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Pflanzliche Antibiotika selbst gemacht

 

Heilen und vorbeugen mit Gewürzen und Kräutern

Hätten Sie gewusst, dass Kurkuma, Sternanis und Gewürznelken gegen Hepatitis schützen? Oder ist Ihnen bekannt, wie Sie mit dem Einsatz von Kapuzinerkresse, Wacholderbeeren und Petersilie gegen Harnwegsinfekte vorgehen könnten?

Mit diesem Buch hat die Autorin und Inhaberin einer Naturheilpraxis einen umfangreichen Ratgeber geschrieben und liebevoll gestaltet. Claudia Ritter ist Heilpraktikerin und ganzheitliche Ernährungsberaterin mit einem profunden Wissen über traditionelle Heilkräuter, dass sie um die vielen Erfahrungen anderer Kulturen erweitert hat.

Antibiotika selbst gemacht Ritter Ulmer

Inhalt

Auf knapp 50 Seiten gibt die Autorin umfangreiche Anleitungen sowohl für Vorbeugung als auch Behandlung von Bronchitis bis Zahnschmerzen. Außerdem zeigt sie, dass solcherlei durchaus mit kulinarischen Genüssen einhergehen kann.

Antibiotika selbst gemacht Ritter Ulmer

Diesem Hauptteil geht eine ausführliche Einführung in diesen Themenbereich von Antibiotika und deren Inhaltsstoffen, so wie wichtigen Vorbedingungen voraus.

Antibiotika selbst gemacht Ritter Ulmer

Es folgt ein kurzer Exkurs zur Vorbeugung sogar gegen die so sehr gefürchteten multiresistenten Keime. Es ist schon erstaunlich, wozu die vielen Gewürze und Kräuter äußerst nützliche und wirksame Helfer sind, wenn man sie gezielt einsetzt.

40 Seiten widmet die Autorin anschließend den Beschreibungen und wichtigen Details der Kräuter und Gewürze. Im Serviceteil findet der Leser Literaturhinweisen und Register.

Fazit

Das gesamte Buch ist reich und treffend bebildert. Die äußerst präzise geschriebenen Abschnitte erklären gängige Infektionen und ihre sinnvolle Behandlung. Und das Buch ist erfrischend frei von esoterisch weltanschaulichen Weisheiten.

Es werden einfach kenntnisreich die Wechselwirkungen von Inhaltsstoffen der Kräuter und Gewürze mit dem Körper erklärt. Die Rezepte und Behandlungshinweise sind klar und nachvollziehbar beschrieben.

Infos

 

Feders kleine Kräuterkunde

Immer auf Tour

Spätestens nach seinen vielen TV-Auftritten avancierte Jürgen Feder zum Enfant Terible der deutschen Botanikerszene. Dabei ist er eigentlich mehr der Indiana Jones der Straßenränder und Industriebrachen.

Er wies spektakulär auf die Wanderrouten exotischer Pflanzen hin, die sich nicht zufällig entlang der modernen Verkehrsrouten befinden. Feder entdeckte seltene Arten an Plätzen, die auf uns so profan und unnatürlich wirken, dass wir sie zu ihrem Vorteil oft jahrzehntelang völlig unberührt gelassen haben.

Nun hat dieser beinahe hyperaktiv anmutende Botanik-Gelehrte eine neue Reise in die Welt der verborgenen und alltäglichen Wegbegleiter und Brachenbewohner angetreten. Der neue Akzent liegt auf der Verzehrbarkeit, ja wertvollen Nahrung, die viele Pflanzen bieten.

Essbare Kräuter

Zwar hatte Jürgen Feder schon lange darauf hingewiesen, welche Pflanzen essbar sind oder eben nicht. Aber in diesem handlichen Führer durch die Dschungel, die sich in den ersten 50 Zentimetern über dem Erdboden auftun, ist der Fokus auf den Nahrungs- oder sogar Heilwert der Pflanzen gerichtet.

Ca. 140 Arten vom „Acker-Hellerkraut“ bis zum „Zurückgebogenen-Amarant“ umfasst dieses kleine große Kompendium. Doch der Autor wäre nicht Jürgen Feder, wenn sich dieses Taschenbuch nicht wie eine Folge abenteuerlicher Berichte über viele Safaris am Bahndämmen oder am Rande einer Deponie, an Fluss- und Kanalufern längs und quer durch Deutschland lesen würde.

Bei aller Unterhaltsamkeit, bei all dem informativen Fachwissen kann man in diesem Buch auch immer wieder entdecken, mit welchem Engagement und welcher Liebe sich Feder stets für die kleinen Biotope zu unseren Füßen, an Orten, an denen wir gerade die nicht erwarten, begeistert und stark macht.

