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Neue Seite im Heilpflanzenlexikon

Gravensteiner 01

Eine neue Seite im Heilpflanzenlexikon ist erstellt: Obstsorten. Zunächst habe ich hier über 600 Apfelsorten und ihre Synonyme in Tabellenform aufgenommen. Die Unterscheidung in Sommer-, Herbst- oder Winterapfel  ist für die meisten Sorten bereits vorhanden. für einige Sorten gibt es auch schon Kurzbeschreibungen. Den ersten ausführlichen Beitrag habe ich der alten und immer noch beliebten Sorte Gravensteiner gewidmet.  Weitere werden folgen. Zunächst werden dies vorwiegend alte Kultursorten sein, deren Anbau auch heute noch empfohlen werden kann.

Die weniger umfangreichen Sortenlisten von Birnen, Kirschen und Zwetschgen werden folgen. Auch Beerenobst soll dort mit aufgenommen werden.

Apfelzeit

Der Herbst  ist nicht nur die  Zeit der Apfelernte, sondern auch die beste Zeit zum Pflanzen von Apfelbäumen. Noch vor 30 Jahren wusste dies jeder Gartenbesitzer. Heute jedoch höre ich von den Gärtnern, die Privatverkauf betreiben, regelmäßig das  Klagelied vom schlechten Herbstgeschäft.  Schönwettergärtner seien viele Kunden und das Wissen um die beste Pflanzzeit gehe immer mehr verloren. 

In der Tat werden heute  Rosen, Stauden und auch Obstbäume verkauft und gepflanzt, wenn sie in voller Blüte und im vollen Laub stehen. Die Produktion in Containern macht dies möglich.  Wurzelnackte Sträucher und Stauden, die jetzt langsam einziehen, bleiben dagegen Ladenhüter.

Jemand, der es eigentlich wissen sollte, fragte mich neulich, ob man Buchenhecken noch pflanzen könne. Dafür ist es noch zu früh, musste ich ihm entgegnen, warte bis Mitte November, wenn sie das Laub verloren haben.

Welche Apfelsorte aber ist die richtige für den eigenen Garten? Das große Sortiment an Apfelbäumen teile ich für mich in 2 Kategorien ein:

1. Schmeckt  2. schmeckt nicht.

Dann kommt noch eine weitere Unterscheidung hinzu:

1. Wächst  2. Wächst nicht

Während die erste Unterscheidung vom persönlichen Geschmack abhängt,  ist die zweite Einteilung viel schwieriger vorzunehmen. Sie ist von der Region und dem Boden abhängig. Ein gutes Beispiel dafür ist die Sorte ‚Ingrid Marie‘. Obwohl sie meinen Geschmackstest mit Bravour besteht, ist eine Anpflanzung dieser an sich nicht sehr anspruchsvollen Sorte in meiner Heimat vergebene Liebesmüh. Grund ist ihre Krebsanfälligkeit.

Nach dieser groben Einteilung kommen dann noch weitere Fragen. Wozu möchte ich den Apfel verwenden: Zum Sofortverzehr oder soll er eine gute Lagerfähigkeit besitzen. Oder möchte ich die Äpfel für Apfelsaft und Apfelmus verwenden.  Während für letzteres großfrüchtige Sorten wie ‚Grahams Jubiläumsapfel‘ und der wüchsige ‚Jakob Fischer‘ in Frage kommen, sind für den Sofortverzehr auch die viel kleineren Augustäpfel  (Sommeräpfel) wie z. B. der Klarapfel geeignet. Diese fallen bei mir jedoch meist in der Vorauswahl durch das Raster. Meist spielt die Höhe des Ertages eine untergeordnete Rolle. Ob es ein Sommer-, Herbst- oder Winterapfel sein soll ist da schon wichtiger.

Schließlich ist noch die Frage nach dem Platzbedarf wichtig. Für Kleine Gärten sind die relativ neuen, zwergartigen ‚Ballerina‘ Sorten gedacht.  Eine weitere Möglichkeit sind als Spalier vorgeformte oder selbst erzogene Pflanzen.

