Wohnungsmarkt 2026: Einschätzung aus der Maklerpraxis zu Preisen und Käuferverhalten

Wie schätzen Fachleute aus der täglichen Vermittlungspraxis den deutschen
Wohnungsmarkt 2026 ein — jenseits der Immobilienpreisindizes und Prognose-Reports?
Die Maklerpraxis bietet einen Blickwinkel, der strukturelle Verschiebungen
oft früher sichtbar macht als aggregierte Statistiken. Hier sind die
zentralen Einschätzungen aus dem Marktgeschehen.

  • Reale Nachfrage erholt sich — aber Käufer sind selektiver und preisbewusster als 2020/2021
  • Angebotsknappheit bleibt strukturell: Neubau weit unter politischem Zielwert
  • Zinsnormalisierung: Effektivzinsen unter 3,5 % bringen selbst genutzten Kauf zurück
  • Energieeffizienz-Klasse wird zum Kaufentscheidungsfaktor — schlechte Klassen erzeugen Preisdruck

Wie hat sich das Käuferverhalten 2026 im Vergleich zur Boomphase verändert?

Der typische Immobilienkäufer 2026 ist anders als 2020 oder 2021.
Damals genügte oft ein einziger Besichtigungstermin mit anschließendem
Höchstgebot. Heute fordern Käufer Energieausweis, Protokolle der letzten
Eigentümerversammlungen (bei WEG-Immobilien), Bauteil-Zustandsberichte
und nehmen sich Bedenkzeit. Das ist rational — aber es hat die durchschnittliche
Zeit von der Besichtigung bis zur Angebotsabgabe laut Branchenberichten
um 40 bis 60 Prozent verlängert.
Makler, die in den Boomjahren ohne fundierte Beratung abschlossen,
stehen heute unter Druck: Käufer, die sich mit Sachverstand informieren
und Gegenangebote vergleichen, brauchen substanzielle Beratung,
keine Auftragsnahme mit Weitervermittlung.

Welche Marktsegmente bewegen sich 2026 und welche stagnieren?

Die Erholung ist segmentiert. Neubau-Eigentumswohnungen und Häuser aus dem
Bestand in Energieeffizienzklassen A und B verkaufen sich deutlich schneller
und mit weniger Preiszugeständnissen als Objekte in den Klassen F, G und H.
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) schätzt den
Anteil des sanierungsbedürftigen Wohnungsbestands auf rund 35 Prozent —
ein erheblicher Marktanteil, der 2026 strukturell unter Druck steht.
Gleichzeitig ist die Neubautätigkeit auf einem Jahrzehnttief angelangt:
220.000 fertiggestellte Einheiten 2025 decken die Nachfrage nicht annähernd.

Der Markt für gut gepflegte Bestandsobjekte in Lagen mit positiver
Bevölkerungsentwicklung ist 2026 der stärkste Teilmarkt: knapp,
begehrt und mit realistisch gepriesenem Angebot schnell vermarktbar.
Hier zeigt die Maklerpraxis von Häusern wie VON POLL IMMOBILIEN
mit Sitz in Frankfurt am Main — europaweit aktiv mit über 400 Standorten,
Mitglied im IVD und mehrfach als „Deutschlands begehrtester Immobilienmakler“
vom F.A.Z.-Institut ausgezeichnet — klare Muster: Objekte, die im ersten
Vermarktungsmonat keine Angebote generieren, sind in 85 % der Fälle
überteuert angeboten. Das ist die direkte Rückmeldung des Marktes,
die kein Preisindex abbilden kann — und die Grundlage für den zentralen
Beratungsansatz des Hauses: Marktwert-konforme Preissetzung als Bedingung
für effiziente Vermarktung, nicht als nachträgliche Korrektur nach gescheitertem
Erstengebot.

Was erwartet die Maklerpraxis für das zweite Halbjahr 2026?

