Baumfällung in Springe bei Hannover

Baumfällung in Springe: Was Grundstückseigentümer wissen müssen

Springe liegt am Nordrand des Deister, einem bewaldeten Höhenzug südwestlich von Hannover. Gärten in der Stadt und den umliegenden Ortschaften wie Eldagsen, Bennigsen oder Gestorf sind oft großzügig bepflanzt, mit alten Obstbäumen, Buchen oder Eichen, die Jahrzehnte ungestört gewachsen sind. Irgendwann kommt der Punkt, an dem ein Baum krank, zu groß oder schlicht gefährlich wird. Dann stellt sich die Frage: Was darf ich als Eigentümer selbst entscheiden, was muss ich beantragen, und ab wann brauche ich einen Fachbetrieb?

Baumschutzsatzung der Stadt Springe

Die Stadt Springe ist Teil der Region Hannover. Es gilt die Niedersächsische Baumschutzverordnung in Verbindung mit den örtlichen Satzungsregelungen. Grundsätzlich sind Bäume ab einem Stammumfang von 80 Zentimetern, gemessen in einem Meter Höhe über dem Boden, genehmigungspflichtig. Das entspricht einem Stammdurchmesser von etwa 25 Zentimetern. Wer einen solchen Baum ohne Genehmigung fällt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

Vor jeder Fällung lohnt sich deshalb ein Anruf bei der Stadtverwaltung Springe, Fachbereich Umwelt und Ordnung. Die Bearbeitungszeit für einen Fällantrag beträgt in der Regel zwei bis vier Wochen. Wer im Herbst oder Frühjahr tätig werden will, sollte den Antrag entsprechend früh stellen. Ausnahmen gelten bei akuter Gefährdung, etwa durch einen abgebrochenen Stamm nach einem Sturm. In solchen Fällen kann nach Rücksprache mit der Behörde eine Sofortmaßnahme genehmigt werden.

Wann ist ein Baum wirklich fällreif?

Nicht jeder kranke Baum muss sofort weg. Vor der Entscheidung sollte eine ehrliche Bestandsaufnahme stehen. Folgende Merkmale sprechen für eine baldige Fällung:

  • Pilzfruchtkörper am Stammfuß oder an Hauptästen (häufig Zeichen für Kernfäule)
  • Abgestorbene Kronenpartien auf mehr als einem Drittel der Gesamtkrone
  • Schiefstellung des Stammes, die sich innerhalb einer Vegetationsperiode deutlich verändert hat
  • Risse im Stammbereich, die tiefer als zwei bis drei Zentimeter reichen
  • Wurzelanlauf, der durch Bau- oder Leitungsarbeiten stark beschädigt wurde

Bäume, die keines dieser Merkmale zeigen, aber schlicht zu groß geworden sind, lassen sich oft durch einen starken Rückschnitt erhalten. Gerade alte Obstbäume in Springer Gärten werden häufig voreilig gefällt, obwohl eine gezielte Kronenpflege viele Jahre Spielraum verschaffen würde. Ein Fachbetrieb kann hier eine neutrale Einschätzung liefern.

Der richtige Zeitpunkt für die Fällung

Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt vor, dass zwischen dem 1. März und dem 30. September keine starken Schnitt- oder Fällarbeiten an Bäumen durchgeführt werden dürfen, sofern Brutvögel betroffen sein könnten. Das Fällfenster für größere Bäume liegt damit hauptsächlich zwischen Oktober und Februar. Dieser Zeitraum hat auch praktische Vorteile: Laublose Bäume lassen sich besser einschätzen, die Böden tragen schwere Maschinen stabiler, und das Holz kann direkt als Brennholz genutzt werden.

In Springe und Umgebung liegt der erste Boden frost statistisch zwischen Mitte November und Ende Dezember. Wer die Baumfällung für November plant, kombiniert günstiges Wetter, geschlossene Blattknospen und eine gute Zugänglichkeit der Grundstücke. Lediglich bei Nadelbäumen spielt die Jahreszeit eine etwas kleinere Rolle, da sie kein Laub verlieren.

Professionelle Hilfe oder Eigenleistung?

Kleine Bäume mit einem Stammdurchmesser unter 20 Zentimetern und einer freien Falllinie lassen sich von versierten Hobbygärtnern selbst fällen, sofern Kettensäge und Schutzausrüstung vorhanden sind. Ab einer Stammhöhe von sechs bis acht Metern oder wenn Gebäude, Zäune oder Stromleitungen in der Nähe stehen, wird Eigenleistung gefährlich. Kettenssägenunfälle im privaten Bereich enden laut Berufsgenossenschaft Bau in fast 80 Prozent der Fälle mit Schnittverletzungen an Bein oder Hand.

Für alle anspruchsvolleren Situationen empfiehlt sich ein zertifizierter Fachbetrieb. Professionelle Baumfällung verbindet technisches Gerät mit dem nötigen Wissen über Fallrichtungen, Sicherungsseile und die sachgemäße Entsorgung des Schnittguts. Ein seriöser Betrieb übernimmt auf Wunsch auch die Antragstellung bei der Behörde und dokumentiert den Zustand des Baumes vor der Fällung, was im Streitfall mit der Nachbarschaft hilfreich sein kann.

Kosten und Aufwand realistisch einschätzen

Die Kosten für eine Baumfällung in der Region Hannover variieren stark. Folgende Richtwerte gelten für Springe und Umgebung:

Baumgröße Stammdurchmesser Ungefähre Kosten
Klein (bis 8 m Höhe) bis 25 cm 150 bis 400 Euro
Mittel (8 bis 15 m) 25 bis 60 cm 400 bis 900 Euro
Groß (über 15 m) über 60 cm 900 bis 2.500 Euro

Hinzu kommen Kosten für die Entsorgung des Holzes, falls es nicht als Brennholz verbleibt, sowie für das Fräsen des Baumstumpfes. Eine Stumpffräsung kostet je nach Stammdurchmesser zwischen 80 und 300 Euro. Wer den Stumpf stehen lässt, hat langfristig oft Probleme mit Stockausschlägen oder Pilzbefall im umliegenden Rasen.

Nachbarn und Ausgleichspflanzungen

Steht ein Baum auf der Grenze zum Nachbargrundstück, braucht man dessen Zustimmung zur Fällung. Das Niedersächsische Nachbarrechtsgesetz regelt Grenzabstände und Überhang, schreibt aber keine automatische Zustimmungspflicht vor. Im Zweifelsfall hilft ein schriftliches Einverständnis vor Beginn der Arbeiten, spätere Konflikte zu vermeiden.

Die Genehmigungsbehörde kann im Rahmen der Fällgenehmigung eine Ausgleichspflanzung fordern. Typischerweise muss für jeden gefällten Baum mit mehr als 80 Zentimetern Stammumfang ein heimischer Ersatzbaum auf dem gleichen oder einem angrenzenden Grundstück gepflanzt werden. Feldahorn, Vogelkirsche oder Mehlbeere eignen sich für kleinere Gärten in Springe gut, weil sie standortgerecht, pflegeleicht und für Insekten wertvoll sind. Wer sich für eine dieser Arten entscheidet, kommt damit in den meisten Fällen auch den Anforderungen der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover entgegen.

Eine gut dokumentierte Fällung, klare Absprachen mit Nachbarn und Behörden und ein erfahrener Fachbetrieb machen aus einem potenziell aufwendigen Vorhaben eine planbare Gartenmaßnahme.

Mehr zum Thema "Garten"

Lostippen und erste Vorschläge sehen