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Raritäten-Kochtag Erdäpfelvielfalt

ARCHE NOAH Raritäten-Kochtag Erdäpfelvielfalt

am 27. September 2015 von 10-18 Uhr im Schaugarten in Schiltern:

Wir möchten Sie an diesem Tag mit unserer Begeisterung für diesen Schatz unter der Erde anstecken. Welche Sorte schmeckt Ihnen am besten? Soll es blau oder rosa sein? Würzig, mild, fest oder mehlig? „Freund von Salzig“ alias Benjamin Schwaighofer lässt Sie aus der ARCHE NOAH Gartenküche Kosten und Verkosten was die Sortenvielfalt hergibt. Ein Vielfaltsbauer kommt mit frisch geernteter Ware zum Mitnehmen für die Küche zu Hause.

Informationen über den Kartoffelanbau im eigenen Garten und Interessantes über Kartoffelzüchtungen bieten wir im Rahmen von Spezialführungen an. In der ARCHE NOAH Gartenküche verkosten Sie anschließend eine Vielfalt an Seltenen Sorten oder schlemmen sich durch ganze Erdäpfel-Menüs.

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Die Kartoffel, eine dolle Knolle

Kartoffel

Vielen Kindern vielleicht nur in Stäbchenform als Pommes bekannt oder in Chipsform vereinnahmt,  hat die Kartoffel doch einiges mehr zu bieten. Ursprünglich wegen ihrer interessanten Blüte als Zierpflanze in Europa eingeführt und nur wenig wegen ihres  eigentlichen Nutzens angebaut, verhalf der kunstsinnige Gartenliebhaber Friedrich der Große ihr zum Durchbruch und machte sie damit zum preussischsten aller Gemüse.

Der alte Fuchs soll Kartoffelfelder zum Schein von seinen Soldaten bewacht haben lassen, um die skeptischen Bauern neugierig zu machen. Denn nach dem Motto  „wat dei Bur nich kennt, dat frett hei nich“ hatten sie sich zuvor geweigert Kartoffeln anzubauen.  So dumm war dass allerdings von den Landmännern auch nicht, schließlich sind die grünen Teile der Kartoffel sehr giftig.   Sein Plan ging auf, die Bauern stahlen die Kartoffeln  und und die „Pommes Fritz“ war geboren.

Heute aber ist das längst Geschichte. Der Kartoffelsalat darf auf keinem Grillabend fehlen, Bratkartoffeln mit Spiegelei, früher ein Arme-Leute-Essen ist schon fast eine Delikatesse. Als Kroketten, Rösti, Pellkartoffeln, Kartoffelknödel, Reibekuchen usw. stehen reichlich Varianten zur Verfügung.

Besonders begehrt sind natürlich die „neuen“ ganz frischen Kartoffeln. Meine persönlichen Favoriten sind die ganz kleinen, durchs Raster gefallenen „Schweinekartoffeln“. Die dünne Schicht unterhalb der Schale ist schließlich die geschmacklich intensivste.

Der Begriff Schweinekartoffeln kommt übrigens daher, dass sie  im Schweintopf, in dem auch die Schalen landeten, gekocht wurden und als Futter fürs Borstenvieh dienten. Selbst Für die im Hause lebende Oma war es zu mühsam diese Winzlinge von Hand zu schälen, obwohl das neben dem Stricken von Socken oft ihre Hauptaufgabe im Haushalt war.

Die Frage „Was kosten die Kartoffel in diesem Jahr ?“ beschäftigte manche Hausfrau, war es doch üblich, einen guten Vorrat einzukellern.  Die Zeiten haben sich in diesem Punkt doch gründlich geändert. Die Gastronomie bedient sich industriell geschälter Kartoffeln und im Big Business von Monsanto und Co. bleiben alte Kultursorten wie Linda auf der Strecke. Der Erdapfel ist zum Zankapfel geworden.

Auch bei der Neuanlage eines Gartens spielte die Kartoffel eine nicht unbedeutende Rolle. Um den Boden aufzuschließen wurden, nachdem der Hausbau vollendet war, noch bis Anfang der 70er Jahre  im ersten Jahr nämlich zunächst Kartoffeln angebaut, auch wenn der Garten später überwiegend als Ziergarten genutzt werden sollte.

Eine kleine Kuriosität am Rande ist noch, dass man aus der Kartoffel eine wahrhaft eierlegende Wollmilchsau machen kann. Als Nachtschattengewächs ist sie nämlich mit der Tomate verwandt. Veredelt man nun einen Tomatentrieb auf die Kartoffelpflanze, bildet die Pflanze im Boden Kartoffelknollen und oberirdisch reifen die Tomaten.