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Der Waldgarten

Ein innovativer Gartentypus

Die Landschaftsarchitektin Karin Standler verwirklicht Waldgärten im öffentlichen sowie halböffentlichen Bereich. Dieser Gartentypus ist wie geschaffen dafür, neue Standards für zukunftsfähige und nachhaltige Freiraumgestaltungen zu setzen.
Der Waldgarten ist ein ökologischer Freiraumtyp, der sowohl in der Stadt als auch in ländlichen Gemeinden für Grün- und Freiflächen anwendbar ist.

Waldgarten innovativer GartentypusEr eignet sich für die Gestaltung naturnaher Parkanlagen und privater Gärten, für die Neuanlage von Grünzügen und für die Umgestaltung von Wäldern zu essbaren Waldbiotopen.
Die Kombination von Garten und Wald bildet einen vielseitig nutzbaren Freiraum fürNutzerInnen jeder Altersgruppe: zum Aufenthalt, zum Spiel, zum Ernten, zur Erholung.
Zusätzlich zur hohen Aufenthaltsqualität bietet der Waldgarten auch die Möglichkeit der Wissensvermittlung und Bevölkerungsbeteiligung in urban forest gardening Projekten.

Auf diese Weise können die vielen nutzbaren Pflanzen von Wald- und Saum-Lebensräumen entdeckt werden.

Das Konzept Waldgarten ist auf drei Säulen aufgebaut

  1. einzigartige Pflanzenkombinationen und außergewöhnlich hohe Artenvielfalt
  2. mehrstufiger, waldartiger, naturnaher Vegetationsschichtenaufbau
  3. vielfältige Nutzungsmöglichkeiten Das gestalterische Gerüst bildet dabei eine standortgerechte Bepflanzung, die sich durch ihre nachhaltige Nutzbarkeit auszeichnet.

Waldgarten innovativer Gartentypus
Das Fruchtfleisch der Indianerbanane ist cremig und weich. Der Geschmack erinnert an einen Cocktail aus tropischen Früchten. Der Verkostungstisch zeigt die Früchte des Waldgartens.

Die Orientierung am Vegetationsschichtenaufbau eines naturnahen, lichten Waldes und durch die Kombination von Obstbäumen, Wildgehölzen, Beeren und Kräutern wird die Strukturvielfalt des Freiraums erhöht.

Ökologisch hochwertig, pflegeleicht, kostenextensiv

Gehölze werden durch Kletterpflanzen mit essbaren Früchten ergänzt; Pflanzen, die sich für eine medizinische oder technische Nutzung eignen (z.B. Heilkräuter oder Färberpflanzen), runden das Angebot ab.

Unter Berücksichtigung ihrer physiologischen und morphologischen Eigenschaften werden nutzbare Gehölze wie Obstgehölze, Ginkgo, Linde, Baumhasel etc. in unterschiedlichen Wuchshöhen mit Beerensträuchern und Kletterpflanzen so kombiniert, dass sie sich gegenseitig fördern, ergänzen und unterstützen.

Waldgarten innovativer Gartentypus
Der Pilz-Garten zeigt den Reichtum an essbaren „Schwammerln“ und Heilpilzen, die sich ausgezeichnet in Waldgärten anbauen lassen.

Durch die Gestaltung von Sonnenfallen, Saumsituationen und durch Modellierung von Hügel- oder Senkgärten entstehen unterschiedliche Standortbedingungen z.B. für mediterrane Nutzgehölze. Diese kleinklimatischen Nischen schaffen zusätzliche Lebensräume und ermöglichen so eine einzigartige und sehr artenreiche Kombination von Pflanzen.

Die Innovation: Der Waldgarten bietet eine innovative Alternative zu herkömmlichen Garten- und Landschaftsgestaltungen. Als pflegeleichter Park zeichnet er sich vor allem durch seine Langlebigkeit und Nachhaltigkeit aus.

Die extensive, ökologische Pflege und das Zulassen einer naturnahen Dynamik ist auch kostensparend in der Erhaltung. Weitere Vorteile entstehen durch die Gestaltung mit Gehölzen: Sie gleichen Temperaturextreme aus, mildern die Pollen- und Staubelastung durch die Filterwirkung des Blätterdaches ab und befeuchten die Luft.

Die Nutzpflanzen ermöglichen eine regionale Ernte und Wissensvermittlung rund um Kulturpflanzen. Weitere Anknüpfungspunkte zu Zukunftsthemen sind kostenextensive Freiräume und neue Bepflanzungstypen für öffentliche Freiräume.

