Probleme im Garten lösen: Schädlinge, Krankheiten und Tiere
Probleme im Garten fallen in drei Gruppen: Schädlinge wie Blattläuse und Schnecken, Pflanzenkrankheiten wie Mehltau und Tiere wie Wespen, Mäuse oder Ratten. Diese Übersicht zeigt, wie Du ein Problem einordnest, was dabei erlaubt ist, wann ein Fachbetrieb hilft und welcher Ratgeber weiterführt.

Erst bestimmen, dann handeln: Das Pflanzenschutzgesetz verlangt, biologische und kulturtechnische Maßnahmen vor chemischen Mitteln einzusetzen. Im Garten sind nur Mittel erlaubt, die für nichtberufliche Anwender zugelassen sind, und auf Wegen und Pflaster gar keine. Alle wild lebenden Tiere stehen unter dem allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes, Hornissen sind besonders geschützt. Rattengift mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen ist seit 2026 Fachleuten vorbehalten.
Welche Probleme treten im Garten am häufigsten auf?
Die häufigsten Gartenprobleme sind Schädlinge wie Buchsbaumzünsler, Blattläuse und Schnecken, die Pilzkrankheit Mehltau und Tiere wie Wespen, Wühlmäuse und Ameisen. Nach Suchvolumen führen der Buchsbaumzünsler mit rund 32.000 und das Wespennest mit rund 21.000 Suchanfragen im Monat.
Die Zahlen stammen aus einer eigenen Auswertung von Ahrefs-Suchdaten für Deutschland (Stand Oktober 2026). Sie zeigen, wonach Gärtnerinnen und Gärtner suchen, nicht, wie oft ein Problem auftritt. Zusammen kommen die sieben Begriffe auf rund 79.700 Suchanfragen pro Monat.
| Suchbegriff | Gruppe | Suchanfragen pro Monat (DE) |
|---|---|---|
| buchsbaumzünsler | Schädling | 32.000 |
| wespennest entfernen | Tier | 21.000 |
| mehltau | Pflanzenkrankheit | 11.000 |
| blattläuse bekämpfen | Schädling | 7.500 |
| wühlmäuse vertreiben | Tier | 5.400 |
| ameisen im garten | Tier | 1.500 |
| schnecken bekämpfen | Schädling | 1.300 |

Wie gehst Du bei einem Problem im Garten vor?
Bei einem Problem im Garten gehst Du in vier Schritten vor: Verursacher bestimmen, Ausmaß prüfen, mit Kulturmaßnahmen, Nützlingen und mechanischen Mitteln gegensteuern und erst zuletzt ein zugelassenes Pflanzenschutzmittel einsetzen. Diese Reihenfolge folgt dem integrierten Pflanzenschutz nach dem Pflanzenschutzgesetz.
Das Pflanzenschutzgesetz (§ 2 Nr. 2) definiert integrierten Pflanzenschutz als Kombination von Verfahren, bei denen „unter vorrangiger Berücksichtigung biologischer, biotechnischer“ sowie „pflanzenzüchterischer sowie anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel“ auf das notwendige Maß beschränkt wird. Daraus ergibt sich der Problemcheck von Gartennetzwerk:
Der Gartennetzwerk-Problemcheck in vier Schritten
- Bestimme den Verursacher: Tier, Pilz oder Standortfehler wie Trockenheit oder Staunässe. Ohne Bestimmung passt keine Maßnahme.
- Prüfe das Ausmaß: einzelne Blätter, eine Pflanze oder das ganze Beet, und ob sich der Befall ausbreitet.
- Setze zuerst Kulturmaßnahmen, Nützlinge und mechanische Mittel ein, etwa passende Sorten, Rückschnitt, Absammeln oder Netze.
- Greife erst zuletzt zu einem Pflanzenschutzmittel, das für den Haus- und Kleingarten zugelassen ist, und halte die Gebrauchsanleitung ein.
Nützlinge gehören zu Schritt 3. Hornissen und Wespen erbeuten laut Institut für Bienenkunde Celle (LAVES) Insekten als Futter für ihre Brut, Hornissen etwa Fliegen, Raupen und Spinnen. Wer jedes Insekt bekämpft, nimmt dem Garten diese Hilfe.
Welche Pflanzenschutzmittel darfst Du im Garten verwenden?
Im Haus- und Kleingarten darfst Du nur Pflanzenschutzmittel verwenden, die für nichtberufliche Anwender zugelassen sind; sie tragen den Aufdruck „Anwendung durch nichtberufliche Anwender zulässig“. Auf Wegen, Terrassen und anderen befestigten Flächen ist die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln grundsätzlich verboten.