Die Haupteinteilung ist jedoch: Buschobst, Halbstamm und Hochstamm. Hochstämme sind für den Hausgarten eher ungeeignet, da sie kaum abzuernten sind. Halbstämme, möglichst auf schwach wachsenden Unterlagen veredelt, sind die Regel. Zum Pflücken „aus dem Stand“ eignet sich Buschobst. Hier ist jedoch zu bedenken, dass ein Apfelbusch später tiefe Astschleppen ausbildet. Wird Buschobst also, wie häufig, mitten in den Rasen gepflanzt, ist ein Mähen unter dem Baum kaum möglich.

Überhaupt ist Rasen das „Leichentuch der Bäume“. Gönnen sie ihrem Apfelbaum also eine größere offene Baumscheibe. Er wird es ihnen mit gesundem Wuchs und gutem Ertrag danken.

Die oft gestellte Frage nach alten Sorten ist  nur schwer zu beantworten. Als Beispiel mag hier ‚Granny Smith‘ herhalten. Diese Sorte gibt es auch schon seit 1868 -allerdings in Australien. In unseren Breiten taugt er allerdings nur wenig. Regional seit langem angebaute Sorten sind hier eher zu empfehlen. Persönlich habe ich aber auch keine Bedenken, schmackhafte neuere Sorten wie den ‚Elstar‘ anzupflanzen – sofern sie denn unter den örtlichen Gegebenheiten wachsen.

Daher mein Rat: Kaufen sie „Ihren“ Apfelbaum bei einem guten Gärtner in Ihrer Umgebung. Er wird die örtlichen Voraussetzungen am besten einschätzen können und Ihnen gegebenenfalls die gewünschte Sorte beschaffen.

Ripston Pepping

Ein älterer Gärtnerkollege, der immer ein paar interessant erzählte Geschichten auf Lager hat, berichtete mir neulich von der Anfrage eines Kunden nach der Sorte „Ripston Pepping“. Schon dass er die Sorte kannte, überraschte seinen interessierten Kunden wohl.  Der Gärtner gab noch zu bedenken, dass in den letzten 60 Jahren niemand nach dieser Sorte gefragt habe. Es sei allerdings in seiner Jugend seine persönliche Lieblingssorte gewesen, wohl auch wegen des Namens, der so schön auf der Zunge zergehe.  Er verwies ihn noch auf die Stelle, wo dieser Baum früher gestanden habe und versprach, ihm den Baum zu beschaffen. Natürlich wusste dieser Gärtner, wo die Sorte zu bekommen ist.

Der Kunde war hoch zufrieden, und das konnte er auch sein. Schließlich hat ihn sein Wunschbaum nicht einmal 20 € gekostet.  Versuchen sie doch einfach mal eine solche Serviceleistung im Baumarkt um die Ecke zu erhalten…

Eine Zusammenstellung der wichtigsten Apfelsorten mit ihren Eigenschaften habeich ins Lexikon unter Nutzpflanzen aufgenommen.

Eine ganz persönliche Lieblingssorte habe ich natürlich auch. Es ist die Zuccalmaglio Renette, denn:

1. Schmeckt 2. Wächst

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Sonntag, und so lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen. Jetzt ist die richtige Zeit dafür. Der Ertrag wird zwar noch ein paar Jahre auf sich warten lassen, aber die Blüten des Apfelbaums haben schließlich auch ihren Wert, was auch die vielen sehr schönen, aber leider viel zu selten gepflanzten Zieräpfel zeigen.

Fachsimpeleien im Herbst

Mein derzeit ausgeübter Beruf  als Verkaufsberater für den Garten- und Landschftsbau und Baumschulen bringt es mit sich, dass ich immer wieder Gelegenheit zu Gesprächen mit ausgewiesenen Fachleuten der Branche habe.