Idee, Planung und Umsetzung: DI Dr. Karin Standler

Schrebergarten auf dem Lande

Schrebergarten für Flüchtlinge Dinklage setzt sich einn

Was soll ein Schrebergarten in dieser Umgebung? Fast Jeder hat doch hier seinen eigenen Garten! Der Gedanke spukt schon seit vielen Monaten in meinem Kopf herum: Gartenbegeisterung und konkrete Flüchtlingshilfe mit einander zu verbinden, beides zu nutzen um hier noch ein Stück gelebte Integration zu realisieren.

Nun scheint sich diese Idee rechtzeitig für die kommende Saison zu verfestigen, und die Realisierung ist greifbar. Völlig überraschend hat die Kirchengemeinde diese Pläne aufgegriffen und dafür gesorgt, dass fast ein „Schäpelsaot“ (Scheffelsaat) großer Gartenbereich für dieses Vorhaben zur Verfügung gestellt wurde, und das mitten in der Stadt.

Es ist ein schönes Grundstück mit einem alten Apfelbaum in der Mitte, das nun auf diese Weise eine neue Bedeutung bekommen soll. Wenn die vorbereitenden Erdarbeiten abgeschlossen, und die Einfriedungen komplett sind, kann die Gestaltung beginnen. Ich bin sehr gespannt wie dieses Projekt angenommen wird und berichte weiter an dieser Stelle …

http://dinklage-setzt-sich-ein.de

 Schrebergarten für Flüchtlinge Dinklage setzt sich einn

Meine kleine Farm – Buchtipp

Unsere kleine Farm

war der Titel der zuckersüßen Familiensaga aus dem ländlichen Kansas der Amerikanischen Gründerzeit.

Die Neuerscheinung Meine kleine Farm der beiden Autoren Miriam und Peter Wohlleben befindet sich in der Eifel des 21. Jahrhunderts, und anders als im wilden Westen wird hier nicht über das heile Familienleben berichtet. In ungewöhnlich üppigen Umfang werden die Freuden und Leiden eines Forstwirt-Ehepaares dargestellt, die sich inzwischen neben ihrem Berufsleben weitestgehend von den eigenen Flächen selbst versorgen.

Damit sind sie das Beispiel in einer Zeit, in der die Versorgung aus dem eigenen, dem gepachteten oder geliehenen Gartens vor allem in den Ballungsräumen immer populärer wird.

Anschauliches Farmerleben

Das 270 Seiten umfassende Buch teilt sich in fünf große Kapitel auf: Der Einleitungsteil stellt die grundsätzlichen Fragen nach Zeitaufwand Flächenmöglichkeiten. Er zählt die zu erwartenden Schwierigkeiten und Grundsätze bei der Bodennutzung und -bearbeitung auf und stellt das notwendige Equipment vor.

Der erste Hauptteil befasst sich mit der Produktion von „Grünzeug“. Ausführlich werden die Grundnahrungsmittel, das Gemüse und das Obst behandelt. Das Kapitel schließt mit den Gewürzkräutern, den essbaren Gartenschönheiten und exotischem Obst.

Genauso ausführlich wird die Haltung von Kleinvieh und Geflügel von der Aufzucht, der Futterbeschaffung und der Schlachtung im zweiten Hauptteil behandelt. Selbst wenn sich an diesem Kapitel vielfach die Geister scheiden, so ist doch wertvoll, sich wieder einmal vor Augen führen zu lassen, was Fleischkonsum eben auch bedeutet.

Umfangreich wird auch die Vorratshaltung mit den verschiedenen Formen und Techniken der Konservierung vorgestellt. Als Clou findet sogar die Alkoholherstellung als eine Form der Verwertung Beachtung.

Ein kurzer Ausflug in die Beschaffung der Grundlagen wie Wasser und Energie und zum Naturschutz schließt das Buch vor dem Serviceanhang mit einer Reihe interessanter Adressen und Literaturempfehlungen ab.

Nebenerwerbslandwirt

So nannte man in meiner Südoldenburger Heimat früher diese Form der Versorgung von der eigenen Scholle.

In allen Kapiteln begegnet der Leser dem immensen Erfahrungsschatz aus über 25 Jahren praktizierter Selbstversorgung mit allen Erfolgen und Rückschlägen. Drastisch und deutlich werden die Freuden und Leiden, der Genuss und die Anstrengung, die diesem vorausgeht, beschrieben und mit ausdrucksstarken Fotos begleitet.