Die Regel steht in § 12 Pflanzenschutzgesetz. Absatz 3 erlaubt im Haus- und Kleingarten zwei Arten von Mitteln: solche, die für nichtberufliche Anwender zugelassen sind, und berufliche Mittel, deren Eignung für den Haus- und Kleingarten das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) festgestellt hat. Das Pflanzenschutzamt Berlin nennt den Aufdruck, an dem Du solche Mittel erkennst. Einen Sachkundenachweis brauchst Du dafür nicht.
Absatz 1 verlangt, dass ein Mittel zugelassen ist und nur im zugelassenen Anwendungsgebiet nach den Anwendungsbestimmungen eingesetzt wird. Absatz 2 verbietet die Anwendung auf befestigten Freiflächen, auf Flächen ohne land-, forst- oder gartenbauliche Nutzung sowie an Gewässern und den angrenzenden Bereichen. Ausnahmen genehmigt nur die zuständige Behörde.
Zulassungen ändern sich. Nach dem Ende einer Zulassung darf ein Mittel laut § 12 Absatz 5 Pflanzenschutzgesetz nur noch innerhalb von 18 Monaten angewandt werden; die konkrete Frist macht das BVL bekannt. Prüfe bei alten Packungen im Gartenhaus deshalb den Zulassungsstand. Diese Seite ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung (Stand 30.10.2026).
Welche Tiere im Garten sind geschützt?
Alle wild lebenden Tiere im Garten sind geschützt: Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz darfst Du sie nicht mutwillig beunruhigen und nicht ohne vernünftigen Grund fangen, verletzen oder töten. Hornissen sind zusätzlich besonders geschützt; ihr Nest darf nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörde umgesiedelt werden.
§ 39 Absatz 1 BNatSchG schützt neben den Tieren auch ihre Lebensstätten: Sie dürfen nicht ohne vernünftigen Grund beeinträchtigt oder zerstört werden. Absatz 5 verbietet es, Hecken, lebende Zäune und Gebüsche vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder zu beseitigen. Schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben erlaubt.
Für Wespen und Hornissen fasst das LAVES zusammen: Wespen fallen unter den allgemeinen Artenschutz, Hornissen sind nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Ein Hornissennest darf nur in Ausnahmefällen umgesiedelt werden, mit Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde und durch einen Spezialisten. Wie Du bei Wespen am Haus vorgehst, erklärt Wespennest entfernen – Worauf muss man achten.
Geschützte Arten leben auch an unscheinbaren Pflanzen. Die Raupe des streng geschützten Nachtkerzenschwärmers frisst an Nachtkerze und Weidenröschen, siehe Nachtkerze: Steckbrief, Anbau und Verwendung der Wildgemüse-Pflanze.

Ein Wespenvolk lebt nur einen Sommer. Laut LAVES nimmt die Zahl der Tiere ab etwa Mitte September ab, mit sinkenden Temperaturen stirbt das ganze Volk. Die Nester werden im Folgejahr nicht wieder bezogen, die Reste lassen sich im Spätherbst unbedenklich entfernen. Wer ein Nest erst im Oktober oder November am Gartenhaus entdeckt, kann also meist abwarten, statt einen Fachbetrieb zu rufen.
Wann brauchst Du einen Fachbetrieb?
Einen Fachbetrieb brauchst Du, wenn ein Hornissennest umgesiedelt werden muss, wenn Ratten auf dem Grundstück auftreten und wenn Schädlinge in Gartenhaus, Keller oder Wohnung eindringen. Rattengift mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen ist seit Mitte 2026 nur noch für geschulte Fachleute vorgesehen.
Das LAVES beschreibt die Regel für Rattengift mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen (antikoagulante Rodentizide): Ab dem 30. Juni 2026 sind sie nur noch für geschulte berufsmäßige Verwender mit Sachkunde vorgesehen, Grundlage sind die Gefahrstoffverordnung und die Chemikalien-Biozidrechts-Durchführungsverordnung. Laut t-online (30.09.2026) endete der Verkauf an Privatleute am 25. April 2026, Restbestände durften Privatleute bis einschließlich 22. Oktober 2026 anwenden; Lebendfallen bleiben erlaubt.
Für Hornissennester gilt die Genehmigungspflicht aus dem vorigen Abschnitt. Bei Schädlingen in Gebäuden helfen Fachbetriebe für Schädlingsbekämpfung; welche Tiere sich im Gartenhaus und auf dem Balkon einnisten, zeigt Schädlinge im Gartenhaus und auf dem Balkon.
Welche Ratgeber gehören zu „Probleme im Garten“?
Zu „Probleme im Garten“ gehören die Ratgeber zu Wespen, Mäusen und Ratten, Vögeln, Schädlingen an Gebäuden, Unkraut und Trockenheit. Die Liste wächst mit jedem neuen Ratgeber; neue Beiträge zu Schädlingen und Pflanzenkrankheiten ergänzen wir hier.
