Balkon und Garten beim Umzug mitnehmen

Ein Umzug hat immer eine Sollbruchstelle, an der sich zeigt, wie viel Planung man tatsächlich betrieben hat. Bei Pflanzen ist diese Stelle besonders offensichtlich: Ein umgekippter Olivenbaum im Treppenhaus, eine zerbrochene Terrakottawanne oder eine Hortensie, die drei Wochen nach dem Einzug einfach eingeht. Wer auf dem Balkon oder im Garten über Jahre etwas aufgebaut hat, sollte dem Transport von Grünzeug dieselbe Aufmerksamkeit widmen wie dem Transport der Möbel.

Was sich lohnt mitzunehmen und was nicht

Die erste Entscheidung ist eine Bestandsaufnahme: Nicht jede Pflanze ist transportwürdig. Annuelle Sommerblumen wie Petunien oder Lobelien, die sowieso nur eine Saison durchhalten, lassen sich einfacher neu kaufen als durch einen Umzug retten. Anders sieht es bei mehrjährigen Stauden, langsam gewachsenen Kübelpflanzen oder Gehölzen aus, die man seit fünf oder zehn Jahren pflegt. Ein ausgewachsener Feigenbaum im 60-Liter-Kübel hat einen echten ideellen und wirtschaftlichen Wert, eine Neuanschaffung kostet im Fachhandel leicht 80 bis 150 Franken.

Faustregel: Alles, was älter als drei Jahre ist und nicht einfach aus Samen oder Stecklingen nachwächst, nimmt man mit. Jungpflanzen, die man selbst gezogen hat und die noch keine Saison hinter sich haben, können am alten Ort verschenkt werden.

Zeitplanung ist entscheidend

Pflanzen reagieren empfindlich auf Stress, und ein Umzug ist konzentrierter Stress. Der günstigste Zeitpunkt für den Transport liegt im Frühjahr oder frühen Herbst, also ausserhalb der Hitzeperiode. Im Juli und August stehen die meisten Balkonpflanzen unter Hochdruck, jede Wurzelstörung kann eine Wachstumskrise auslösen.

Zwei Wochen vor dem Umzug beginnt die Vorbereitung: Pflanzen zurückschneiden, grossen Exemplaren einen Teil der Blätter abnehmen, damit die Verdunstung sinkt. Bewässerung drei Tage vor dem Transport etwas reduzieren, damit das Substrat nicht übernässt und schwerer wird als nötig, gleichzeitig aber noch Feuchtigkeit hält. Am Umzugstag selbst Pflanzen erst kurz vor dem Transport aus dem Schatten holen.

Transport: Sichern, polstern, nicht stapeln

Kübelpflanzen brauchen im Transportfahrzeug denselben Stellplatz wie Möbel: sicher verzurrt, mit ausreichend Abstand zu schweren Kisten. Kleine Töpfe lassen sich in offenen Umzugskartons transportieren, ausgepolstert mit Zeitungspapier oder alten Handtüchern. Grössere Kübel ab 20 Litern sollten aufrecht stehen und nicht auf der Seite liegen, auch wenn der Platz knapp ist. Ein umgekippter Kübel bedeutet nicht nur verschüttete Erde, sondern oft abgebrochene Wurzeln und beschädigte Haupttriebe.

Für empfindliche Pflanzen wie Zitruspflanzen oder Oleander, die auf Zugluft reagieren, empfiehlt sich eine Einwicklung aus Vliesstoff oder alten Bettlaken. Das schützt vor Temperaturschwankungen während der Fahrt und verhindert, dass Äste an Möbelkanten reiben.

Wer viele Pflanzen oder besonders grosse Exemplare hat, ist gut beraten, das mit dem Umzugsunternehmen frühzeitig zu besprechen. Die Umzugsfirma für den Zürcher Stadtteil Wiedikon kennt die engen Treppenhäuser und Innenhöfe im Quartier und kann bereits bei der Planung einschätzen, ob ein grosser Olivenbaum oder eine Bambuswanne überhaupt durch den Eingang der neuen Wohnung passt.

Erde, Töpfe und Gefässe richtig handhaben

Schwere Terrakottatöpfe sind das häufigste Schadenproblem bei Pflanzentransporten. Ein 40-Zentimeter-Krug aus gebranntem Ton wiegt leer bereits 8 bis 12 Kilogramm, mit Erde und Pflanze schnell das Doppelte. Solche Gefässe sollten vor dem Umzug geleert, einzeln in Decken gewickelt und separat transportiert werden. Die Pflanze kommt in einen provisorischen Kunststofftopf, bis sie am neuen Ort wieder eingetopft wird.

Hochwertige Pflanzerde ist nicht selbstverständlich günstig. Wer über Jahre gute Komposterde aufgebaut oder ein spezielles Substrat für Rhododendren oder Orchideen verwendet, sollte zumindest einen Teil davon in Eimern oder verschlossenen Säcken mitnehmen. Kompostierung ist ein Prozess, der Monate braucht, ein gutes Substrat lässt sich nicht einfach ersetzen.

Ankommen: Die ersten Wochen am neuen Ort

Nach dem Umzug brauchen Pflanzen eine Erholungsphase. Mindestens zwei bis drei Wochen nicht umtopfen, nicht stark düngen, nicht an neue Standorte stellen, bevor sich gezeigt hat, wie die Lichtverhältnisse am neuen Balkon oder im neuen Garten tatsächlich sind. Viele Pflanzenbesitzer unterschätzen, wie stark sich die Exposition unterscheiden kann: Ein Südbalkon im vierten Stock bekommt im Sommer sechs Stunden direkte Sonne mehr als ein Hinterhofbalkon im Erdgeschoss.

Wurzelstress zeigt sich oft erst nach zehn bis vierzehn Tagen, wenn die Pflanze beginnt, Blätter abzuwerfen oder gelb zu färben. Das ist kein Todeszeichen, sondern eine normale Anpassungsreaktion. Konstante Bewässerung, kein direktes Sonnenbaden in den ersten Wochen und ein wenig Geduld reichen in den meisten Fällen aus.

Rechtliche Fragen rund um Garten und Balkon beim Auszug

Wer aus einer Mietwohnung auszieht, sollte klären, was der Mietvertrag zum Thema Bepflanzung sagt. In der Schweiz gilt grundsätzlich, dass Mieter Einbauten und Bepflanzungen, die sie selbst vorgenommen haben, bei Auszug entfernen müssen, sofern nichts anderes vereinbart wurde. Hochbeete auf dem Balkon, selbst gebaute Rankgitter oder in den Boden eingelassene Kübel können als bauliche Veränderungen gewertet werden. Das Schweizer Behördenportal ch.ch gibt einen ersten Überblick über Mieterrechte und Pflichten beim Wohnungswechsel.

Im Streitfall kommt es auf die konkrete Vereinbarung und die Zustimmung des Vermieters an. Wer beim Einzug schriftlich festgehalten hat, dass ein Hochbeet aufgestellt werden darf, ist beim Auszug auf der sicheren Seite. Wer das versäumt hat, sollte frühzeitig das Gespräch suchen, bevor aus dem Gartenprojekt ein Konfliktpunkt wird.

Ein Umzug mit Balkon und Garten erfordert mehr Vorlaufzeit als einer ohne Pflanzen, aber er ist ohne grossen Mehraufwand zu meistern. Wer vier bis sechs Wochen vor dem Termin beginnt, plant und die Pflanzen kennt, kommt am neuen Ort mit einem lebendigen Grün an statt mit einer Kiste welker Triebe.

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