Milde Zeiten

Das war vor 3 Jahren, doch auch in diesem Jahr fördern die milden Temperaturen vielerorts noch das Pilzwachstum. Doch werden inzwischen die Pilzbestände unserer Wälder mehr und mehr systematisch geplündert und in ihrem Artenreichtum gefährdet.

Darum bitte mit Augenmaß sammeln oder sich an einem solchen Anblick einfach nur erfreuen und auf die Ernte verzichten. Bäume sind zur Erschließung von Nährstoffen unmittelbar auf Pilze angewiesen.

Calvatia gigantea, Riesenbovist, Gartennetzwerk.comDass ich noch am 1. Dezember ein Prachtexemplar eines Riesenbovisten (Calvatia gigantea) finde, hab ich vorher auch nicht für möglich gehalten. Aber es ist so und zeigt, wie mild der Herbst in diesem Jahr hier im Nordwesten ist.

Dieser Kollege hier ist ein sehr schön, fast komplett ebenmäßig rund gewachsener, 1 Kilogramm schwerer und ca 20 Zentimeter im Durchmesser messender Pilz mit ausgezeichneten Geschmack. Es ist nur eine mittlere Größe, denn Riesenboviste können bis zu 50 Zentimeter Dicke messen.

Solange er innen rein weiß ist, eignet sich der Bovist, der zu den Stäublingen gehört, für jeder Art Pilzgericht. Klassisch schneidet man ihn in dicke Scheiben, paniert und brät ihn wie ein Schnitzel.

Indian Summer in Norddeutschland

In den sozialen Netzwerken begegnen uns viele Fotografen und eben auch viele gute Naturfotografen.

Birgit Meyer Herbstimpressionen

Birgit Meyer Herbstimpressionen

Gerade hier in meiner unmittelbaren Nachbarschaft zeigt jedoch eine Fotografin ihre Bilder, die es immer wieder schafft, mit der Kamera zu malen.

Birgit Meyer Herbstimpressionen Birgit Meyer Herbstimpressionen

Birgit Meyer fängt nicht nur die Naturphänomene der hiesigen Moor- und Heidelandschaften ein, sondern sie präsentiert in besonderer Weise Stimmungen, die manchmal die Grenzen zur Malerei streifen. Besonders diese bunten Herbstimpressionen geben das eindrucksvoll wieder.

Birgit Meyer Herbstimpressionen Birgit Meyer Herbstimpressionen

Es ist eine Kunst, etwas zu sehen, was wir alle sehen, und es dann in dieser wundervollen, überraschenden Form einfangen zu können.

Genießt auch hier http://www.naturnah-fotos.de/

Naturgartentage 2017 in Heidelberg

Mehr Natur bitte – Naturnahes Gärtnern und viel mehr

Seit 25 Jahren bietet der Naturgarten e.V. einmal jährlich eine einzigartige Veranstaltung an. Im Januar 2017 werden erneut eine breite Auswahl von vielfältigen Themen rund ums private und öffentliche Grün an vier Tagen in insgesamt 17 Vorträgen und Workshops angeboten. Als regelmäßiger Treffpunkt von Hobbygärtnern und Landschaftsarchitekten, GaLaBauern, Pädagogen und engagierten Laien richtet sich die Tagung sowohl an Vereinsmitglieder als auch an interessierte Gäste.

Die öffentlichen Tage sind unterschiedlichsten Themen gewidmet, von der Frage, wie Außenflächen von Kindergärten aussehen müssen, damit sie für U3 Kinder geeignet sind, bis zur Anlage von Privatgärten:

  • Natur-Erlebnisräume für Kleinkinder: Bauen, Spielelemente, Bepflanzung
  • Nutzgärten: Kulinarische Wildpflanzen, Früchte und alte Gemüsesorten
  • Lebensraum sonniger Gehölzraum: Pflanzen, Tiere, Anlage
  • Heimische und Nichtheimische Wildpflanzen: Futterquellen für Insekten & mehr
  • Naturgärten gestalten: Holz, Wasser, Steine – Sichtachsen anlegen, Materialien, usw.

