Prunus spinosa, Schlehen, Gartennetzwerk.com

Zeit für Schlehenfeuer

Schlehenfeuer

Die Schlehe (bot. Prunus spinosa) ist ein bei uns heimischer Strauch, der schöne Früchte hervorbringt, die schon aufgrund ihrer Farbe deutlich auf die Pflaume verweisen. Tatsächlich gilt die Schlehe als Urform der Pflaumen.

Die ab Oktober erntbaren Früchte sind schon seit altersher als wertvolle Nahrungsergänzung bekannt. So wird der gesamten Pflanze Heil- und Schutzwirkung nachgesagt. Darauf deuten auch ihre hohen Gehalte an Gerbstoffen und Vitaminen hin.

Ganz sicher aber ist die Schlehenfrucht in verarbeiteter Form ein schmackhaftes Obst. Wichtig ist, dass man sie „frieren“ lässt. Sie verliert durch den Frost den größten Teil der Bitterstoffe und zeigt erst dann ihr süßliches Aroma. So lassen sich damit Marmeladen oder Chutneys herstellen, die besonders gut zu dunklen Fleisch- oder Wildgerichten passen.

Beliebt sind besonders die mit Schlehen versetzten Liköre. In meiner Jugend besonders begehrt und im Sortiment jeder Gaststätte vorhanden, war das „Schlehenfeuer“, ein bis heute produzierter Likör auf der Basis von Gin. Für die Liköre werden Schlehen, Zucker, manchmal Gewürze wie Zimt und Nelken und ein klarer, eher neutraler Schnaps in je nach Rezept unterschiedlichen Anteilen angesetzt, bis sich die Flüssigkeit sehr dunkel färbt und der Zucker auflöst. Außerdem kann man die Früchte einmaischen und vergären, also zu Wein verarbeiten. Die Krönung ist allerdings ein Schlehenbrand oder –geist. Alle diese Zubereitungen zeigen aufgrund des hohen Kernanteils beim Verarbeiten, ein ausgeprägtes Mandel- bzw. Bittermandelaroma.

4 Gedanken zu „Zeit für Schlehenfeuer“

  1. Schlehenbrand mag ich nicht. Aber ich setze im Herbst immer Schlehen mit Weinbrand, Zucker und Gewürzen an und lasse alles sechs Wochen ziehen. Das ist meine Wellenlänge. Und natürlich das exotisch anmutende Schlehen-Quitten-Gelée für aufs Brot.

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