Archiv der Kategorie: Botanik

Holunder – ein Multitalent

Der schwarze Holunder, Sambucus nigra ist seit altersher die unbedingte Begleitpflanze eines jeden Gehöftes. Kein Bauernhof, den ich kannte, auf dem er nicht wuchs. Viel Aberglauben rankt sich um den „Hollerbusch“, der demnach vor schwarzer Magie, schädlichem Zauber, vor Blitz und Feuer schützen sollte.

Holunder war der germanischen Göttin Holda geweiht, die ihn als ihren Lieblingsbaum/-busch erkor. Das Märchen von Frau Holle nimmt indirekt darauf Bezug, denn sowohl Holda als auch ihre Märchenverkörperung Frau Holle waren für Wohl und Wehe der Menschen und ihrer Lebenswelt verantwortlich, sie herrschten über Wetter, über Gedeih und Verderb von Ernten und Vieh.

Die nordischen Kulturen in Skandinavien und die Kelten maßen dem Holunder eine große Bedeutung bei, indem sie ihn mit hohen Gottheiten gleichstellten oder besetzten.

Tatsache ist, dass die Pflanze bereits von Griechen und Römern als Heilpflanze geschätzt wurde. Und die heilende Wirkung von Holunderprodukten war es auch, die die Verbindung zu heilkundigen Frauen herstellte.

Die große Verehrung des Holunders und die Verbindung zu heilkundigen Frauen nötigten die Kirchen dann später dazu, diesem „Spuk“ und seinen Sinnbildern ein Ende zu bereiten. Die Holunder wurden gefällt und die Frauen als Hexen verbrannt.

Dennoch hat sich ein Teil des alten Wissens erhalten, und noch meine Oma pflegte uns wärmstens den heißen Holundersaft zu empfehlen, wenn wir mal wieder erkältet waren.

Holunderbeeren enthalten tatsächlich die Vitamine C und B jedoch auch sogenannte sekundäre Stoffe, Antioxidantien die ja bekanntermaßen Schutz vor den freien Radikalen im Körper gewährleisten.

Auch die Blüten, für Tee getrocknet und aufgegossen, haben eine Therapie unterstützende Wirkung gegen grippale Infekte und Erkältungskrankheiten, indem sie in das Schwitzen anregen, und die Selbstheilungskräfte des Körpers fördern.

Ja und der Holunderblütensirup, der aus frischen Blüten hergestellt wird, macht gemeinsam mit Zitrone und Minze aus einem einfachen Sekt oder Prosecco einen geschmackvoll erfrischenden Longdrink. (mit Sicherheit viel besser als jedes Fertigprodukt)

Somit ist Holunder eine attraktive und nützliche Gartenpflanze und kein Unkraut. Obendrein stellt sie sich in aller Regel ganz von alleine im Garten ein und sucht sich selbst den Lieblingsplatz ihrer Göttin.

Feierabend (Update)

Ich musste heute wieder mal feststellen, dass vom Bloggen die Arbeit im Garten nicht fertig wird.  Zwar lasse ich auf meinen 25000 m² ehemaliger Baumschule der Natur größtenteils ihren Lauf.  Gelegentlich muss aber doch mal gemäht werden.  Die Gräser hatten lange genug ihren Spaß und selbst der Giersch stand schon in Blüte. Also ging es heute mit Freischneider und Rasenmäher zur Sache.  An manchen Stellen entwickelt sich bereits eine Art Magerrasen. Doch darüber demnächst mehr.Magerrasen

Aber nun ist Feierabend.  Ein Begriff der unseren jungen Katzen völlig fremd ist. Ich muss zugegeben kein wirklicher Katzenfreund zu sein aber niedlich sind die kleinen doch und meine Kinder haben ihre Freude. Immerhin wächst da nun wieder ein Trupp zu Mäusebekämpfung heran.  3 hab ich bislang gesehen. meine Kinder berichten aber von einem weiteren Wurf, der sich irgendwo auf dem weitläufigen Gelände rumtreibt.

KatzenNamen haben die Drei auf einstimmigen Bescluss meiner Kinder auch schon:  Zazzle’s, Krummbein und Mrs. Norris. Allesamt Katzennamen aus Harry Potter und Big Bang Theory.  Die Mutter ist übrigens Twix. Einzig verbliebene Katze aus dem Wurf mit Mars und Bounty und Snickers. Als Vater wird der herumstreunende rote Kater vermutet, der gelegentlich auf seiner Vergnügungsreise  vorbeischaut.

Schade nur dass sich die Katzen nur ungenügend zur Beweidung der Flächen eignen.  Mit Arbeit haben die notorischen Schnorrer und Faulenzer eben nix am Hut.  An dem  Spruch „Hunde haben ein Herrchen   – Katzen haben Personal“ ist schon was dran.

Etwas gärtnersches hab ich dann heute  doch noch:  Zapfen einer Schirmtanne (Sciadopytis verticillata) sind war nicht so außergewöhnlich aber eben doch auch nicht jeden Tag zu sehen. Diese hier fielen meiner Schere zum Opfer, um der Pflanze zu kompakterem Wuchs zu verhelfen.

Das Garten Netzwerk wünscht allen Lesern ein erholsames Wochenende.

Sciadopytis Zapfen
Sciadopytis veticillata mit Zapfen

lebende Pflanzendinos

Wie im Tierreich gibt es auch in der Pflanzenwelt lebende Fossilien aus der Urzeit der Erdgeschichte. Ginkgo, Sequiodendron, Sumpfzypresse, Urweltmammutbaum, Baumfarne und andere gehören in diese Reihe. lebende Pflanzendinos weiterlesen

Lauter Eichen

Werbebeitrag

Nicht jede dieser verschiedenen Eichenarten, die nach und nach in Franks Pflanzenlexikon beschrieben werden, ist gleich als Eiche zu erkennen. Unter ihnen sind auch einige  immergrüne Arten. Lauter Eichen weiterlesen

Glücksmomente

Araucaria, Blüte
Araucaria, Blüte

Glücksmomente eines Gärtners sind es, wenn er etwas Besonderes  entdeckt. So einen Glücksmoment hatte ich gestern. Schließlich sieht man eine  Auraucaria araucana nur selten in Blüte. Die setzt bei der Schmucktanne nämlich frühestens nach 15 Jahren ein. Hier sind es die weiblichen Blüten dieser laut Wikipedia einhäusigen oder auch zweihäusigen Pflanze. Sie können bis zu 15 cm Durchmesser erreichen.

Dieses obendrein sehr schöne Exemplar habe ich in einer Baumschule in Twist entdeckt. Eigentlich hatte ich dort einen großen Baumfarn fotografieren wollen. Dieser hatte allerdings nach meinem letzten Besuch dort den Besitzer gewechselt. Wer zu spät kommt, den bestraft halt das Leben…

Umso erfreute war ich als ich die Araucarie in Blüte vorfand, was mehr als nur eine Entschädigung war.

Araucaria araucana
Araucaria araucana