Bei diesen lockeren und sehr kollegialen Fachsimpeleien treffen natürlich oft sehr unterschiedliche Ansichten aufeinander. Da ist der Gärtnermeister, der in in seinem Sortiment von an sich schon besonderen Arten nochmal 20 verschiedene Sorten führt. Kurze Zeit später folgt dann eine lange Unterhaltung mit dem erfahren Baumschulisten der in unserer Region Pflanzen produziert.  Meine Frage war, ob man all die angebotenen Sorten überhaupt braucht, oder ob nicht manche Sorte doch nur eiene Verspieltheit von Züchtern ist.

Auf der einen Seite gab es ein klares Ja. Bei der Sorte XY sei zum Beispiel die Herbstfärbung in jedem Jahr gesichert. Nein, entgegnete der andere im nächsten Gespräch, gerade mit dieser Sorte habe er ganz andere Erfahrungen gemacht. Die Herbstfärbung hänge im Wesentlichen vom Standort und dem Umstand, ob es bei Zeiten Nachtfröste gebe, ab.  Wie dem auch sei, die Sortenvielfalt im Handel hat jedenfalls in den letzten 10 Jahren enorm zugenommen. Für den Endverbraucher einerseits schön, andererseits aber auch schwierig. Er ist auf eine gute Beratung, die nicht auf den höchsten Verkaufserlös abzielt, angewiesen.

Daher habe ich mich entschlossen, die Sorten, die im Pflanzenlexikon vorgestellt werden, demnächst aus meiner Sicht zu bewerten. Diese Bewertung ist natürlich sehr subjektiv. Sorten, die bei uns in Norddeutschland gut wachsen, müssen dies nicht zwangsläufig auch in Süddeutschland tun, und umgekehrt. Ich hoffe, damit etwas Licht in den Sortendschungel bringen zu können. Schon jetzt umfasst meine Pflanzendatenbank nämlich etwa 6000 Arten und Sorten.

Es wird daher für jede Pflanzensorte  1 – 5 Sternchen geben.

***** erhalten wüchsige und bewährte Sorten. **** stehen für gute Sorten die ebenfalls problemlos sind. ***  sind Besonderheiten, die bei richtiger Pflege gut gedeihen. ** bekommen Raritäten mit speziellen Ansprüchen. * erhalten alle exotischen und ausgesprochenen Liebhaberpflanzen die hier nicht ohne Winterschutz und besondere Maßnahmen gedeihen. Gänzlich für die Gartengestaltung unbedeutende Arten finden sich ebenfalls in dieser Abteilung.

Eine weitere Fachsimpelei im Netz brachte schließlich ein klares Ergebnis. Der bekannte  Botaniker Jürgen Feder konnte meine Vermutung, dass es sich bei den verwilderten Astern an einem Bahndamm im Emsland  um Aster novi belgae handeln muss, bestätigen.  Über seinen Kommentar dazu auf seiner Facebookseite habe ich mich sehr gefreut.

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p style=“text-align:justify;“>Wir wünschen allen Lesern einen schönen und erholsamen Sonntag!

Die kann man essen ?

war die erstaunte Frage meiner Kinder, als ich Ihnen diese Früchte  zeigte. Und in der Tat, die Früchte der Blütenhartriegel Cornus kousa und Cornus florida sind essbar. Das Fruchtfleisch ist weich und geniesbar, wie ich selbst feststellen konnte. Die  Aussage eines Gärtners, dass sie wie Himbeeren schmecken geht mir persönlich allerdings etwas zu weit. Eher trifft da schon der im Netz gefundene  Vergleich mit Mango und Melone zu.  Die Haut ist leider etwas ledrig und die Samenkerne stören auch etwas, aber das Fruchtfleisch ist durchaus lecker. Leider habe ich die Ernte in diesem Jahr verpasst. Im nächsten Jahr  werde ich aber die Möglichkeit aus ihnen einen Likör herzustellen wohl ausprobieren. Mit etwas Glück kann ich dann meinen Gästen ein ausgefallenes Getränk anbieten, dass so nicht im Handel erhältlich ist.