Akelei

Akeleien und andere Vagabunden

Ein wahrhaftiges Vagabundenleben führen manche Stauden.

Sie scheren sich nicht um Grundstücksgrenzen und sind kaum an dem ihnen zugewiesenen Standort zu halten. Wo es Ihnen gerade gefällt, lassen sie sich für eine Weile  nieder und sind doch schon bald wieder auf Wanderschaft. Aktuell sind es besonders die Akeleien, die mich durch ihre Farben- und Formenvielfalt faszinieren.

Bei ihnen verschwimmen die Grenzen zwischen Kulturpflanze und Wildwuchs.  Ich für meinen Teil freue mich immer, wenn ich auf meinen Streifzügen durch mein Gelände wieder eine bisher hier nicht gesehene Art entdecke. War es gestern der Doldige Milchstern,

Ornithogalum umbellatum

so habe ich heute mitten zwischen meterhohen Brennesseln eine Kermesbeere gefunden.

Phytolacca acinosaWie sie den Weg zu mir gefunden hat, ist mir schleierhaft. Andere Arten wie Margerite, Dreimasterblume und verschiedenen Laucharten hatte ich früher irgendwo gepflanzt. Die Kermesbeere nicht. Sie gilt zwar  als invasiv, dennoch war mir ihr Fund heute die nassen Hosenbeine wert. Sicher macht es manchmal Sinn in kleinen Gärten so aufdringliche Arten wie sie unmittelbar zu beseitigen, ich aber gebe ihr die Chance sich gegen Ampfer, Giersch und Brennessel zu beweisen. Letztlich ist die Ausbreitung solcher Neophyten ohnehin kaum zu verhindern. An diesem Wochenende hat es sich jedenfalls wieder einmal für mich gelohnt, die Augen offen zu halten.

2 Gedanken zu „Akeleien und andere Vagabunden“

  1. Kermesbeere kam auch in unseren Garten, und zwar durch Vögel! Man muss sie ein wenig einschränken, vor allem, wenn kleine Kinder in den Garten kommen. Sie ist sehr verbreitungswillig…

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