Jeder kann aus diesem Werk die Informationen für sich ziehen, die seinen eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten im Großen wie im Kleinen entsprechen.

meine kleine Farm, Ulmer VerlagFazit

Ein ansprechendes, lesenswertes und in allem sehr informatives Buch, ein Leitfaden für jeden, das sich im eigenen oder gepachteten Garten eine Alternative für die Versorgung aus den Supermarktregalen schaffen möchte.

Info

  • Meine kleine Farm. – Anleitung für Selbstversorger
  • Miriam Wohlleben, Peter Wohlleben
  • Gebunden, 272 Seiten, 260 Farbfotos
  • 2015, Eugen Ulmer KG
  • ISBN 978-3-8001-8394-4. € 29,90 (E-book € 22,99)

Fundstück der Woche – Erdmieten

Zur Überwinterung  von zweijährige Samenmutterpflnzen heißt es in

 „Der Gemüsesamenbau“ von R. Trenkle 1919 ,Verlag Eugen Ulmer:

“ a) Erdmieten kommen  vornehmlich für die Überwinterung der verschiedenen Wurzlgemüse wie Karotten und Möhren, Herbst- und Mairüben, rote Rüben Herbst- und Winterrettiche und Kohlrüben in Betracht. Sellerie wird dagegen besser in Erdgruben überwintert. Für die Anlage der Erdmieten gilt das gleiche wie für Kartoffelmieten.  Man suche für die Anlage der Mieten möglichst trockene Stellen aus, Grundstücke mit hohem Grundwasserstand sind hierfür ungeeignet. Im allgemeinen sind Flachmieten, welche zu ebener Erde angelegt und mit einem Graben umgeben werden, vorzuziehen, doch wird man in kalten Gegenden und Frostlagen, zweckmäßiger Tiefmieten anlegen, wobei man 30-40  Zentimeter tief in den Boden geht (Abb. 3) die Mieten sollten aber keinesfalls eine größere Breite als  1,50 bis 1,80 Meter erhalten.

b) Die Überwinterung in Erdgruben, Erdhütten und Mistbeetkästen kann bei allen zweijährigen Gemüsesorten angewendet werden und ist einer Überwinterung in dumpfen, feuchten Kellerräumen vorzuziehen. Vor allem empfiehlt sich diese Überwinterungsart für Sellerie, Petersilie und alle Kohlarten. Für Erdgruben hebt man an trockener Stelle im Garten in beliebiger Länge 1,40 bis 1,50 Meter breite, und je nach der Bodenbeschaffenheit und der zu überwinternden Gemüseart, 20 bis 40 zentimeter tiefe Gruben aus ( Abb. 4). Sofern es sich nicht ohnehin um Sandboden handelt, bringt man auf den Boden eine Schicht trockenen Sand und schlägt  die Samenmutterpflanzen mit den Wurzeln darin ein. Wurzelgemüse werden bis an den Kopf in den Sand gebracht. Die Kohlarten ( Weißkraut, Rotkraut und Wirsing) werden ebenfalls reihenweise dicht nebeneinander in die Erdgruben eingestellt und die Wurzeln mit Sand oder Erde bedeckt. auch können sie mit den Wurzeln nach oben auf den Kopf eingestellt werden. Oben wird die Grube möglichst mit Brettern abgedeckt und zwar so, daß etwas Gefälle nach einer Seite vorhanden ist. In Ermangelung von Brettern legt man einfach Stangen über die Grube und deckt diese mit Tannenreisig und etwas Stroh oder Schilf ab. Bei Eintritt stärkerer Fröste wird noch eine dickere Schicht Stroh, Schilf, Laub oder strohiger Dünger aufgebracht. Damit genügend Luftzug vorhanden ist, läßt man die Stirnseiten der Gruben frei und schließt dies nur bei strenger Kälte, muß diese aber bei Tauwetter sofort wieder öffnen. In der gleichen Weise erfolgt die Überwinterung der Samenträger in leeren, tief ausgehobenen Mistbeetkästen oder aber in mit Brettern oder Beton tiefer in die Erde eingebauten Erdhütten. „

Da die  Einlagerung etwa Mitte bis Ende Oktober zu erfolgen hat, ist also noch etwas Zeit, solche Erdmieten anzulegen …

Gartennetzwerk und Franks Pflanzenlexikon wünschen vorab viel Vergnügen beim Buddeln, bzw. ein entspanntes Wochenende!