Straßenrand Kleine Kräuterkunde Jürgen Feder

Inhalt

Jeder seiner „Entdeckungen“ widmet der Autor neben einem Foto eine ausführliche Beschreibung und Hinweise auf Verwendung und Nutzen. Seine Begeisterung für die mehr oder weniger verborgene Vielfalt zu unseren Füßen und Reifen zeigt sich diesmal besonders in deren unmittelbarem Nutzen als Nahrung.

So fällt auch der Anhang umfangreich aus. Neben ein paar Lieblingsrezepten des Autors, gibt es ein Pflanzenregister und je ein Sachregister für Gesundheit und Küche.

Einen  wertvollen Begleiter gibt uns Jürgen Feder mit diesem Taschenbuch an die Hand.  Es macht einfach Spaß zu lesen und zu stöbern, und sich damit bei seinen eigenen Safaris  begleiten zu lassen.

Wenn Sie also in Zukunft auf irgendeinem Autobahnrastplatz einen quirligen schlanken Mann am Boden hocken sehen und beobachten, wie er sich diverse Kräuter einverleibt, dann werfen Sie ihm nicht mitleidsvoll ein Geldstück zu, sondern bitten ihn um ein Autogramm.

Info

Erstes Buch von Jürgen Feder: Feders fabelhafte Pflanzenwelt

Alles über Hochbeete

„Hoch die Beete“

Rechtzeitig zur neuen Gartensaison hat der Verlag Ulmer ein sehr umfangreiches Buch zum Thema „Hochbeete“ vorgelegt. Besonders schön ist die anschauliche Vielfalt der Ideen und Konzepte, die vielfältige Gestaltung dieses Beettyps, der mit einigen handfesten Vorteilen für Pflanzen und Gärtner aufwarten kann. Voraussetzung dafür ist die richtige Planung und Umsetzung.

Die zunehmende Begeisterung der Menschen, auch in kleinen Wohn- und Gartensituationen die Anstrengungen für einen Selbstanbau auf sich zu nehmen, um sich hernach mit den verdienten  Früchten zu belohnen, kommt auch in diesem Werk zum Ausdruck und soll dem Leser Mut machen.

Mein Bienengarten Ulmer Verlag

Garten und Handwerk

Die gartenerfahrene und -begeisterte Autorin Tara Nolan versteht es, mit eindrucksvollen Bildern neugierig zu machen. So startet sie auf annähernd 50 Seiten damit, die vielfältigen Umsetzungen von erhöhten Beeten zu zeigen und damit gleichzeitig jedem Gelegenheit zu geben, etwas zu finden, das seinen Ansprüchen und Möglichkeiten entspricht.

Anschließend begibt sich in die Autorin auf das weite Feld praktischer Umsetzung, indem sie sich zunächst den Grundlagen und in den anschließenden Kapiteln den Modellen für verschiedene Ansprüche und Grundvoraussetzungen zu widmen.

Mein Bienengarten Ulmer VerlagGroße Gärten, kleine Gärten – für beide Situationen bietet sie Lösungen, die immer wieder überraschen und die Hemmschwelle für die Konkretisierung eines solchen Projektes senken. Denn Tara Nolan begnügt sich nicht mit dem Zeigen, sondern führt den Interessierten durch Bauanleitungen bis hinein in die Werkzeugkunde. Sogar für die handwerklichen Laien zeigt sie verblüffende Ideen und Lösungen.

Mein Bienengarten Ulmer Verlag

Fazit

Zuerst macht es einfach Spaß, dieses Buch durchzublättern und sich an der Fantasie anderer Gärtner zu freuen, Dann beginnt man, konkrete Beispiele anhand des Leitfadens und der Anleitungen gedanklich durchzuspielen. Und -mir ging es so- man stöbert in seinem eignen „Archiv“ nach vermeintlich unbrauchbaren Gefäßen und Materialien zu wühlen. Glauben Sie mir, man findet immer etwas.

Beeindruckend ist diese liebevoll zusammengestellte Vielfalt der Ideen allemal. Tara Nolan ergänzt zudem noch durch ein Kapitel für Rankhilfen und Pflanzenstützen und einem Serviceteil aus Register, einigen Bezugsquellen und einer ganzen Reihe interessanter und einschlägiger Internetadressen zum Vertiefen.

Wer sich also mit dem Gedanken trägt, oder auch nur Interesse an  dieser Kulturart hat,  hält mit diesem Buch ein umfassendes  und erschöpfend informatives Werk in der Hand.

