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Lob der Brennnessel

Christine und die Brennnessel

Von Christine Zimmermann erreichte uns dieser Beitrag zum Thema Wildkräuter/Brennnesseln:

Wenn ihr an Nesseln streifet, so brennen sie;
Doch wenn ihr fest sie greifet – Sie brennen nie.
So zwingt ihr Feinen Auch die Gemeinen Naturen nie.
Doch presst ihr wacker Wie Nusssaufknacker, so zwingt ihr sie.

Friedrich Rückert (1788-1866)

Für mich ist die Brennnessel kein Unkraut, sondern sie gehört zu den ältesten Heilkräutern die man kennt. Die jungen Blätter sind zudem in der Küche vielfältig zu verwenden, und auch die Brennnesselsamen sind richtige Energielieferanten mit hohem Proteingehalt, hochwertigen Fettsäuren, Vitamin E und Karotinoiden.

Inhaltstoffe der Brennnesselblätter sind u. A. Kalzium, Kalium, Phosphor, Chlor, Magnesium, Natrium, Silizium, Eisen, Mangan, Bor, Kupfer, außerdem die Vitamine B2, B5, C, E und K, Flavonoide, Pflanzensäuren,  Chlorophyll, Eiweiße, Glukokine, Karotinoide.

Die Wurzeln, als Tee zum Spülen der Kopfhaut zubereitet, sollen gegen Haarausfall helfen, und wenn man den Tee trinkt, so soll er gegen Prostata- und Blasenleiden helfen. Brennnesselblättertee wirkt außerdem als Stoffwechselanregung, entsäuernd und entwässernd. Besonders hilfreich soll er bei Rheuma-, Gicht-,Galle- und Leberbeschwerden wirken.

Seit ich entdeckt habe, dass sie roh mit ihren vielen Inhaltsstoffen besonders gut schmecken, mixe ich sie des Morgens gemeinsam mit anderen „Unkräutern“, und trinke sie mit Wasser und ein wenig Obst vermischt. Seitdem ist mein Schlafbedarf erheblich gesunken und ich fühle mich sehr wohl.

Früher (zum Eingewöhnen) habe ich auch mal Brennnesseln mit gekauftem Rahmspinat (gefroren) vermischt. Inzwischen gibt es dazu schon gute Brennnessel und Kräuterkochbücher.

Und das noch

Gemeinsam mit Christine freuen auch wir uns darüber, dass die Freude am Experimentieren mit dem, was die Natur uns schenkt immer beliebter wird und das alte Kräuterwissen somit nicht verloren geht.

Den wohlschmeckenden Samen der Brennnesseln schreibt man belebende Wirkungen zu. Sie sind leicht zu sammeln und eignen sich fürs Butterbrot genauso wie als Beigabe zu Salaten.

Übrigens: Jean Marie Dumaine, mit seinem Restaurant Vieux Sinzig (Wijö Sinziesch) 🙂 von Michelin mit zwei Bestecken ausgezeichnet, ist seit langem Vorreiter für die Verwendung ungeahnt vieler Wildkräuter und -gemüse in der sogenannten gehobenen Gastronomie.

Eine neue Liebe – Mohn

„Es ist ein herrlicher Eindruck als erstes am Morgen jetzt im Juni meine Mohnblüten zu besuchen,“ schreibt Christine, ganz begeistert von der Fülle und Farbenpracht ihrer Schönheiten.

