Solarterrasse im Garten: Überdachung und Stromerzeugung in einem

Die Terrasse ist für viele Gartenbesitzer das Wohnzimmer im Freien. Eine Überdachung verlängert die Saison, schützt Möbel und macht spontane Grillabende auch bei Nieselregen möglich. Eine Solarterrasse geht einen Schritt weiter: Statt Polycarbonat oder Verbundsicherheitsglas liegen Solarmodule aus Glas auf der Unterkonstruktion. Sie halten das Wetter ab und erzeugen gleichzeitig Strom für Haus, Gartenbeleuchtung oder Pumpe.

Wie eine Solarterrasse aufgebaut ist

Das Prinzip ist schlicht. Eine tragende Konstruktion aus Holz oder Aluminium bildet das Gerüst. Darauf liegen Glas-Glas-Module, in denen Solarzellen zwischen zwei Scheiben eingebettet sind. Zwischen den Zellen bleiben schmale Streifen frei, durch die Tageslicht fällt. Das Ergebnis ist ein angenehmes, gestreutes Licht unter dem Dach, ähnlich wie unter einem lichten Baum.

Die Module sind über Kabel mit einem Wechselrichter verbunden, der den erzeugten Gleichstrom ins Hausnetz einspeist. Ob die Anlage einen Speicher bekommt, hängt davon ab, wann der Strom gebraucht wird.

Licht und Pflanzen unter dem Solardach

Für den Garten ist die Frage nach dem Licht entscheidend. Unter einer vollflächigen Blechüberdachung wachsen kaum Kübelpflanzen. Unter einer Solarterrasse sieht es anders aus. Je nach Transparenzgrad der Module kommt genug Licht an, damit schattenverträgliche Pflanzen gedeihen:

  • Gut geeignet: Farne, Funkien, Efeu, Hortensien, Kräuter wie Minze und Petersilie
  • Bedingt geeignet: Geranien und Fuchsien, wenn sie am Rand stehen
  • Weniger geeignet: Tomaten, Lavendel und andere Sonnenanbeter, die besser vor der Überdachung stehen

Ein Vorteil, den viele erst im Sommer bemerken: Unter Glas-Glas-Modulen staut sich weniger Hitze als unter geschlossenen Dächern, weil die Konstruktion offen bleibt und die Zellen einen Teil der Strahlung in Strom umwandeln.

Was die Terrasse leisten kann

Wie viel Strom eine Solarterrasse liefert, hängt von Fläche, Ausrichtung, Neigung und Zelldichte ab. Eine nach Süden ausgerichtete Überdachung erzeugt mehr als eine im Nordschatten des Hauses. Realistisch betrachtet deckt eine Terrassenanlage einen Teil des Haushaltsbedarfs, etwa tagsüber laufende Geräte, Gartenpumpen, Beleuchtung oder das Laden eines E-Bikes. Wer den Eigenverbrauch erhöhen will, verlegt stromintensive Tätigkeiten wie Waschen in die Mittagsstunden.

Worauf du bei der Planung achten solltest

  1. Standort prüfen: Beobachte über den Tag, wann die Terrasse Sonne bekommt und wo Bäume oder Nachbargebäude Schatten werfen.
  2. Gefälle einplanen: Ein paar Grad Neigung sorgen dafür, dass Regen abläuft und Laub nicht liegen bleibt.
  3. Genehmigung klären: Terrassenüberdachungen sind je nach Bundesland und Größe genehmigungsfrei oder genehmigungspflichtig. Abstandsflächen zum Nachbarn gelten in jedem Fall.
  4. Elektrik vorbereiten: Plane mit dem Elektriker, wo Wechselrichter und Leitungen hinkommen.

Bausatz oder Komplettlösung?

Handwerklich begabte Gartenbesitzer können Unterkonstruktionen selbst aufstellen, die elektrische Einbindung gehört aber in Fachhände. Viele entscheiden sich daher für abgestimmte Systeme. Solarterrassen aus Glas-Glas-Modulen gibt es etwa bei Premium Solarglas aus Erfurt, wo sich Maße und Ausführung über einen Konfigurator zusammenstellen lassen. Der Hersteller bietet neben Terrassen auch Solarcarports, Solarzäune und Balkonlösungen an, was praktisch ist, wenn der Garten später noch weitere Flächen bekommen soll.

Pflege im Gartenjahr

Im Alltag braucht eine Solarterrasse wenig Aufmerksamkeit. Laub und Blütenstaub sollten im Frühjahr und Herbst mit weichem Wasser und einem Schwamm entfernt werden, aggressive Reiniger und Hochdruck bleiben tabu. Im Winter rutscht Schnee auf geneigten Glasflächen meist von allein ab. Einmal im Jahr lohnt ein Blick auf Dichtungen und Befestigungen.

Fazit

Eine Solarterrasse verbindet, was im Garten ohnehin gebraucht wird: Schutz vor Wetter und eine angenehme Aufenthaltsfläche. Der erzeugte Strom ist ein Zusatznutzen, der sich über viele Jahre bemerkbar macht. Mit sinnvoller Pflanzenauswahl bleibt die Terrasse dabei grün und lebendig.

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