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Termine im Vermehrungsgarten Hannover

Der Vermehrungsgarten – Termine für 2017

(Download PDF)

Vermehrungsgarten Hannover
Foto: www.vermehrungsgarten.de

Nicht alle haben das Gärtnern bei Oma gelernt, selbst in der Gärtnerausbildung werden nicht mehr alle Bereiche vermittelt. Gartenkurs, das ist wie Spanisch lernen oder Tango tanzen, was man bisher nicht gelernt hat, das kann man noch anfangen.

Für alle offen

Alle Termine sind allgemein offen. Die Kurse stehen Klein-, Haus-, BalkongärtnerInnen und Interessierten offen.

Vermehrungsgarten Hannover
Foto: www.vermehrungsgarten.de

Diese Terminankündigungen finden sich bald auch wieder auf der Internetseite www.vermehrungsgarten.de. Eine Anmeldung ist besonders für die Kurse unbedingt und rechtzeitig notwendig. Zu den Terminen „Anpacken am Nachmittag“ sind alle ohne Anmeldung herzlich eingeladen. Alle Arbeit findet weiterhin ehrenamtlich statt.

Vermehrungsgarten Hannover
Foto: www.vermehrungsgarten.de

Wachsende Internetseite

Die Internetseite des Vermehrungsgartens wächst. Hier gibt es Kulturanleitungen und Sortenbeschreibungen, die helfen, Fehler im Anbau und bei der Auswahl der Sorten für den eigenen Garten zu vermeiden. Es geht vor allem um den Erhalt alter, samenfester Sorten, die nicht mehr im Handel zu bekommen sind. 

Gartenadresse: An der Bauerwiese 42. Hannover-Ricklingen

Fundstück der Woche – Erdmieten

Zur Überwinterung  von zweijährige Samenmutterpflnzen heißt es in

 „Der Gemüsesamenbau“ von R. Trenkle 1919 ,Verlag Eugen Ulmer:

“ a) Erdmieten kommen  vornehmlich für die Überwinterung der verschiedenen Wurzlgemüse wie Karotten und Möhren, Herbst- und Mairüben, rote Rüben Herbst- und Winterrettiche und Kohlrüben in Betracht. Sellerie wird dagegen besser in Erdgruben überwintert. Für die Anlage der Erdmieten gilt das gleiche wie für Kartoffelmieten.  Man suche für die Anlage der Mieten möglichst trockene Stellen aus, Grundstücke mit hohem Grundwasserstand sind hierfür ungeeignet. Im allgemeinen sind Flachmieten, welche zu ebener Erde angelegt und mit einem Graben umgeben werden, vorzuziehen, doch wird man in kalten Gegenden und Frostlagen, zweckmäßiger Tiefmieten anlegen, wobei man 30-40  Zentimeter tief in den Boden geht (Abb. 3) die Mieten sollten aber keinesfalls eine größere Breite als  1,50 bis 1,80 Meter erhalten.

b) Die Überwinterung in Erdgruben, Erdhütten und Mistbeetkästen kann bei allen zweijährigen Gemüsesorten angewendet werden und ist einer Überwinterung in dumpfen, feuchten Kellerräumen vorzuziehen. Vor allem empfiehlt sich diese Überwinterungsart für Sellerie, Petersilie und alle Kohlarten. Für Erdgruben hebt man an trockener Stelle im Garten in beliebiger Länge 1,40 bis 1,50 Meter breite, und je nach der Bodenbeschaffenheit und der zu überwinternden Gemüseart, 20 bis 40 zentimeter tiefe Gruben aus ( Abb. 4). Sofern es sich nicht ohnehin um Sandboden handelt, bringt man auf den Boden eine Schicht trockenen Sand und schlägt  die Samenmutterpflanzen mit den Wurzeln darin ein. Wurzelgemüse werden bis an den Kopf in den Sand gebracht. Die Kohlarten ( Weißkraut, Rotkraut und Wirsing) werden ebenfalls reihenweise dicht nebeneinander in die Erdgruben eingestellt und die Wurzeln mit Sand oder Erde bedeckt. auch können sie mit den Wurzeln nach oben auf den Kopf eingestellt werden. Oben wird die Grube möglichst mit Brettern abgedeckt und zwar so, daß etwas Gefälle nach einer Seite vorhanden ist. In Ermangelung von Brettern legt man einfach Stangen über die Grube und deckt diese mit Tannenreisig und etwas Stroh oder Schilf ab. Bei Eintritt stärkerer Fröste wird noch eine dickere Schicht Stroh, Schilf, Laub oder strohiger Dünger aufgebracht. Damit genügend Luftzug vorhanden ist, läßt man die Stirnseiten der Gruben frei und schließt dies nur bei strenger Kälte, muß diese aber bei Tauwetter sofort wieder öffnen. In der gleichen Weise erfolgt die Überwinterung der Samenträger in leeren, tief ausgehobenen Mistbeetkästen oder aber in mit Brettern oder Beton tiefer in die Erde eingebauten Erdhütten. „

Da die  Einlagerung etwa Mitte bis Ende Oktober zu erfolgen hat, ist also noch etwas Zeit, solche Erdmieten anzulegen …

Gartennetzwerk und Franks Pflanzenlexikon wünschen vorab viel Vergnügen beim Buddeln, bzw. ein entspanntes Wochenende!