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Foto: www.naturgartentage.de

Naturgartentage 2017, 19.-22. Januar 2017, Heidelberg

Veranstaltungsflyer Download hier>>>

Alle Vorträge, Workshops und Online-Anmeldung unter www.naturgartentage.de

Baum des Jahres 2017 ist die Fichte

Fichte (Rotfichte) Picea abies

Wenn es neben der Buche und Eiche einen weiteren typischen Baumvertreter in Mitteleuropa zu nennen gibt, ist es die Fichte. Oft mit den Tannen verwechselt ist die typisch-regelmäßige Kegelform gerade auch der älteren Fichten, das Stereotyp für das Weihnachtssymbol schlechthin.

Fichte Baum des Jahres 2017In meiner Kindheit gab es nur die Fichte als duftintensiven Weihnachtsbaum, bis sie von der plastikgleichen, langweiligen Nordmanntanne abgelöst wurde. Allerdings fand man ihre Pracht auch besonders schnell am Fußboden wieder.

Fichtenzapfen sind es, die wir im Wald auf dem Boden finden und Tannenzapfen nennen. Einen Tannenzapfen müssten wir uns schon direkt vom Baum pflücken, da von Ihnen bei Reife nur die Spindel übrigbleibt.

Fichte Baum des Jahres 2017Die Fichtennadeln sind diejenigen, die wir gar nicht mögen, weil sie, spitz und hart, nicht ganz so freundlich und umgänglich zu händeln sind, wie die weicheren, stumpferen Tannennadeln. Auch das Tannennadelschaumbad müsste Fichtennadelschaumbad heißen.

Die jungen, frühjährlichen Austriebe lassen sich gut in Speisen und Getränken in der Küche verwenden. Das wissen auch einige Vertreter von Läusearten, die, von Bienen gemolken, für den dunklen würzigen Waldhonig sorgen.

Fichte Baum des Jahres 2017Alles in allem ist die Fichte eine ursprüngliche heimische Baumart und sicher eine würdige Kandidatin für den „Baum des Jahres“ im nächsten Jahr!

Wer sich eingehender mit den Unterschieden von Fichte und Tanne beschäftigen möchte, findet hier einen guten „Lehrpfad“.

Fichte Baum des Jahres 2017

Landesgartenschau Bad Iburg 2018

Erster Landesgartenschau-Countdown

Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich: Am 18. Oktober waren es noch genau 18 Monate bis zur Eröffnung der Landesgartenschau in Bad Iburg. Monate, in denen noch viel Schönes geschaffen wird!

Geplant ist ab sofort für jeden 18. eines Monats eine Countdown-Veranstaltung, die jeweils die Vorfreude der Iburger auf die Landesgartenschau spiegelt. Gerne nehmen die Initiatoren noch Ideen und Vorschläge entgegen.

Landesgartenschau Bad Iburg 2018
Foto: Imma Schmidt – Kinder der Grundschule am Hagenberg

Besuch bei RosaLotta

Die sechs Mädchen und Jungen stammen aus den 4er-Klassen der Grundschule am Hagenberg. Sie hatten an der Aktion der Schülervertretung mitgewirkt, bei der unter dem Motto „Landesgartenschau für Kinder“ Ideen zu kindgerechten LaGa-Veranstaltungen, zum grünen Klassenzimmer und auch Vorschläge zu Maskottchen erarbeitet wurden.

Sie besuchten, begleitet von ihren Beraterinnen und Lehrerinnen die Kostümwerkstatt von Stefanie Ludwig in Hagen am Teutoburger Wald. Dort entsteht derzeit das Landesgartenschau-Maskottchen RosaLotta nach einem prämierten Entwurf des Iburgers Thomas Oberhoff.