Mein Bienengarten Ulmer Verlag

Info

 

Mein Bienengarten

Bienensterben ist in aller Munde

Dass wir in der Regel dabei nur unsere emsigen Honiglieferanten im Sinne haben, verstellt uns den Blick auf die unglaubliche Artenvielfalt dieser Insektengattung.  Und so viele von Ihnen leben in unserer unmittelbaren Umgebung, doch wir nehmen sie gar nicht wahr, weil sie in der Regel nicht in auffälligen Staaten, sondern einzeln (solitär) leben.

Mein Bienengarten Ulmer Verlag

Bestenfalls die zu den „Bombus“-Arten -was für ein passender Name- gehörenden Hummeln brumseln sich im Garten noch ab und zu in unseren Fokus.

Neue Einsicht nötig

Die Autorin Elke Schwarzer hat sich in einem kurzweiligen und nicht zu wissenschaftlichen Werk nun dieser unglaublich interessanten Gartennachbarn angenommen und den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Bienen- und Hummelsterben und der zunehmend verarmenden Gartenlandschaft hergestellt.

Beispielsweise die nur spärlich, weil pflegeleicht, mit Koniferen gespickten Kiesflächen, die mit dem Begriff „Garten“ nun gar nichts mehr zu tun haben. Sie bieten  einfach keine Lebensgrundlage für die auf Pollen- und Nektarnahrung angewiesenen Insekten mehr.  Das in der Regel noch übervolle Angebot der Frühlingsblüher reduziert sich im weiteren Jahresverlauf so stark, dass ganze Völker unterernährt und damit krankheitsanfällig werden und schließlich eingehen.
Wir vertrauen nicht mehr der Blütenvielfalt, den heimisch entwickelten ortsansässigen Stauden- und Sträuchergesellschaften, mit denen die Natur ein feines und ausgewogenes Nahrungsangebot bis in den Spätherbst hinein gestrickt hat. Wir holen uns stattdessen pflegeleichte, immergrüne, oder nur mit Scheinblüten ausgestattete Vertreter in den Garten, die für Bienen und andere Insekten eine Nahrungswüste darstellen.

Mein Bienengarten Ulmer Verlag

Anregung zu  guter „Nachbarschaft“

Elke Schwarzer stellt in ihrem Buch nun in sehr sympathischer Form die Wildbienenarten, die Hummeln und die für diese Arten jeweils wichtigen Nahrungspflanzen im Zusammenhang vor. Jeweils mit einem „Steckbrief“ versehen, der die wichtigsten und einprägsamen Informationen auflistet, werden in Wort und besonders ausdrucksstarken Fotos Tiere und Pflanzen vorgestellt.

Dabei unterscheidet sie zwischen „Hotspot-“ und Füllpflanzen, also die Bienenmagneten und die Randvertreter.  Auch die richtigen Nistmöglichkeiten werden ausgiebig behandelt, denn so manche vermeintlich gute  „Nisthilfe“ entpuppt sich bei genauer Betrachtung als wenig hilfreich.

Abgeschlossen ist das Buch mit einem umfangreichen Serviceteil, der noch einmal weitere Informationen, sowie eine Fülle von Literatur- und Internethinweisen bietet.

Mein Bienengarten Ulmer Verlag
Fazit

ich habe mich selbst seit vielen Jahren für die unglaubliche Fülle der interessanten Wildbienen interessiert und einiges darüber gelesen. Dennoch hat mich dieses Buch in seiner so überaus liebevollen und sympathischen Informationsvielfalt ganz besonders gefallen und ich empfehle es nicht nur gerne weiter, sondern ich lege es jedem Gartenbesitzer ans Herz.

Info

Avant Gardening – Plädoyer für gegenwärtiges Gärtnern

Ulmer Verlag Avant Gardening Matschiess

Plädoyer für gegenwärtiges Gärtnern

„Anders ist es nicht zu erklären, dass sich ausgerechnet Gartenbesitzer mit schweren, nährstoffreichen und undurchlässigen Böden einen leichten, mediterranen Garten oder eine Steppenpräriebepflanzung wünschen, um damit auch nach immenser Bodenaufbereitung regelmäßig zu scheitern.“ (Zitat)

Es gehört schon ein wenig Mut dazu, sich von der gewohnten Sitte, den Garten anzulegen, zu lösen und den hier favorisierten Weg zu gehen.

Ulmer Verlag Avant Gardening Matschiess

Die „Schläfer“ wecken

Was wie die Bedienungsanleitung für eine terroristische Karriere klingt, ist nichts anderes, als sich bequem zurückzulehnen und abzuwarten, was der vorhandene Boden an pflanzlichen Überraschungen verbirgt und freigibt, wenn man ihm die Chance dazu lässt.

Diese Haltung stellt dem üblichen Gartenbau-Aktivismus, der von Anfang die Gestaltung als Vergewaltigung der vorherrschenden Lebens- und Wachstumsbedingungen betreibt eine laissez faire Haltung gegenüber.