- Wespennest entfernen – Worauf muss man achten
- Wespen-Plage im Garten – so gehen Sie vor
- Ratten und Mäuse aus dem Garten loswerden
- Garten vor Vögeln schützen: Die besten Methoden
- Schädlinge im Gartenhaus und auf dem Balkon
- Effektive Unkrautbekämpfung: Die besten Strategien im Test
- Pflanzen für Trockenheit
- Wie man seinen Garten vor Einbrechern schützt
Zum Rechnen und Nachschlagen: der Hochbeet-Rechner: Wie viel Erde und Füllmaterial brauche ich?
Unsere Einschätzung
Die Suchdaten zeigen ein Muster: Gesucht wird nach dem Entfernen, Bekämpfen und Vertreiben. „Wespennest entfernen“ allein kommt auf rund 21.000 Anfragen im Monat. Die Quellen raten oft zu einem anderen ersten Schritt. Ein Wespenvolk stirbt im Herbst von selbst, ein Hornissennest darf ohne Genehmigung nicht angerührt werden, und das Pflanzenschutzgesetz setzt chemische Mittel ausdrücklich an das Ende. Wer zuerst bestimmt und den Zeitpunkt prüft, spart sich in vielen Fällen die Bekämpfung und bleibt auf der rechtlich sicheren Seite.
- Problemcheck in vier Schritten: bestimmen, Ausmaß prüfen, Kulturmaßnahmen und Nützlinge, zuletzt ein zugelassenes Mittel.
- Im Garten nur Mittel mit dem Aufdruck „Anwendung durch nichtberufliche Anwender zulässig“, auf Pflaster und Wegen gar keine (§ 12 PflSchG).
- Hecken vom 1. März bis 30. September nicht radikal schneiden, Form- und Pflegeschnitte sind erlaubt (§ 39 BNatSchG).
- Hornissen sind besonders geschützt; Umsiedeln nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörde.
- Rattengift mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen ist seit dem 30. Juni 2026 für geschulte Fachleute vorgesehen.
Häufige Fragen zu Problemen im Garten
Darf ich ein Wespennest selbst entfernen?
Wespen stehen unter dem allgemeinen Schutz von § 39 BNatSchG: Töten ohne vernünftigen Grund ist verboten. Hornissennester dürfen nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörde und durch Spezialisten umgesiedelt werden. Verlassene Nester kannst Du laut LAVES im Spätherbst entfernen, weil sie im Folgejahr nicht wieder bezogen werden.
Darf ich Unkrautvernichter auf Pflaster und Wegen verwenden?
Nein. § 12 Absatz 2 Pflanzenschutzgesetz verbietet Pflanzenschutzmittel auf befestigten Freiflächen und auf Flächen, die nicht gärtnerisch genutzt werden. Das gilt auch für Mittel, die für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind. Ausnahmen genehmigt nur die zuständige Behörde.
Darf ich alte Pflanzenschutzmittel aus dem Gartenhaus noch verwenden?
Nur, solange das Mittel zugelassen ist oder die Aufbrauchfrist läuft. Nach § 12 Absatz 5 Pflanzenschutzgesetz darf ein Mittel nach dem Ende seiner Zulassung noch innerhalb von 18 Monaten angewandt werden; die konkrete Frist macht das BVL bekannt. Danach ist die Anwendung nicht mehr erlaubt.
Darf ich noch Rattengift kaufen?
Rattengift mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen ist laut LAVES seit dem 30. Juni 2026 nur noch für geschulte berufsmäßige Verwender vorgesehen; der Verkauf an Privatleute endete laut t-online am 25. April 2026. Bei Rattenbefall ist ein Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung die Anlaufstelle.
Quellen
- § 2 Pflanzenschutzgesetz (Begriffsbestimmungen) · gesetze-im-internet.de · abgerufen am 30.10.2026
- § 12 Pflanzenschutzgesetz (Vorschriften für die Anwendung) · gesetze-im-internet.de · abgerufen am 30.10.2026
- § 39 Bundesnaturschutzgesetz (Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen) · gesetze-im-internet.de · abgerufen am 30.10.2026
- Anwendung von Pflanzenschutz- und Pflanzenstärkungsmitteln in Haus-, Klein- und Siedlergärten · Pflanzenschutzamt Berlin · Stand 28.06.2024
- Wespen und Hornissen – nützlich und schützenswert · Dr. Otto Boecking, LAVES Institut für Bienenkunde Celle · 2009
- Rodentizide mit antikoagulanten Wirkstoffen auf dem Prüfstand · LAVES, Fachbereich Schädlingsbekämpfung · abgerufen am 30.10.2026
- Rattengift: Frist läuft im Oktober ab – das bleibt erlaubt · Jennifer Buchholz, t-online · 30.09.2026
- Suchvolumen: Ahrefs Keywords Explorer, Datenbank Deutschland · eigene Auswertung, Stand Oktober 2026