Landesgartenschau Bad Iburg 2018
Foto: Imma Schmidt – Stiefel und Handschuhe von Rosalotta

In großen Plastikkisten liegen fertige Einzelteile der unterschiedlichen Maskottchen, die gerade in Arbeit sind. Blaue Stiefel und pinkfarbene Handschuhe von RosaLotta warten bereits im Regal.

Landesgartenschau Bad Iburg 2018
Foto: Imma Schmidt – fertig gebastelt

Am Ende des Werkstattbesuchs konnten die Kinder sich noch ein kleines Armband basteln – stolz hielten sie es in die Kamera. Und auch die beiden Lehrerinnen waren zufrieden: „Toll, so ein Blick hinter die Kulissen!

Der Waldgarten

Ein innovativer Gartentypus

Die Landschaftsarchitektin Karin Standler verwirklicht Waldgärten im öffentlichen sowie halböffentlichen Bereich. Dieser Gartentypus ist wie geschaffen dafür, neue Standards für zukunftsfähige und nachhaltige Freiraumgestaltungen zu setzen.
Der Waldgarten ist ein ökologischer Freiraumtyp, der sowohl in der Stadt als auch in ländlichen Gemeinden für Grün- und Freiflächen anwendbar ist.

Waldgarten innovativer GartentypusEr eignet sich für die Gestaltung naturnaher Parkanlagen und privater Gärten, für die Neuanlage von Grünzügen und für die Umgestaltung von Wäldern zu essbaren Waldbiotopen.
Die Kombination von Garten und Wald bildet einen vielseitig nutzbaren Freiraum fürNutzerInnen jeder Altersgruppe: zum Aufenthalt, zum Spiel, zum Ernten, zur Erholung.
Zusätzlich zur hohen Aufenthaltsqualität bietet der Waldgarten auch die Möglichkeit der Wissensvermittlung und Bevölkerungsbeteiligung in urban forest gardening Projekten.

Auf diese Weise können die vielen nutzbaren Pflanzen von Wald- und Saum-Lebensräumen entdeckt werden.

Das Konzept Waldgarten ist auf drei Säulen aufgebaut

  1. einzigartige Pflanzenkombinationen und außergewöhnlich hohe Artenvielfalt
  2. mehrstufiger, waldartiger, naturnaher Vegetationsschichtenaufbau
  3. vielfältige Nutzungsmöglichkeiten Das gestalterische Gerüst bildet dabei eine standortgerechte Bepflanzung, die sich durch ihre nachhaltige Nutzbarkeit auszeichnet.

Waldgarten innovativer Gartentypus
Das Fruchtfleisch der Indianerbanane ist cremig und weich. Der Geschmack erinnert an einen Cocktail aus tropischen Früchten. Der Verkostungstisch zeigt die Früchte des Waldgartens.

Die Orientierung am Vegetationsschichtenaufbau eines naturnahen, lichten Waldes und durch die Kombination von Obstbäumen, Wildgehölzen, Beeren und Kräutern wird die Strukturvielfalt des Freiraums erhöht.

Ökologisch hochwertig, pflegeleicht, kostenextensiv

Gehölze werden durch Kletterpflanzen mit essbaren Früchten ergänzt; Pflanzen, die sich für eine medizinische oder technische Nutzung eignen (z.B. Heilkräuter oder Färberpflanzen), runden das Angebot ab.

Unter Berücksichtigung ihrer physiologischen und morphologischen Eigenschaften werden nutzbare Gehölze wie Obstgehölze, Ginkgo, Linde, Baumhasel etc. in unterschiedlichen Wuchshöhen mit Beerensträuchern und Kletterpflanzen so kombiniert, dass sie sich gegenseitig fördern, ergänzen und unterstützen.

Waldgarten innovativer Gartentypus
Der Pilz-Garten zeigt den Reichtum an essbaren „Schwammerln“ und Heilpilzen, die sich ausgezeichnet in Waldgärten anbauen lassen.

Durch die Gestaltung von Sonnenfallen, Saumsituationen und durch Modellierung von Hügel- oder Senkgärten entstehen unterschiedliche Standortbedingungen z.B. für mediterrane Nutzgehölze. Diese kleinklimatischen Nischen schaffen zusätzliche Lebensräume und ermöglichen so eine einzigartige und sehr artenreiche Kombination von Pflanzen.