Ulmer Verlag Avant Gardening Matschiess

Kenntnis der lokalen Bedingungen

Daraus lässt sich leicht ablesen, was die lokalen Bedingungen befördern oder erschweren bis verhindern.

„Beobachtet den Boden und die vorherrschenden klimatischen Verhältnisse und wählt danach Eure Bepflanzung!“ oder „Im Garten gegen die Natur zu handeln, artet halt regelmäßig in Arbeit aus.“ Sind einige der Sätze, die ebenso Mut machen wie einleuchten.

Der Autor belegt seine Weisheiten mit seinen Erfahrungen im eigenen Garten, den er am Niederrhein neu angelegt hat.

Er stellt klar und verständlich die Zusammenhänge zwischen dem Wissen um die Standortverhältnisse und einer gelungenen, pflegeleichten und sinnvollen Bepflanzung dar.

Im weiteren Verlauf werden die Differenzierungen immer feiner, immer abgestimmter und so entsteht eine eigene Landschaft, die solcherart mit der Natur erwachsen, sich dauerhaft und widerstandsfähig entfaltet.

Ulmer Verlag Avant Gardening Matschiess

Ökologie

Und auch der immer mehr in den Fokus geratende Aspekt der Ökologie auch der „kleinen“ Gärten kommt nicht zu kurz.

Dass diese Auffassung auch noch in höchstem Maße ökologisch ist, ergibt sich schon fast von selbst. Matschiess bricht immer wieder den Stab für die so ungeliebten und verrufenen Gewächse, die, richtig eingesetzt, doch überraschend viele positive Seiten zeigen.

Angesichts von Bienen- und Hummelsterben bekommt diese Sichtweise auf den Garten eine neue besonders eindringliche Bedeutung. Der zunehmende Trend, die Gärten durch den massenhaften Einsatz von Kiesen und Steinen tot zu gestalten und zur Verödung ganzer Straßenzüge beizutragen, wird durch dieses Werk in besonderem Maße ad absurdum gestellt und mit sinnvollen pflegeleichten Alternativen beschämt.

Sehr umfangreich und informativ sind die überraschend vielen Abschnitte/Kapitel gestaltet. Einen Aspekt nach dem anderen wird leicht nachvollziehbar und mit tollen Fotos begleitet betrachtet und immer wieder in den Zusammenhang zu pflegeleichten und gleichzeitig attraktiven Gärten gestellt.

Ulmer Verlag Avant Gardening Matschiess

Fazit

Das Buch mit dem pfiffig konstruierten Titel  ist ein im hohen Maße mutmachender Wegweiser, der seine Aussagen immer mit eigenen Gestaltungsbeispielen belegt. Der Autor weiß, wovon er schreibt und der bekannte Gartenfotograf Jürgen Becker setzt diese Avantgarde-Sichtweisen  wie immer gekonnt in Szene.

Info:

SCHLAFMOHN, ENGELWURZ UND APHRODITES QUITTEN

Die Pflanzen der Heiligen und Gottheiten,

Haben Sie gewusst, dass ein goldener Apfel unsterblich macht? Naja, jedenfalls glaubt das die alte illustre Gesellschaft in Walhall und Asgard bei täglichem Biss in einen dieser Alleskönner. Für Normalsterbliche davon übrig geblieben ist ja bekanntermaßen  der gerne auch von Usern des gleichnamigen IT-Konzerns verballhornte Satz „an apple a day keeps the doctor away“.

Schlafmohn, Engelwurz und Aphrodites Quitten
Baldrianblüte (Foto. Claudia Ritter)

Oder wer weiß schon, dass der Name des Baldrians von Baldur, einem strahlendem Spross Odins stammt. Außerdem ermöglicht das Kraut, die germanischen Wälder auf den Rücken von Hirschen zu erkunden, jedenfalls gelingt dies der Göttin Freya oder Frigg, der Gespielin Odins und immerhin zuständig für die Heilkunst.

Wenigstens wissen ja die Freunde von Asterix, Obelix und ihrer Wohngemeinschaft, dass die Misteln von Miraculix & Co. richtig verarbeitet Wahnsinnskräfte verleihen. Achtung – unbedingt mit einer goldenen Sichel schneiden! Doch auch ohne dieses exklusive Gartengerät der Druiden geerntet, verfügt diese Pflanze über eine ganze Reihe erstaunlicher, heilsamer Wirkungen.