„Die Bienen und Hummeln tummeln sich in und über den Blüten. Gelb bepudert taumeln sie im Blüteninneren und die klare Morgenluft wird von ihrem Summen erfüllt. Jeden Tag gibt es andere Farben und neue Blüten  und jedes Jahr taucht wie von Zauberhand gestreut der Mohn an Stellen auf, an denen er im Vorjahr gar nicht war und in Farben die ich noch gar nicht hatte.“

„Da wo ich ihn haben wollte siedelte er sich zuerst gar nicht an er wuchs in den Gemüsebeeten, bei den Tomaten und auf Wegen und in Steinritzen, und oft erlaubte ich ihm dort zu bleiben, weil ich ihn lieb gewonnen hatte.“

„Inzwischen weiß ich wie ich ihn am besten aussähe: Er ist ein Lichtkeimer, so streue ich ihn aus den Samenkapseln gleich nach der Samenreife an Stellen aus, an denen ich ihn haben will. Am besten gedeiht er zwischen kleinsten Kieselsteinchen wo er sich in den Ritzen feucht halten kann und doch noch Licht zum Keimen bekommt.“

(Danke für die Fotos Christine Zimmermann!)

Tomatenvielfalt – Tomatenkrankheit Blütenendfäule

Tomaten, Blütenendfäule, Christine Zimmermann, Gartennetzwerk.com

(Christine Zimmermann) Die Blütenendfäule, die diese Schädigung der Tomate hervorruft, ist nicht ansteckend wie die Braunfäule. Sie entsteht durch Kalziummangel, entweder weil bei Stickstoffüberdüngung die Pflanze das Kalzium nicht aufnehmen kann, oder eben grundsätzlich zu wenig davon im Boden ist.

Weden die Stellen weggeschnitten, kann man die Tomate ruhig essen, bei Braunfäule geht das nicht.

Bei Befall bekommt jede Tomate eine kleine Handvoll gut eingegossenes Gesteinsmehl und Algenskalk. Oft reifen dann die nächsten Früchte gesund weiter heran. Man kann ebenso normalen Gartenkalk oder kohlensauren Kalk nehmen. Bereits beim Pflanzen kommt ein wenig von dem Kalk und Kompost unter die Tomate ins Erdloch.

Wie z.B. bei den länglichen, gibt es generell anfälligere Sorten. Auch bei mir gibt es immer wieder mal solche Braunstellen, die entweder nur die Schale verfärben, oder wo ein ganzes Stück braunschwarz runzelig wegtrocknet.

Weitere Artikel zur Tomatenvielfalt: Flaschentomaten, grüne Tomaten, Cherokee Purple, Marianna´s Peace, Himbeerfarbene von Laibach, Cocktailtomaten, Paradiesapfel, Don Camillo und Peppone, Resi, und Red Cavern

Christines Tomatenvielfalt (11) – es geht schon wieder los

Rucola und Tomate PicolinoIm letzten Jahr haben wir bereits mehrfach und ausführlich über die unglaubliche Tomatenvielfalt berichtet, die von Christine Jahr für Jahr mit Erfolg gezogen wird. Auch wenn bei vielen Gärtnern in unseren Breiten die Ernte dieser beliebten Gartenfrucht noch auf sich warten lässt. Bei Christine geht es bereits wieder los. Sie kann die ersten „Picolino“  bereits genießen. Wir freuen uns auf diese Tomatensaison.

Dass der Rucola gleich daneben steht, ist besonders praktisch. Nur noch etwas Öl und Parmigiano und das Gericht ist perfekt.

Wer schreibt und zeigt uns von seinen Tomaten?

Knollenziest – unerwartete Delikatesse

Auch wenn es auf den ersten Blick nach einem eher unappetitlichen Erdbewohner aussieht: Zu den, vorsichtig formuliert, weniger bekannten essbaren und wohlschmeckenden Pflanzen gehört der Knollenziest (Stachys officinalis), eine winterharte, krautige Pflanze, die ursprünglich aus China kommt. Knollenziest ist anspruchslos und zeigt den Sommer über schöne Blüten. Genutzt werden die recht kleinen, verdickten Speicherwurzeln. Aufgrund ihrer Größe ist die Ernte zwar etwas mühsam, der Geschmack belohnt jedoch den Aufwand. Der Knollenziest bereichert beispielsweise jeden Rohkostteller als Delikatesse.