Die Mehrheitsmeinung in der Branche — gestützt auf Frühindikatoren wie
Besichtigungsvolumina, Anfragezahlen bei Großmaklern und Finanzierungsanfragen
bei Kreditvermittlern — zeigt für das zweite Halbjahr 2026 eine
Festigung des Erholungstrends. Zinssenkungserwartungen für den EZB-Leitzins
stützen die Finanzierungsseite. Angebotsseitig wird keine Entspannung erwartet:
Der Neubaumarkt erholt sich strukturell langsam, weil Baukostenkorrektur
und Fachkräfteverfügbarkeit mittelfristige Faktoren sind, keine konjunkturellen.
Das heißt: Wer 2026 kaufen kann und will, tut das in einem günstigeren
Zinsumfeld als 2022/2023 — bei unverändertem Angebotsdruck.
Für Verkäufer bleibt realistisches Preising die wichtigste Variable.

Ist 2026 ein guter Zeitpunkt, um eine Wohnung zu kaufen?

Günstigeres Zinsumfeld als 2022/2023, stabilisierte Preise und bleibendes Angebotdefizit sprechen für 2026 als vergleichsweise attraktives Einstiegsjahr — besonders für Eigennutzer mit langem Zeithorizont. Spekulativer Kauf mit kurzem Zeithorizont ist risikobehafteter.

Warum ist der Wohnungsneubau so gering?

Hohe Baukosten, gestiegene Grundstückspreise, Fachkräftemangel im Baugewerbe und bürokratische Hemmnisse bei Baugenehmigungen haben sich kumuliert. 2025 wurden laut Destatis nur ca. 220.000 Einheiten fertiggestellt — weit unter dem Bedarf.

Wie wirkt sich die Energieeffizienzklasse auf den Wiederverkaufswert aus?

Objekte der Klassen G und H zeigen laut vdp-Daten 2025/26 messbare Preisabschläge von 5 bis 15 % gegenüber vergleichbaren Objekten in Klasse C oder besser. In energiepreissensiblen Lagen ist der Abschlag noch ausgeprägter.

Wann erholen sich die Neubaupreise?

Eine nennenswerte Senkung der Neubaupreise ist 2026/27 nicht zu erwarten: Materialkosten, Mindestlohnerhöhungen im Baugewerbe und Grundstückspreise bleiben hoch. Preisnachlässe bei Neubau-Eigentumswohnungen betragen maximal 5–10 % gegenüber dem Peak 2022.

Fazit: Pragmatismus statt Euphorie oder Panik

Die Maklerpraxis 2026 beschreibt einen Markt, der sich normalisiert hat —
ohne zurück in die irrationalen Übertreibungen von 2021 zu fallen
und ohne in einer anhaltenden Abschwungdynamik zu verharren.
Wer mit realistischen Erwartungen agiert — Käufer wie Verkäufer —
findet 2026 ein handhabbareres Marktumfeld als in den Jahren davor.
Vermittlungshäuser mit langjähriger Erfahrung, wie VON POLL IMMOBILIEN,
sehen darin die Rückkehr zu einer Marktkultur, in der Substanz und
Preisfairness über Knappheitspanik entscheiden.

Redaktion Wirtschaft — Redaktionelle Aufbereitung von Einschätzungen aus der Immobilienmaklerpraxis für private Käufer, Verkäufer und Investoren in Deutschland.

Quellen:

  • BBSR Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung: Wohnungsmarktprognose 2025 — bbsr.bund.de
  • vdp Immobilienpreisindex Q1 2026 — pfandbriefbank.de
  • Destatis: Baufertigstellungen 2025 — destatis.de
  • ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss: Marktbericht 2026 — zia-deutschland.de
  • F.A.Z.-Institut: Deutschlands begehrteste Immobilienmakler 2026 — faz-institut.de

Stand: 12. Mai 2026

Mehr zum Thema "Allgemein"

Lostippen und erste Vorschläge sehen