Schlafmohn, Engelwurz und Aphrodites Quitten
Schlafmohn (Foto: Claudia Ritter)

Heilanwendungen und Rezepte

Fünfzig solch interessanter Pflanzen hat die Autorin Claudia Ritter in dem jüngst erschienenen Buch zusammengetragen. Mit höchst informativen Geschichten und Fakten rund um jede einzelne von ihnen bringt sie dem Leser eine ganze Reihe von Aspekten nahe. Vor allem stellt sie den informativ/unterhaltsamen Zusammenhang zwischen Wirkungsweisen der Pflanzen und den ihnen zugeordneten Sagen- und Religionsgestalten her.

Zu jeder Pflanze gehören aussagekräftige Fotos, Darstellungen der Götter und Heiligen, unterhaltsame Geschichten und Berichte voll botanischen Wissens, Benennung der wirksamen Inhaltsstoffe und Wirkungsweisen, so wie schließlich eine Reihe nachvollziehbarer Rezepte.

Schlafmohn, Engelwurz und Aphrodites Quitten
Granatapfel (Foto: Norbert Griebl)

Mit viel Liebe wurde hier ein Wissen zusammengetragen und kurzweilig wiedergegeben, das vom Alant bis zur Weinrebe die Pflanzen der Götter vorstellt, sie in den ihnen gebührenden kulturgeschichtlichen Zusammenhang stellt und ihre viele Jahrhunderte genutzte Bedeutung in der Volksmedizin und besonders ihre Verwendung in der Küche mit einer Vielzahl anwendbarer Rezepte angemessen würdigt. (wenn nötig auch mit deutlichen Warnhinweisen).

Ein umfangreiches Literaturverzeichnis rundet dieses Buch ab.

Schlafmohn, Engelwurz und Aphrodites Quitten
Foto: Mag. Gertrude Tritthart

Fazit

Ich kann dieses Werk von Claudia Ritter uneingeschränkt auch als wertvolles Nachschlagewerk empfehlen. Hier werden keine reißerischen Heilsversprechen dargestellt, wie sie einem so oft in entsprechend angehauchten Veröffentlichungen begegnen. Hier werden dem Leser bekannte und weniger bekannte Pflanzen sachlich und dennoch unterhaltsam umfassend vorgestellt. Dabei liegt der Hauptaspekt natürlich in den seit jeher und oftmals bis heute praktizierten Anwendungsmöglichkeiten.

Ganz sicher hilft dieses Buch der Bewahrung uralten Wissens über die Wirkungsweisen und Anwendungen der Pflanzen, von dem schon so viel unwiederbringlich verloren gegangen ist.

Info

  • SCHLAFMOHN, ENGELWURZ UND APHRODITES QUITTEN – Die Pflanzen der Heiligen und Gottheiten, Heilanwendungen und Rezepte
  • Claudia Ritter, Verlag Leopold Stocker, ISBN 978-3-7020-1618-0
  • 160 Seiten, Hardcover, durchgehend farbig bebildert
    Preis 19,90 Euro

Imker Praxis – Buchbesprechung

Grundwissen für die Bienenwirtschaft

Wer sich schon immer mal wieder mit dem Gedanken beschäftigt hat, Bienen zu züchten, wird sich sicher auf dem Büchermarkt umgesehen haben. Es gibt viel Literatur zu dem Thema. Nun kommt ein neues Werk hinzu und stiftet weitere Verwirrung, so mag man meinen.

Imkerpraxis Leopold Stocker
Foto: Hans-Peter Muellner

Doch der Imkermeister und Lehrer an einer österreichischen Imkerschule Alois Spanblöchl bietet mit seinem „Grundwissen für die Bienenwirtschaft“ auf nur knapp 170 Seiten eine umfassende Einführung in dieses Thema.

Der Autor möchte möglichst sachlich und sehr gut illustriert die Freude am Umgang mit diesen Nutzinsekten fördern. Den Imkerbünden fehlt es Nachwuchs, und logischerweise gehen damit auch die Zahl der Bienenvölker und Bienen zurück.

Imkerpraxis Leopold Stocker
Foto: NÖ Imkerschule Warth

Das hier zusammengefasste und in leicht verständlicher Form wiedergegebene Basiswissen soll ordnen und nicht abschrecken. Da in letzter Zeit gerade die Stadtimkerei immer mehr Interesse findet, ist ein solides Know How neben dem z.B. von Stadtbienen e.V. entwickelten Equipment eine sinnvolle Grundlage.

Imkerpraxis Leopold Stocker
Foto: NÖ Imkerschule Warth

In dem vorliegenden Buch wird viel wertvolle Erfahrung zusammengefasst und anschaulich präsentiert. Zwar handelt es sich um ein österreichisches Werk, aber die Unterschiede liegen im Grunde nur in ein paar gesetzlichen Vorgaben.