Die Innovation: Der Waldgarten bietet eine innovative Alternative zu herkömmlichen Garten- und Landschaftsgestaltungen. Als pflegeleichter Park zeichnet er sich vor allem durch seine Langlebigkeit und Nachhaltigkeit aus.

Die extensive, ökologische Pflege und das Zulassen einer naturnahen Dynamik ist auch kostensparend in der Erhaltung. Weitere Vorteile entstehen durch die Gestaltung mit Gehölzen: Sie gleichen Temperaturextreme aus, mildern die Pollen- und Staubelastung durch die Filterwirkung des Blätterdaches ab und befeuchten die Luft.

Die Nutzpflanzen ermöglichen eine regionale Ernte und Wissensvermittlung rund um Kulturpflanzen. Weitere Anknüpfungspunkte zu Zukunftsthemen sind kostenextensive Freiräume und neue Bepflanzungstypen für öffentliche Freiräume.

Idee, Planung und Umsetzung: DI Dr. Karin Standler

Zierapfel nur Zierapfel?

Es gibt etwa 35 verschiedene Wildapfelarten, verteilt über Asien und Europa. Aus ihnen wurden zahlreiche Hybriden gezüchtet, die oft als Ziergehölze in Parks und Gärten auftauchen.

Zuallererst sollen sie durch die Pracht ihrer Blüten und Früchte einen optischen Nutzen haben. Dass sie jedoch durchaus auch kulinarisch interessant sein können, wissen die wenigsten ihrer Besitzer. Daher enden die Früchte oft auf dem Kompost oder dienen im besseren Fall Wildtierarten als willkommenes Herbstnahrungsmittel.

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Prächtiger Zierapfel, gezeigt von Anne Glazenburg-Markus

Doch auch Moste und Apfelweine, sowie Schnäpse, Marmeladen, Kompott und Gelees können durch die Verwendung der meist kleinen Früchtchen gewinnen, auch wenn es durch die Gerbstoffe Unterschiede in der Bekömmlichkeit gibt. Es lohnt sich also durchaus, die schönen Herbstboten auch mal zu probieren.

Wer zu dem Thema mehr wissen möchte, findet weitere Informationen in dieser „Enzyklopädie der Wildobst- und seltenen Obstarten

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In ganzer herbstlicher Pracht, Zierapfel aus dem Garten von Hedwig Weerts

Wildobst – Buchtipp

Schlehe, Hagebutte und Co. für meinen Garten

Wildobst Ina Sperl Eugen Ulmer VerlagDieses informative Buch, das gleichzeitig ein wunderschöner Bildband ist, beschäftigt sich mit den naturnahen Gärten und beschreibt eine große Zahl nicht so unbedingt geläufiger Obstarten, die bei Vielen als solche so langsam in Vergessenheit zu geraten drohen. Zwar weiß man, dass es die Hagebutten und die Ebereschen gibt, aber nur Wenige wissen sie als Obst zu nutzen und noch weniger setzen sie als Gestaltungselemente in den Gärten ein.

Im Gegenteil, sie werden, wenn sie sich als Sämlinge in unsere sauberen und aufgeräumten Flächen verirren, sofort und gnadenlos ausgerissen. Vielleicht fallen uns diese oft unscheinbaren heimischen „Exoten“ erst wieder auf, wenn wir im Überschwang der Urlaubsgefühle ein paar Gläser mit den Produkten von Sanddorn oder Holunder als garantiert naturrein und selten am Straßenrand der Feriengebiete erwerben.

Wildobst Ina Sperl Eugen Ulmer VerlagWildobst und Garten

Die Autorin beginnt mit der Erläuterung des Zusammenhanges von Wildobst und Naturgarten, sie führt uns so in diese Welt dieser fruchttragenden Gehölze ein, die nicht nur oft schön, sondern vor allem wertvoll sind.