Edles Gemüse vom Straßenwärter

Bereits Zwölf Uhr Mittags ist für diesen Straßenwärter Schicht im Schacht. Dann nämlich schließt er seine Blüten, die er am frühen Morgen erst geöffnet hatte.  Rangmäßig  ist er nur ein kleiner  Beamter: Nur zur Gemeinen  Wegwarte hat er es gebracht.

Seinem Geheimnis auf die Spur gekommen ist man erst nach einem milden Winter 1845 in Belgien. Bis dahin nutzte man die  als Rübe ausgebildete Wurzel nur als Viehfutter. Doch der kleine Mann hatte mehr zu bieten. Treibt man nämlich seine Wurzel in einem dunklen Raum unter Feuchtigkeit an, so erhält man aus einer Varietät der Gemeinen Wegwarte  (Cichorium intybus var. foliosum)  feinsten Chikoree. Der ist nicht nur wohlschmeckend, sondern auch gesund.

Die günstigen Wirkungen  von Cichorium intybus auf Kreislauf und Verdauung waren bereits im 17. Jahrhundert bekannt, dennoch begann die steile Karriere der Gemeinen Wegwarte zum Salatchicoree  erst mit der belgischen Entdeckung.  Angesichts ihrer schönen Blüte ist ein weiterer Karriereschritt  zur Rabattenstaude denkbar. Bislang sind mir außer der Wildart jedenfalls noch keine Zuchtsorten bekannt. So werde ich bis Ende August weiter meine Augen aufhalten und an den Straßenrändern nach der blauen Blüte Ausschau halten.

Die Kartoffel, eine dolle Knolle

Kartoffel

Vielen Kindern vielleicht nur in Stäbchenform als Pommes bekannt oder in Chipsform vereinnahmt,  hat die Kartoffel doch einiges mehr zu bieten. Ursprünglich wegen ihrer interessanten Blüte als Zierpflanze in Europa eingeführt und nur wenig wegen ihres  eigentlichen Nutzens angebaut, verhalf der kunstsinnige Gartenliebhaber Friedrich der Große ihr zum Durchbruch und machte sie damit zum preussischsten aller Gemüse.

Der alte Fuchs soll Kartoffelfelder zum Schein von seinen Soldaten bewacht haben lassen, um die skeptischen Bauern neugierig zu machen. Denn nach dem Motto  „wat dei Bur nich kennt, dat frett hei nich“ hatten sie sich zuvor geweigert Kartoffeln anzubauen.  So dumm war dass allerdings von den Landmännern auch nicht, schließlich sind die grünen Teile der Kartoffel sehr giftig.   Sein Plan ging auf, die Bauern stahlen die Kartoffeln  und und die „Pommes Fritz“ war geboren.

Heute aber ist das längst Geschichte. Der Kartoffelsalat darf auf keinem Grillabend fehlen, Bratkartoffeln mit Spiegelei, früher ein Arme-Leute-Essen ist schon fast eine Delikatesse. Als Kroketten, Rösti, Pellkartoffeln, Kartoffelknödel, Reibekuchen usw. stehen reichlich Varianten zur Verfügung.

Besonders begehrt sind natürlich die „neuen“ ganz frischen Kartoffeln. Meine persönlichen Favoriten sind die ganz kleinen, durchs Raster gefallenen „Schweinekartoffeln“. Die dünne Schicht unterhalb der Schale ist schließlich die geschmacklich intensivste.

Der Begriff Schweinekartoffeln kommt übrigens daher, dass sie  im Schweintopf, in dem auch die Schalen landeten, gekocht wurden und als Futter fürs Borstenvieh dienten. Selbst Für die im Hause lebende Oma war es zu mühsam diese Winzlinge von Hand zu schälen, obwohl das neben dem Stricken von Socken oft ihre Hauptaufgabe im Haushalt war.

Die Frage „Was kosten die Kartoffel in diesem Jahr ?“ beschäftigte manche Hausfrau, war es doch üblich, einen guten Vorrat einzukellern.  Die Zeiten haben sich in diesem Punkt doch gründlich geändert. Die Gastronomie bedient sich industriell geschälter Kartoffeln und im Big Business von Monsanto und Co. bleiben alte Kultursorten wie Linda auf der Strecke. Der Erdapfel ist zum Zankapfel geworden.

Auch bei der Neuanlage eines Gartens spielte die Kartoffel eine nicht unbedeutende Rolle. Um den Boden aufzuschließen wurden, nachdem der Hausbau vollendet war, noch bis Anfang der 70er Jahre  im ersten Jahr nämlich zunächst Kartoffeln angebaut, auch wenn der Garten später überwiegend als Ziergarten genutzt werden sollte.

Eine kleine Kuriosität am Rande ist noch, dass man aus der Kartoffel eine wahrhaft eierlegende Wollmilchsau machen kann. Als Nachtschattengewächs ist sie nämlich mit der Tomate verwandt. Veredelt man nun einen Tomatentrieb auf die Kartoffelpflanze, bildet die Pflanze im Boden Kartoffelknollen und oberirdisch reifen die Tomaten.