Insgesamt handelt es sich hier um eine sinnvolle, leicht verständliche Hilfe für angehende und ein kleines Nachschlagewerk auch für den schon etwas erfahreneren Imker, aber auf jeden Fall eine gute Orientierungshilfe für jeden, der sich mit dem Gedanken trägt.

Imkerpraxis Leopold Stocker

Info

  • IMKER-PRAXIS
  • Grundwissen für die Bienenwirtschaft
  • Autor Alois Spanblöchl, Verlag Leopold Stocker, ISBN 978-3-7020-1628-9
  • 4. überarbeitete Auflage, 176 Seiten, zahlr. farbige Abbildungen, Tabellen und Skizzen, 16,5 x 22 cm brosch.
  • € 19,90

Der Garten von Hermann Hesse

Gaienhofen Am Bodensee. Dieser kleine Ort am nordwestlichen Ende auf der Halbinsel Höri mit seinen verwöhnten klimatischen Verhältnissen erscheint an sich nicht so besonders interessant. 2003 sollte hier ein altes Haus abgerissen, und das Grundstück neu überbaut werden. Auch das wirkt nun noch nicht so sensationell.

Der Garten von Hermann Hesse
Foto: Ferd. Graf v. Luckner

Den Namen Hermann Hesse kennt wohl jeder. Gelesen haben ihn Viele. Weltweit zählt er sogar zu den meistgelesenen deutschen Autoren. Die Wenigsten jedoch wissen, dass der berühmte Schriftsteller begeisterter Gartenliebhaber war, jedenfalls eine Zeitlang.

Von der Wiederentdeckung einer verlorenen Welt

Hesse erwarb sich 1907 ein Grundstück. Zusammen mit seiner Frau Mia, plante und begann er anzulegen. So wuchsen Gemüse- und Blumenbeete und nach einer Erweiterung ein Obstgarten und mehr Beete zu einer ansehnlichen Gesamtanlage.

Nun wäre die Anlage nebst Wohnhaus 2003 wohl gänzlich verschwunden, und irgendwann hätte niemand mehr von der Geschichte gewusst, wenn nicht die Autorin des vorliegenden Buches und Bildbandes dieses Schicksal aufgehalten hätte.

Der Garten von Hermann Hesse
hist. Aufnahmen aus dem Buch

Die hier aufgewachsene Eva Eberwein wusste um die Bedeutung und entschied, das Andenken zu bewahren, und so wurden Haus und Grundstück mit seinen verwöhnten klimatischen Verhältnissen gekauft und aufwändig renoviert.

Zusammen mit dem Fotografen Ferdinand Graf von Luckner nimmt die Autorin den Leser mit in die Welt Hermann Hesses und führt ihn, beginnend mit ihrer eigenen Kindheit, Stück für Stück an einzelne Abschnitte und Komponenten des Gartens.

Der Garten von Hermann Hesse
hist. Aufnahmen aus dem Buch, neue Fotos: Ferd. Graf v. Luckner

Einfühlsam und liebevoll werden wir an Orte im Garten und in der Seele des Schriftstellers geführt. Und schnell erkennen wir, wie zwar behutsam aber doch entschieden Eva Eberwein sich an diese schon fast versunkene Welt herangetastet und sie wieder gestaltet hat.

Mit Hesse durch den Schattengarten

„Stets hat es mich gefreut und mir imponiert, mit welcher Zähigkeit meine kleine Buche ihre Blätter festhält (…) Und jetzt, heute, während ich bei sanfter windstiller Wärme bei meinem Fenster stand und Holz brach, sah ich es geschehen: es erhob sich ein leiser sanfter  Windhauch, ein Atemzug nur,  und zu Hunderten und Tausenden wehten die so lang gesparten Blätter dahin (…) „

Der Garten von Hermann Hesse
hist. Aufnahmen aus dem Buch, neue Fotos: Ferd. Graf v. Luckner

Es ist ein Erlebnis, sowohl für den literarisch, als auch den garteninteressierten Leser sich durch „Schattengarten“ und „Kastanienplatz“, vorbei an „Dunghaufen“ und „Grenzhecke“ durch diese Welt zu tasten und sie zu entdecken.

Es macht Freude, sich sein eigenes Bild zu schaffen, geführt von den Worten der Autorin, den eingestreuten Gedanken Hesses, den vielen historischen Aufnahmen und den sensiblen Fotografien Luckners.

Der Garten von Hermann HesseFazit

Man könnte sagen, es sei eine Hommage, aber das würde es nicht eigentlich treffen. Das Buch ist viel mehr. Es ist z.B. die Verbindung zwischen der Welt Herman Hesses, und zwar genau dieser kleinen Welt vor mehr als 100 Jahren hier am Bodensee und der heutigen Welt einer gartenbegeisterten Autorin. Es ist z.B. auch die gelungene Liebeserklärung an eine besondere Landschaft, ihrer Menschen und die Annäherung an den Charakter eines nach dem Paradies suchenden Hermann Hesse. Und es ist ganz sicher ein lesenswertes, gelungenes Buch.

