Schlagwort-Archive: Heilpflanzen

SCHLAFMOHN, ENGELWURZ UND APHRODITES QUITTEN

Die Pflanzen der Heiligen und Gottheiten,

Haben Sie gewusst, dass ein goldener Apfel unsterblich macht? Naja, jedenfalls glaubt das die alte illustre Gesellschaft in Walhall und Asgard bei täglichem Biss in einen dieser Alleskönner. Für Normalsterbliche davon übrig geblieben ist ja bekanntermaßen  der gerne auch von Usern des gleichnamigen IT-Konzerns verballhornte Satz „an apple a day keeps the doctor away“.

Schlafmohn, Engelwurz und Aphrodites Quitten
Baldrianblüte (Foto. Claudia Ritter)

Oder wer weiß schon, dass der Name des Baldrians von Baldur, einem strahlendem Spross Odins stammt. Außerdem ermöglicht das Kraut, die germanischen Wälder auf den Rücken von Hirschen zu erkunden, jedenfalls gelingt dies der Göttin Freya oder Frigg, der Gespielin Odins und immerhin zuständig für die Heilkunst.

Wenigstens wissen ja die Freunde von Asterix, Obelix und ihrer Wohngemeinschaft, dass die Misteln von Miraculix & Co. richtig verarbeitet Wahnsinnskräfte verleihen. Achtung – unbedingt mit einer goldenen Sichel schneiden! Doch auch ohne dieses exklusive Gartengerät der Druiden geerntet, verfügt diese Pflanze über eine ganze Reihe erstaunlicher, heilsamer Wirkungen.

Schlafmohn, Engelwurz und Aphrodites Quitten
Schlafmohn (Foto: Claudia Ritter)

Heilanwendungen und Rezepte

Fünfzig solch interessanter Pflanzen hat die Autorin Claudia Ritter in dem jüngst erschienenen Buch zusammengetragen. Mit höchst informativen Geschichten und Fakten rund um jede einzelne von ihnen bringt sie dem Leser eine ganze Reihe von Aspekten nahe. Vor allem stellt sie den informativ/unterhaltsamen Zusammenhang zwischen Wirkungsweisen der Pflanzen und den ihnen zugeordneten Sagen- und Religionsgestalten her.

Zu jeder Pflanze gehören aussagekräftige Fotos, Darstellungen der Götter und Heiligen, unterhaltsame Geschichten und Berichte voll botanischen Wissens, Benennung der wirksamen Inhaltsstoffe und Wirkungsweisen, so wie schließlich eine Reihe nachvollziehbarer Rezepte.

Schlafmohn, Engelwurz und Aphrodites Quitten
Granatapfel (Foto: Norbert Griebl)

Mit viel Liebe wurde hier ein Wissen zusammengetragen und kurzweilig wiedergegeben, das vom Alant bis zur Weinrebe die Pflanzen der Götter vorstellt, sie in den ihnen gebührenden kulturgeschichtlichen Zusammenhang stellt und ihre viele Jahrhunderte genutzte Bedeutung in der Volksmedizin und besonders ihre Verwendung in der Küche mit einer Vielzahl anwendbarer Rezepte angemessen würdigt. (wenn nötig auch mit deutlichen Warnhinweisen).

Ein umfangreiches Literaturverzeichnis rundet dieses Buch ab.

Schlafmohn, Engelwurz und Aphrodites Quitten
Foto: Mag. Gertrude Tritthart

Fazit

Ich kann dieses Werk von Claudia Ritter uneingeschränkt auch als wertvolles Nachschlagewerk empfehlen. Hier werden keine reißerischen Heilsversprechen dargestellt, wie sie einem so oft in entsprechend angehauchten Veröffentlichungen begegnen. Hier werden dem Leser bekannte und weniger bekannte Pflanzen sachlich und dennoch unterhaltsam umfassend vorgestellt. Dabei liegt der Hauptaspekt natürlich in den seit jeher und oftmals bis heute praktizierten Anwendungsmöglichkeiten.

Ganz sicher hilft dieses Buch der Bewahrung uralten Wissens über die Wirkungsweisen und Anwendungen der Pflanzen, von dem schon so viel unwiederbringlich verloren gegangen ist.

