit der Herstellung von Seife aus Kastanien. Diese enthalten waschaktive Substanzen (Saponine) wie sie auch in den Wurzeln von Seifenkraut und Rotem Leimkraut vorkommen.  Bis zum Wochenende werden meine Söhne wohl einen guten Vorrat an Kastanien gesammelt haben, damit ich über dieses Experiment hier berichten kann.