Info

  • DER GARTEN VON HERMANN HESSE – Von der Wiederentdeckung einer verlorenen Welt
  • Autorin Eva Eberwein, Fotos: Ferd. Graf v. Luckner, Okt. 2016
  • Verlagsgruppe Random House; DVA, ISBN 978-3-421-04034-3
  • Gebundenes Buch, Pappband, ca. 160 Seiten, 23,0 x 25,0 cm
    Mit 103 Farbfotos, 23 s/w-Fotos und 10 Plänen
  • Preis: 29,99 Euro

Wildobst – Buchtipp

Schlehe, Hagebutte und Co. für meinen Garten

Wildobst Ina Sperl Eugen Ulmer VerlagDieses informative Buch, das gleichzeitig ein wunderschöner Bildband ist, beschäftigt sich mit den naturnahen Gärten und beschreibt eine große Zahl nicht so unbedingt geläufiger Obstarten, die bei Vielen als solche so langsam in Vergessenheit zu geraten drohen. Zwar weiß man, dass es die Hagebutten und die Ebereschen gibt, aber nur Wenige wissen sie als Obst zu nutzen und noch weniger setzen sie als Gestaltungselemente in den Gärten ein.

Im Gegenteil, sie werden, wenn sie sich als Sämlinge in unsere sauberen und aufgeräumten Flächen verirren, sofort und gnadenlos ausgerissen. Vielleicht fallen uns diese oft unscheinbaren heimischen „Exoten“ erst wieder auf, wenn wir im Überschwang der Urlaubsgefühle ein paar Gläser mit den Produkten von Sanddorn oder Holunder als garantiert naturrein und selten am Straßenrand der Feriengebiete erwerben.

Wildobst Ina Sperl Eugen Ulmer VerlagWildobst und Garten

Die Autorin beginnt mit der Erläuterung des Zusammenhanges von Wildobst und Naturgarten, sie führt uns so in diese Welt dieser fruchttragenden Gehölze ein, die nicht nur oft schön, sondern vor allem wertvoll sind.

  • Wertvoll für Bienen und andere Insekten, die oftmals an das Vorkommen dieser Pflanzen gebunden sind und so langsam mit ihnen auch verschwinden.
  • Wertvoll für die Vögel und Kleinsäuger, die bei ihnen wertvolle Nahrung auch dann noch finden, wenn sonst alles abgeerntet ist.
  • Wertvoll für unsere Landschaften, die ohne sie immer ärmer in ihrem Erscheinungsbild werden.
  • Und schließlich wertvoll für den Menschen, denen sie oft schon seit vielen Jahrhunderten zur Nahrungsergänzung und als Medizin dienen.

Ina Sperl erläutert die Planung, Anlage und besonders die Pflege von naturnahen und Wildobstgärten, die dann nicht nur pflegeleichter werden, sondern sich auch noch wohltuend vom immer weiter um sich greifenden „Charme“ der keimfreien, lebensfeindlichen Kiesgärten abheben. Und sie stellt uns die leckeren Möglichkeiten vor, die uns die Wildobstarten als Belohnung zur Verfügung stellen.

Wildobst Ina Sperl Eugen Ulmer VerlagUnbekannte Küchenschätze

Einige Wildobstarten gelangen auch zu ungeahnten Ehren, machen Karriere als „Superfood“, wie Aronia oder Goji, allerdings erst dann, wenn sie verarbeitet und bunt verpackt im Regal stehen und von einem oberschlauen Superkoch mit bayerischem Akzent als seine neueste Entdeckung vermarktet werden. Doch alle Wildobstarten sind Kraft- und Nährstoffgiganten.

Selbst Leser, die glauben, schon alles über die Früchtchen zu wissen werden auf Erstaunliches, auf Neues stoßen und sich fragen, „ja warum habe ich das nicht schon früher gewusst?“ Die Autorin weist auch auf die Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Pflanzen mit „Doppelgängern“ hin, die einen Genuss auch zu einer Gefahr oder zumindest einer schlechten Erfahrung werden lassen können.

Wildobst Ina Sperl Eugen Ulmer VerlagArtenbeschreibungen

Dann schließt sich der schönste Teil, das Highlight des Buches an. Die zweite Hälfte ist der umfangreiche Katalog der „40 besten Wildobstarten“. Tolle, sehr gut charakterisierende Fotos, begleitet von sehr detailreichen Beschreibungen, Nutzungsvarianten und einer ausgefuchsten Systematik bringen dem Leser die Früchtchen näher.