Info

  • SCHLAFMOHN, ENGELWURZ UND APHRODITES QUITTEN – Die Pflanzen der Heiligen und Gottheiten, Heilanwendungen und Rezepte
  • Claudia Ritter, Verlag Leopold Stocker, ISBN 978-3-7020-1618-0
  • 160 Seiten, Hardcover, durchgehend farbig bebildert
    Preis 19,90 Euro

Apfelbeere Aronia

Apfelbeere, Aronia

Ernte von August bis Oktober. Anspruchsloser Strauch mit ca. 10 Millimeter großen Früchten. Die zum Kernobst zählenden Früchte enthalten neben Vitamin C auch andere hohe Anteile an Wirkstoffen, wie Vitamin K und Flavonoide. Die besonders gepriesenen Heilwirkungen sind aber nicht unumstritten. Beispielsweise enthalten Holunderbeeren ganz ähnliche Mengen an solchen Wirkstoffen. Auf jeden Fall aber ist sie, richtig zubereitet lecker:

Aronia Apfelbeere Vitaminobst

Christines Aronia oder Apfelbeerenmarmelade

„Seit ich diese Marmelade entdeckt habe, ist sie zu meiner liebsten geworden!“

Christines Rezept: „Da die Apfelbeeren sehr trocken sind, ist es etwas aufwändiger, sie zu Marmelade zu verarbeiten.“

Drei gleiche Teile Früchte, Gelierzucker (2:1) und Apfel- oder Birnensaft (Pfirsichsaft geht auch) in den Kochtopf geben und mit dem Mixstab nach kurzem Aufkochen pürieren (die winzig kleinen Kernchen spürt man nicht) und weitere 3 Minuten kochen.

In heiße Gläser füllen, kurz auf den Kopf stellen – fertig!

Aronia3

Botox des Mittelalters

Einem gerade angesagtem Schönheitsideal hinterherzuhecheln, war schon in früheren Zeiten eine Beschäftigung gewisser Kreise. Als besonders schick bei den Damen galten im Mittelalter große Pupillen. So begab sich mit der Einnahme von Extrakten aus Stechapfel, Bilsenkraut und Tollkirsche die ein oder Andere in die Hände der Namensgeberin der Atropa belladonna (Tollkirsche). Die griechische Schicksalsgöttin Atropos machte nämlich sehr schnell aus der schönen Frau eine schöne Leiche.  Wenn beim folgenden Leichenschmaus die Männer nun ihrerseits mit Bilsenkraut versetztes Bier tranken, konnte es auch Ihnen schlecht ergehen, gehören doch Stechapfel, Tollkirsche und Schwarzes Bilsenkraut zu den giftigsten Pflanzen überhaupt.  Berauschende Wirkung und tödliche Wirkung liegen nämlich nicht nur bei den mittelalterlichen Drogen dicht zusammen.

Dies sei den Nutzern unseres neuen Heilpflanzenlexikons zur Warnung mit auf den Weg gegeben.  Erfreuen sie sich lieber an den aufbereiteten alten Grafiken und den oft sehr interessanten Pflanzen, als dass sie Selbstversuche mit den oft hochgiftigen Pflanzen unternehmen. Die Substanzen mögen natürlich sein. Oft reichen aber nur wenige Beeren oder Samen für einen ganz und gar nicht natürlichen Tod.

Das Heilpflanzenlexikon ist übrigens jetzt in seiner Grundstruktur erstellt und freut sich auf Ihren Besuch. Was noch fehlt sind die ausführlichen Pflanzenbeschreibungen. Da ich dort aber täglich etliche Bilder einfügen werde, wird das Heilpflanzenlexikon erheblich schneller an Umfang gewinnen und bessere Suchmöglichkeiten bieten als Franks Pflanzenlexikon.

Außer Heilpflanzen bietet das Lexikon die Rubriken: NutzpflanzenWildkräuter, Giftpflanzen, Bibelpflanzen, Exotische Pflanzen und Botanik. Eine Übersicht zu Artikeln aus dem Gartennetzwek und eine Suchfunktion nach deutschen Pflanzennamen  ist ebenfalls in Arbeit. Selbstverständlich werden auch in Franks Pflanzenlexikon demnächst wieder neue Artikel erscheinen.

Es gibt noch viel zu tun…

Neue Spielwiese

Zu Schade um zu Verstauben fand ich meinen Fundus an alten Grafiken von Heilpflanzen. So habe ich kurzerhand eine neue Seite erstellt, auf der sie nun Platz finden. Das Heilpflanzenlexikon benutze ich nun als Spielwiese um ein paar Dinge auszuprobieren, die später dann der Übersichtlichkeit und Gestaltung  von  Franks Pflanzenlexikon zu Gute kommen sollen.  Bei der Pflanzenbestimmung sind übrigens Grafiken oft viel hilfreicher als Fotografien.