Christines Tomatenvielfalt

Tomatenernte, Gartennetzwerk.com

Dieses schöne und beeindruckende Bild zeigt einen Teil der diesjährigen Tomatenernte aus Christines Garten. Nachdem wir in diesem Sommer einige Artikel über ihren umfang- und sortenreichen Tomatenanbau schreiben konnten, zeigt solch ein Bild, dass es lohnt, sich mit der Vielfalt von Tomaten zu beschäftigen. Man muss ja nicht sofort mit so vielen Sorten starten.

Leider war das Tomatenjahr 2013 aufgrund der langanhaltenden Kälteperiode bis ins späte Frühjahr nicht so ergiebig. dennoch liegt hier doch eine stolze Ernte. Wir gratulieren und freuen uns.

Gartenbelohnungen

Eine herzliche Freundschaft verbindet uns mit ihr, und oft haben wir schon über Christines besondere Gartenliebe berichtet. Sie teilt ihr unendlich, praktisches und theoretisches Wissen zur Gartenpflege immer wieder gerne und kompetent, nicht nur mit uns, sondern vor allem mit unseren Lesern.

Gartenerlebnisse, Minzen und Pfefferminzen, Oregano, Baumspinat, Tomatenvielfalt Teil 4, Tomatenvielfalt Teil 3, Tomatenvielfalt Teil 2, Tomatenvielfalt Teil 1, Samen ernten, Tomatenkrankheit, normaler Gartentag, Flaschentomaten, Cherokee Purple, Urmöhre, Himbeerfarbene, Tomatenvielfalt, Paradiesapfel, Don Camillo, Resi, Red Cavern, Brennessel, Wildspinat

Wie die Fülle der Artikel beweist, liebt Christine ihrem Garten nicht nur, sondern sie dokumentiert und fotografiert alles, was sich in diesem Raum tut und verändert.

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p style=“text-align:justify;“>Nun neigt sich der Teil des Gartenjahres zu Ende, der die permanente Anwesenheit des Gärtners, wenn nicht fordert, so doch wünscht. Und während Frühjahr und Sommer vornehmlich die Augen und Nase ansprechen, so kommt jetzt der Geschmackssinn ans Erleben. Die Ernte steht an, und auch dabei besticht die Menge und Vielfalt der Gartenfrüchte, die Christine uns präsentiert. Wir wünschen viel Freude an den Belohnungen der Gartenmühen.

Christines Garten (6) – Oregano

Oregano ist eine robuste wunderschön blühende pflegeleichte winterharte Kräuterstaude aus dem sonnigen Süden. Regelmäßig beerntet, blüht sie später und bringt daher länger schöne Blätter für die Küche. Wenn die Blüten sich schon langsam zu Boden neigen, würde ich sie am liebsten abschneiden, wenn nicht die Bienen in Scharen so emsig an ihr naschen würden. Also lass ich sie noch gerne so lange stehen.

Für mich habe ich eine wunderbare Oregano-Alternative entdeckt – eine Sorte, sehr spät blühend, trotz größerer Blätter niedrig wachsend, auch während der Blüte nicht auseinander fallend, noch etwas aromatischer, in der Pflege dankbar und robust und kein so hohes Riesenteil: Den „Pizzaoregano“

Gekauft habe ich ihn ursprünglich bei der Raritätengärtnerei Xaver Treml in Arnbruck.

Ich habe schon viele Oreganosorten probiert, mit verschieden würzigem und mildem Aroma, z.B. den Kretischen und einige andere Sorten. Zumeist sind sie erfroren oder kümmerten vor sich hin. Der ganz normale, heimisch gewordene, hohe, robuste und wilde Staudenoregano taucht von ganz alleine an verschiedenen Orten im Garten auf. Und so darf er auch im Blumenbeet weiter wachsen.

Aber mein Liebling für die Küche ist der Pizzaoregano geworden, er verwildert nicht, er geht nur in die Breite, und so hat er einen besonders guten Platz bekommen – am Kräuterbeetrand, wo er so niedrig auch wunderbar hinpasst, und der Weg von der Küche nicht weit ist.