Die rote Pest aus grüner Sicht

Springkräuter – von Imkern geschätzt, von Naturschützern bekämpft

Weiss, Die rote Pest aus grüner Sicht

Sie hören auf sprechende Namen wie Springkraut und zieren (immer öfter) so manchen Wegrand: die Neophyten, also Pflanzen, die eigentlich ganz woanders heimisch sind, längst aber hierzulande eine neue Heimat gefunden haben. Oft mit dem Nebeneffekt, dass sie aufgrund ihrer Wuchsfreudigkeit die „ortsansässigen“ Gewächse in Bedrängnis und die Allergiker zum Niesen bringen. Mit ihrem Ruf, so kann man mit Fug und Recht behaupten, steht es folglich nicht zum Besten.

Volkmar Weiss versucht im Buch „Die rote Pest aus grüner Sicht“ mit den Vorurteilen aufzuräumen und zeigt beide Seiten der Medaille: die rasche Ausbreitung von Kleinem Springkraut (Impatiens parviflora), das seit Beginn des 20. Jahrhunderts das einheimische Große Springkraut (Impatiens noli-tangere) zu verdrängen begann; genauso aber auch das Rote Springkraut (Impatiens glandulifera), das ursprünglich aus dem Himalaja stammt und mittlerweile so heimisch und nützlich geworden ist, dass es von den Imkern als Bienenweide ausgesät wird. Ob es dem Bunten Springkraut (Impatiens edgeworthii) aus Kaschmir, das sich derzeit auf dem Vormarsch befindet, ähnlich ergehen wird, wird sich zeigen. Auf alle Fälle steht auch diese bei uns neue Art im Mittelpunkt des Buchs, das einen erfrischend differenzierenden Blick auf die Folgen der Ausbreitung von Neophyten wirft.

Info:

160 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, 14,8 x 21 cm, brosch.,  ISBN 978-3-7020-1506-0, Leopold Stocker VerlagPreis: € 19,90

Der Autor: Dr. Volkmar Weiss hat bereits mehrere Bücher zu Genetik, Humangenetik und Sozialgeschichte veröffentlicht.

Auch Gartennetzwerk berichtete über das Springkraut als Problemfall

2 Gedanken zu „Die rote Pest aus grüner Sicht“

  1. Find ich gut, dass mal jemand diesen Aspekt aufzeigt.
    Ich selbst hab in den letzten Jahren festgestellt, dass sich dieses eingeschleppte Springkraut bei weitem nicht so stark vermehrt, wie es immer wieder propagiert wurde. Auf jeden Fall blüht es zu einer Zeit, wo nicht gerade massig viele andere Pflanzen blühen, was Bienchen und Co. sehr zu gute kommt.
    Zudem kann man es sogar essen, zumindest die Samen, die sehr lecker schmecken.
    Ausserdem finde ich es total absurd, wenn zum Kampf gegen irgendwelche Pflanzen aufgerufen wird! Viele Pflanzen, die inzwischen als einheimisch gelten, wurden irgendwann mal eingeschleppt. Dass irgenwelche Importpflanzen mal zur Gefahr für die „heimische“ Vegetation werden können, weiss Mensch schon lange und hat nicht daraus gelernt. So What??? Ich werd nicht zum Pflanzenmörder, nur weil ein paar Spacken unsinnigen Import betreiben. Das Springkraut trägt daran schließlich keine Schuld.

    1. Danke für Deinen Kommentar! Grundsätzlich teile ich Deinen Standpunkt. Hier ist jedoch die Rede vom Massenauftreten des Springkrauts und z.B. des Asiatischen Knöterichs, wodurch ganze und große Flächen davon besiedelt wurden und die meisten heimischen Arten verdrängt wurden.
      Das der Samen des Springkrauts essbar und schmackhaft ist, wusste ich noch nicht. Danke! LG Michael

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