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Der besondere Garten

alle Fotos vom Stierbräu in Vechta

Von einer besonderen Gartenleidenschaft haben wir hier noch gar nicht berichtet. Das momentan sonnige Wetter erzeugt jedoch eine starke Sehnsucht nach einer ganz bestimmten Gartensorte. Der Garten als Treffpunkt und Hotspot der Geselligkeit. Garten als der Ort kleiner oder großer Genüsse. Garten als Freilufterlebnis der besonderen Art.

Ich spreche vom Biergarten, eine liebliche Idylle, die ihre Besonderheit aus der Tatsache zieht, dass hier in der Regel eine Blume im Mittelpunkt steht – die Blume eines schön gezapften Bieres. Bier ist eines der ältesten Getränke der Menschheit überhaupt. (Das Wasser lassen wir mal als Reinigungsflüssigkeit außer Betracht.)

Und schon die alten Sumerer saßen in der Abendsonne an den Ufern des Euphrat auf einfachen Holzbänken, wünschten sich gegenseitig Gesundheit und hoben den ein oder anderen Humpen. Und auch die Mönche des Mittelalters, die uns diesen Genuss in unsere nördlicheren Gefilde trugen, hatten sicher ihre Freude daran, zur Fastenzeit auf harten Holzbänken im Klostergarten das geistige Getränk zu genießen.

Kein bajuwarischer Gasthof, der auf sich hält, kommt ohne diesen Ort geistiger Erbauung aus und auch hier im Norden findet man immer häufiger engagierte Biergärtner.

Noch ein paar Wochen, und eine großartige Gartensaison kann beginnen. Prost!

Rosenparadies in Wilhelmshaven

Im der milden und meereswürzigen Luft des Jadebusens, ist in Wilhelmshavens Süden ein kleines „Rosenparadies“ aus den Händen ihrer Besitzer Astrid und Rüdiger Guhl entstanden. Mit viel Liebe und offensichtlichem Spaß gestalten sie hier in und um ein altes Backsteinhaus ein Gesamtkunstwerk, das auch immer wieder interessierten Besuchern offen steht.

Dabei hat es  mit einem verwahrlosten Grundstück angefangen. Der Charme des hundertjährigen Hauses war es, der die Guhls zunächst einfing. Der Garten entstand nach mühsamem Aufräumen und Roden und viel „Ackerei“. Aber es gab neben dem schönen Haus auch Wertvolles, wie die alten Bäume, die sie in ihr Gartenkonzept aufgenommen haben.

Gleich mehrere Terrassen, eine Wasserfläche und vor allem ein riesiger Fundus an Rosen, vornehmlich historische Duftrosen haben hier aus den Händen der Hausherrin, die auch als Malerin aktiv ist, und ihres Mannes ein sehenswertes gärtnerisches Kleinod entstehen lassen.

Rasengeschichte(n) -1

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Die Ansprüche an Rasenflächen sind so unterschiedlich wie ihre Besitzer. Um am Ende das Ergebnis zu erhalten, das man sich wünscht, ist einiges nötig. Schon bei der Anlage einer Rasenfläche können später schwer zu reparierende Fehler gemacht werden. Das Thema  Rasen ist ein so weites Feld, dass hierzu wohl einige Artikel zu schreiben sind. Unterhaltsames und Geschichtliches soll neben den praktischen Ratschlägen dabei nicht zu kurz kommen.

Wie alles begann

Bereits im 17. Jahrhundert, als im damaligen Jet-Set aus Königen und Adligen schicke Gartenanlagen ziemlich angesagt waren, mussten die Gartengestalter sich etwas einfallen lassen, um so etwas wie einen „ordentlichen“ Rasen anzulegen. So erfanden sie kurzerhand den Rollrasen. Personal stand ja reichlich zur Verfügung. Die leibeigenen Bauern wurden zum Plaggenstechen auf ausgesuchten Flächen verdonnert, während der Auftraggeber auf das Lustwandeln wartete.  Ob diese Maßnahmen ursächlich dafür waren, dass der ein oder andere Adelige kurze Zeit später den Kopf verlor, ist nicht belegt.

Jedenfalls wendete der Stararchitekt Peter Joseph Lenné  in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein anderes Verfahren an, dass in England und Frankreich schon mit Erfolg eingesetzt wurde. Als Lenné den Auftrag zur Gestaltung des Berliner Tiergartens erhielt, ließ er Reste des Heudrusches zusammenfegen und einsäen.

Fortan war  „Berliner Tiergarten“ der Ausdruck für Qualitätsrasen schlechthin. Bis heute hat sich dieser Begriff für Rasenmischungen erhalten. Allerdings hat der heutige „Berliner Tiergarten“ nur noch wenig mit Qualität gemein und ist vielfach zur Billigmischung verkommen.  Er sagt nämlich überhaupt nichts über den Inhalt der Mischung aus, da der  Begriff nicht geschützt ist. Es gibt selbstverständlich auch noch gute Tiergartenmischungen. Welche Mischung allerdings brauchbar ist, kann der Laie fast nicht erkennen. Zwar muss die Zusammensetzung auf einem 10 kg Sack laut Saatgutverkehrsgesetz aufgedruckt sein, welche Gräsersorte aber gut ist und welche bestenfalls als Futtergras zu gebrauchen ist, geht daraus nicht hervor. Selbst für Fachleute ist dies bei der großen Zahl an Gräsersorten nicht erkennbar. Sie müssten sich dazu schon in der aktuellen FLL- Sortenliste über die Bewertung der einzelnen Gräsersorten informieren.

Einziger Hinweis ist, dass die  Anbieter von Billigstmischungen vermeiden, das Wort Rasen zu erwähnen. Auf den Packungen heißt es dann „Berliner Tiergarten“ und irgendwo am Rand: „für Begrünungszwecke“.

Heute ist der „Berliner Tiergarten“ daher oft das, was er am Anfang seiner Geschichte war: Heudrusch.

Mediterran

Wer es vor Fernweh auf Terrassien oder Balkonien kaum aushält, dem seien hier einige mediterran wirkende Pflanzen empfohlen. Aber Achtung viele von Ihnen benötigen Winterschutz.  Einige Möglichkeiten und Tricks  , wie Sie selbst eine Phoenix Palme durch den Winter bekommen verrate ich in einem der nächsten Beiträge. Eigene Methoden dürfen hier natürlich schon mal gern  gepostet werden.