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Apfeltage Wien 2015

Seltene und alte Sorten: Ausstellung, Bestimmung und Baumverkauf

Die Apfelvielfalt kommt in die Stadt: im Botanischen Garten der Universität Wien können Sie neben den alten Marktsorten Klarapfel, Weinler und Maschanzker viele Raritäten bestaunen. Erfahren Sie dabei, warum es mehr als 1.000 Apfelsorten in Österreich gibt und wie die Sorten in Ihrem Garten heißen. Neben zahlreichen alten Apfelsorten erwartet Sie ein vielfältiges Programm!

  • 25. bis 27. September, 10:00 bis 17:00 Uhr
  • Nur am Samstag, 26.9.10:00-16:00 Uhr: Bestimmung Ihrer Apfelsorten durch Expert/innen der ARCHE NOAH – bringen Sie dazu 5 typische Früchte pro Baum mit!
  • Jungbaumverkauf am Samstag 26. September.
  • Weitere Informationen: www.botanik.univie.ac.at/hbv/index.php?nav=aus43
  • Ort: Botanischer Garten der Universität Wien, Ecke Mechelgasse/Praetoriusgasse, 1030 Wien

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Äpfel mit Birnen vergleichen

Obwohl man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen soll, versuche ich es nun doch einmal. Bei der Erstellung der Sortenlisten für mein Pflanzenlexikon sind mir nämlich einige Dinge aufgefallen.

Viele Apfelsorten sind in Deutschland gefunden oder gezüchtet worden. Die meisten bei uns gepflanzten Birnen stammen jedoch aus Frankreich oder Belgien. Alte deutsche Sorten gibt es kaum. Die wenigen, die es gibt, haben meist nur eine regionale Verbreitung. Das kann allerdings auch kaum verwundern.

Benötigt die Birne doch für ein gutes Wachstum ein viel wärmeres Klima, da die ältesten Sorten doch aus dem Mittelmeerraum stammen. Obwohl Birnen schon seit dem 8. Jahrhundert in Kultur sind, haben sie nie einen so massenhaften Anbau wie die Äpfel erreicht. Ihr Marktanteil beträgt nur etwa 1/3 im Vergleich zum Apfel. So verwundert es nicht, dass auch die Zahl der Birnensorten viel übersichtlicher ist. Ich hatte daher bei der Erstellung der Listen viel weniger mit Synonymen zu kämpfen. Eine Ausnahme macht allerdings die Sorte Regentin, für die es über 60 verschiedene Namen geben soll.

Auch ist die Birne fast gar nicht als kleiner Baum oder als Buschobst zu halten. Für die Veredlung von Birnen Kommen als Unterlage nur eine Birnensorte oder die Quitte in Frage. Deutsche Sorten wurden verstärkt erst Ende des 19. Jahrhunderts durch die Baumschule Späth bei Berlin und in Geisenheim gezüchtet .

Während es viele neuere Apfelsorten gibt, die die alten Sorten zu verdrängen drohen, sind die bekanntesten und beliebtesten Birnensorten bereits im, oder vor dem 19. Jahrhundert entstanden. Wer hätte schon gedacht, dass eine so bekannte Sorte wie „Clapps Liebling“ vor mehr als 150 Jahren in den USA entstanden ist. Noch älter ist die wohl bekannteste aller Birnen: Die Williams Christ Birne wurde schon um 1770 von einem Lehrer in England gefunden. Selbst Sorten mit so deutschen Namen wie „Pastorenbirne“ oder „Vereinsdechantsbirne“ kommen ursprünglich aus Frankreich.

In Norddeutschland sind also Äpfel viel verbreiteter als Birnen, die viel mehr Platz und  Wärme benötigen. Dazu mag auch der schwer zu bekämpfende Birnengitterrost beigetragen haben, den die Bäume zwar in der Regel überleben, sie aber doch sehr schwächt. Dennoch waren eingemachte Birnen in meiner Kindheit der Standard-Nachtisch im Wechsel mit selbstgemachtem Apfelmus, an das meiner Meinung nach das  schlabbrige Apfelmus aus dem Supermarkt nie herankommen wird.

Während mir die festen knackigen Birnen besser gefallen, darf ein Apfel für mich ruhig weich und süßlicher sein. Aber das ist natürlich Geschmacksache.

Eine Übersicht über die wichtigsten Apfel-, Birnen-, Kirschen und andere Obstsorten ist jetzt im Lexikon verfügbar. Weitere sortierte Listen nach Reife, Verwendung, Alter der Sorte  usw. werden folgen.