Lunaria annua, Judastaler

Tipps zur Walpurgisnacht

Eins vorweg: Um selbst am munteren Treiben der Hexen auf dem Brocken teilnehmen zu können,  hätten wir schon etwas früher aufstehen müssen. Zwar dürfte für viele die Anreise zeitlich noch machbar sein, doch würde die- oder derjenige, der dort mit dem Auto vorfährt wohl von der Teilnahme ausgeschlossen werden. Das klassische Gefährt der Hexen ist und bleibt nun mal der Besen. Dieser jedoch benötigt einen besonderen Treibstoff, der nicht im freien Handel erhältlich ist. Erst durch das Bestreichen mit einer Flugsalbe aus bestimmten Kräutern hebt er sich in die Lüfte. Judastaler (Lunaria annua) und Dachwurz (Sempervivum) hätte ich persönlich wohl zur Hand. Schmalz wäre sicher auch noch schnell im nächsten Supermarkt zu bekommen. Vogelblut könnte ich mir von einem Hühnerhalter, von denen es hier reichlich gibt, besorgen.  Beim Eisenkraut (Verbena officinalis) könnte ich vielleicht noch mit der abgebildeten Verbena bonariense tricksen. Nach der Gemeinen Wegwarte (Cichorium intybus) müsste ich suchen. Spätestens beim Bingelkraut (Mercurialis annua) und dem ebenso benötigten Frauenhaarfarn (Adiantum capillus vernus) wäre ich aber am Ende meiner Möglichkeiten angekommen.

Glechoma hederacea, Gundermann

Eine hektische Einkaufstour wäre auch völlig sinnlos, muss doch jedes der genannten Kräuter nach Johann Hartliebs  Das puch aller verpoten kunst, ungelaubens und der zaubrey von 1456 an einem bestimmten Wochentag gesammelt werden. Es kursieren zwar noch etliche andere Rezepturen im Netz, aber auf die gebe ich nicht viel. So wird es denn wohl nichts mit einem Kurztrip zum Brocken, und es bleibt nur noch eine letzte Chance zumindest den Hexenflug beobachten zu können. Dies ist nämlich mit einem Kranz aus Gundermann (Glechoma hederacea) möglich. Da ich hiervon genügend Pflanzen habe, werde ich mich nun schnellstens an die floristische Arbeit machen. Ich bin wirklich gespannt, ob ich die ein oder andere Nachbarin oder Kollegin heute  Nacht am Himmel erspähen kann – man kann es ja nie wissen.

Allen anderen bleibt nur, sich morgen mit einem frischen Birkenzweig am Rad zu den Maibäumen aufzumachen.

In diesem Sinne:

Euch allen einen fröhlichen ersten Mai!

5 Gedanken zu „Tipps zur Walpurgisnacht“

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