  • Wertvoll für Bienen und andere Insekten, die oftmals an das Vorkommen dieser Pflanzen gebunden sind und so langsam mit ihnen auch verschwinden.
  • Wertvoll für die Vögel und Kleinsäuger, die bei ihnen wertvolle Nahrung auch dann noch finden, wenn sonst alles abgeerntet ist.
  • Wertvoll für unsere Landschaften, die ohne sie immer ärmer in ihrem Erscheinungsbild werden.
  • Und schließlich wertvoll für den Menschen, denen sie oft schon seit vielen Jahrhunderten zur Nahrungsergänzung und als Medizin dienen.

Ina Sperl erläutert die Planung, Anlage und besonders die Pflege von naturnahen und Wildobstgärten, die dann nicht nur pflegeleichter werden, sondern sich auch noch wohltuend vom immer weiter um sich greifenden „Charme“ der keimfreien, lebensfeindlichen Kiesgärten abheben. Und sie stellt uns die leckeren Möglichkeiten vor, die uns die Wildobstarten als Belohnung zur Verfügung stellen.

Wildobst Ina Sperl Eugen Ulmer VerlagUnbekannte Küchenschätze

Einige Wildobstarten gelangen auch zu ungeahnten Ehren, machen Karriere als „Superfood“, wie Aronia oder Goji, allerdings erst dann, wenn sie verarbeitet und bunt verpackt im Regal stehen und von einem oberschlauen Superkoch mit bayerischem Akzent als seine neueste Entdeckung vermarktet werden. Doch alle Wildobstarten sind Kraft- und Nährstoffgiganten.

Selbst Leser, die glauben, schon alles über die Früchtchen zu wissen werden auf Erstaunliches, auf Neues stoßen und sich fragen, „ja warum habe ich das nicht schon früher gewusst?“ Die Autorin weist auch auf die Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Pflanzen mit „Doppelgängern“ hin, die einen Genuss auch zu einer Gefahr oder zumindest einer schlechten Erfahrung werden lassen können.

Wildobst Ina Sperl Eugen Ulmer VerlagArtenbeschreibungen

Dann schließt sich der schönste Teil, das Highlight des Buches an. Die zweite Hälfte ist der umfangreiche Katalog der „40 besten Wildobstarten“. Tolle, sehr gut charakterisierende Fotos, begleitet von sehr detailreichen Beschreibungen, Nutzungsvarianten und einer ausgefuchsten Systematik bringen dem Leser die Früchtchen näher.

Man bekommt wirklich Lust, sofort mit offenen Augen nicht nur die Wegesränder, sondern auch die Siedlungen zu durchstreifen, denn einige Vertreter dieser Obstsorten findet man schon als ganz normale und anscheinend sehr vertraute Gestaltungsgehölze in der Nachbarschaft, oder im nächsten Park. Wer weiß schon, dass auch die Mahonie, die Kartoffelrose oder die Zierquitte unsere Küchen bereichern können.

Wildobst Ina Sperl Eugen Ulmer VerlagServiceteil

Den Abschluss des Buches bildet ein informativ übersichtlicher Blüh- und Erntekalender in dem Serviceteil, der auch Begriffserklärungen, ein Stichwortverzeichnis, weiterführende Literaturtipps und vor allem eine kleine Liste von Bezugsquellen enthält.

Fazit

Das vorliegende Buch ist ein rundum gelungenes, zugleich wunderschönes Werk, dass für jede Gartenbibliothek aber auch für Wanderer und Naturfreunde eine höchstinformative Bereicherung darstellt.

Info

Invasive Arten in Europa

Bereits verschiedene Male habe ich in diesem Blog über invasive Arten geschrieben, Ambrosia, Riesenbärenklau oder drüsiges Springkraut sind nur ein paar davon.