Man bekommt wirklich Lust, sofort mit offenen Augen nicht nur die Wegesränder, sondern auch die Siedlungen zu durchstreifen, denn einige Vertreter dieser Obstsorten findet man schon als ganz normale und anscheinend sehr vertraute Gestaltungsgehölze in der Nachbarschaft, oder im nächsten Park. Wer weiß schon, dass auch die Mahonie, die Kartoffelrose oder die Zierquitte unsere Küchen bereichern können.

Wildobst Ina Sperl Eugen Ulmer VerlagServiceteil

Den Abschluss des Buches bildet ein informativ übersichtlicher Blüh- und Erntekalender in dem Serviceteil, der auch Begriffserklärungen, ein Stichwortverzeichnis, weiterführende Literaturtipps und vor allem eine kleine Liste von Bezugsquellen enthält.

Fazit

Das vorliegende Buch ist ein rundum gelungenes, zugleich wunderschönes Werk, dass für jede Gartenbibliothek aber auch für Wanderer und Naturfreunde eine höchstinformative Bereicherung darstellt.

Info

Ur-Obst – Wurzelecht und pflegeleicht

Wussten Sie, dass Obstanbau in Deutschland über 6000 Jahren nachweisbar ist?

Kennen Sie noch die Feige „Fehmarn“ oder die Quitte „Großweikersdorf Kitzler“, die Himbeere „Mainzer Waldfee“ oder die Kornelkirsche „Schönbrunner Gourmet Dirndl“, die Schwarze Maulbeere aus dem Oberwallis oder das „Apfelberger Zuckeräpfelchen“?

Stocker Verlag Ur-Obst wurzelecht pflegeleicht

Forschung und Vertrieb

„Ur-Obst, wurzelecht und pflegeleicht“ und die dahinter stehende Initiative geben in umfangreicher Form ganz besondere Forschungsergebnisse aus ganz Europa wieder. Der Autor Dr. Norbert Kleinz (http://ahornblatt-garten.de/blog/) ist Geschäftsführer der Ahornblatt GmbH in Mainz und hat in diesem Buch einige Ergebnisse in sehr übersichtlicher und verständlicher Form zusammengestellt.

Herausgekommen ist ein großartiger umfassend informativer Ratgeber und Begleiter für jeden Liebhaber naturnaher Gärten und heimischer Obst-Pflanzen.

Stocker Verlag Ur-Obst wurzelecht pflegeleicht

Ur-Obst

Damit werden hier 200 Sorten vorgestellt, die oft uralt in unseren Regionen vorkommen und kultiviert wurden. Vielfach vergessen und oft nur knapp vor dem Verschwinden gerettet, bieten diese Ahnen des Obstes dabei fast unglaubliche Vorteile.

  • Sie sind den Standorten und Klimaverhältnissen angepasst und resistent gegen die meisten Schädlinge und Krankheiten, unter denen die hochgezüchteten Sorten leiden.
  • Sie sind vielfach schmackhafter und in Ihrer Aromatik unverwechselbar, womit sie die auf Einheitsgeschmack getrimmten Sorten um Längen schlagen.
  • Sie bieten unserer heimischen Insekten- und Vogelwelt Nahrung und Unterschlupf.

Das Spektrum erstreckt sich vom Apfel über so fast vergessene Arten wie Krons- und Maulbeeren bis zum Wein. Mehr als zwanzig Obstarten mit unzähligen Sorten werden hier ausführlich und liebevoll reich bebildert beschrieben.

Stocker Verlag Ur-Obst wurzelecht pflegeleicht

Anbau und Pflege

Diesem Hauptteil geht eine ebenso großartige Einführung in die Thematik voraus, die neben dem Verständnis für naturnahe Gärten auch das „Ur-Obst“ erklärt, so wie den richtigen Anbau und die Pflege dieses Schatzes.

Angehängt ist ebenfalls eine lange Liste der Bezugsquellen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden.

Fazit

Das Buch bietet ein unglaublich vielseitiges und interessantes Spektrum an Urobstsorten und kann damit jedem Gärtner und Naturschützer helfen, Garten und bspw. Streuobstwiese entsprechend vielseitig anzulegen.

Info

  • Ur-Obst – Wurzelecht und pflegeleicht
  • Autor: Norbert Kleinz
  • Verlag Leopold Stocker, ISBN 978-3-7020-1591-6
  • 180 Seiten, durchgehend farbig bebildert, 16,5 x 24 cm, Hardcover
  • Preis: € 29,90

Stocker Verlag Ur-Obst wurzelecht pflegeleicht