Ambrosia artemisiifolia beifussblaettriges Traubenkraut
Foto: Stefan Lefnaer Wikipedia

Dass die gesamte Problematik weitaus umfangreicher ist hat im Juli die Europäische Kommission dokumentiert. Invasive-Arten-Infoblatt.pdf  Sehen Sie sich einmal die Liste mit immerhin schon 37 Arten einmal an!

Am wichtigsten dabei ist die Sensibilisierung der Menschen für Auswirkungen auf die heimischen Natursysteme durch Einschleppung fremder Arten.

Drüsiges Springkraut, Impatiens glandulifera, Gartennetzwerk.com
Drüsiges Springkraut, Impatiens glandulifera

Nun gibt es die Verbreitungswege, auf die Otto-Normal-Gartenbesitzer keinen Einfluss hat. Aber es gibt eben auch die vielen kleinen Wege, auf denen wir neue Arten in unsere Ökosysteme selbst einschleppen.

Wasserschildkröte invasive ArtenDie Haustiere, die für die heimische Haltung zu groß oder unbequem geworden sind oder die Zierpflanzen, die mit anderen Gartenabfällen im benachbarten Wald entsorgt werden, gelangen so durch uns in ihre neuen Verbreitungsgebiete.

Helfen wir also mit, den Vormarsch invasiver und zum Teil auch für den Menschen gesundheitsbedrohender Arten einzudämmen, indem wir diese Informationen weitertragen! liste-invasiver-Arten.pdf

Bauerngärten in Berlin

Sogar per Satellit sind sie gut zu erkennen, die großen, kreisrunden Bauerngärten von Max von Grafenstein in Berlin. An mittlerweile drei Standorten dieser Stadt sind diese ungewöhnlichen  Gartenflächen für die immer größer werdende Urban-Gardening-Gemeinde nutzbar.

Bauerngarten Berlin, Gartennetzwerk.com
Bauerngarten Berlin

Bauerngarten Berlin, Gartennetzwerk.com
Bauerngarten Berlin

Und so funktioniert’s: Sobald der Schnee schmilzt, trifft das Gartenteam alle nötigen Vorbereitungen – von der Bodenbearbeitung bis zur Aussaat. Zur Saisoneröffnung Ende April/Anfang Mai wird der Bauerngarten in bedarfsgerechte Garten-Portionen unterteilt und zur Verpachtung angeboten.

Jede dieser Parzellen umfasst, je nach Bedarf, etwa 22 bzw. 45 m² – etwa die Fläche einer 1- bis 2-Zimmer-Wohnung. Jedes Gärtchen ist zum Zeitpunkt der Übergabe mit etwa 25 verschiedenen Gemüsesorten bepflanzt, verteilt auf Reihen mit Schwachzehrer- und Starkzehrer-Beeten. Ein ebenfalls enthaltenes jungfräuliches Wunschbeet kann frei beackert werden. Mitgebrachte Pflanzen und Saatgut benötigen nachweislich eine Ökokontrollnummer.

Nun begleitet jeder seine Gemüsepflänzchen von den ersten zarten Keimblättern bis zum beherzten Schnitt mit dem Erntemesser über den Sommer. Das Gartenteam stellt dazu alles nötige Arbeitsmaterial wie Erntekalender, Gartenwerkzeuge, Kompost und vieles mehr zur Verfügung. Per Gartentelegramm wird jeder mit ausführlichen Anleitungen und viel Bauern-Know-how unterstützt. Sehr beliebt sind auch die praktischen Workshops zu Aussaat, Kräutern, Pflege- und Pflanztechniken, Fruchtfolge oder Lagerung und Verarbeitung.

Erst Mitte November, wenn alle Kohlköpfe prall sind und der letzte Mangold vom Laub bedeckt wird, endet die Bauerngartensaison. Dann kann man sich zu Hause noch eine Weile an den bunten Kürbissen auf der Fensterbank, den getrockneten Bohnen und den Zwiebelzöpfen am Regal erfreuen, und sich bis zur nächsten Saison im Forum weiter mit allen netten Gartennachbarinnen und -nachbarn austauschen.

Bauerngarten Berlin

Garten und Kunst