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Feders kleine Kräuterkunde

Immer auf Tour

Spätestens nach seinen vielen TV-Auftritten avancierte Jürgen Feder zum Enfant Terible der deutschen Botanikerszene. Dabei ist er eigentlich mehr der Indiana Jones der Straßenränder und Industriebrachen.

Er wies spektakulär auf die Wanderrouten exotischer Pflanzen hin, die sich nicht zufällig entlang der modernen Verkehrsrouten befinden. Feder entdeckte seltene Arten an Plätzen, die auf uns so profan und unnatürlich wirken, dass wir sie zu ihrem Vorteil oft jahrzehntelang völlig unberührt gelassen haben.

Nun hat dieser beinahe hyperaktiv anmutende Botanik-Gelehrte eine neue Reise in die Welt der verborgenen und alltäglichen Wegbegleiter und Brachenbewohner angetreten. Der neue Akzent liegt auf der Verzehrbarkeit, ja wertvollen Nahrung, die viele Pflanzen bieten.

Essbare Kräuter

Zwar hatte Jürgen Feder schon lange darauf hingewiesen, welche Pflanzen essbar sind oder eben nicht. Aber in diesem handlichen Führer durch die Dschungel, die sich in den ersten 50 Zentimetern über dem Erdboden auftun, ist der Fokus auf den Nahrungs- oder sogar Heilwert der Pflanzen gerichtet.

Ca. 140 Arten vom „Acker-Hellerkraut“ bis zum „Zurückgebogenen-Amarant“ umfasst dieses kleine große Kompendium. Doch der Autor wäre nicht Jürgen Feder, wenn sich dieses Taschenbuch nicht wie eine Folge abenteuerlicher Berichte über viele Safaris am Bahndämmen oder am Rande einer Deponie, an Fluss- und Kanalufern längs und quer durch Deutschland lesen würde.

Bei aller Unterhaltsamkeit, bei all dem informativen Fachwissen kann man in diesem Buch auch immer wieder entdecken, mit welchem Engagement und welcher Liebe sich Feder stets für die kleinen Biotope zu unseren Füßen, an Orten, an denen wir gerade die nicht erwarten, begeistert und stark macht.

Straßenrand Kleine Kräuterkunde Jürgen Feder

Inhalt

Jeder seiner „Entdeckungen“ widmet der Autor neben einem Foto eine ausführliche Beschreibung und Hinweise auf Verwendung und Nutzen. Seine Begeisterung für die mehr oder weniger verborgene Vielfalt zu unseren Füßen und Reifen zeigt sich diesmal besonders in deren unmittelbarem Nutzen als Nahrung.

So fällt auch der Anhang umfangreich aus. Neben ein paar Lieblingsrezepten des Autors, gibt es ein Pflanzenregister und je ein Sachregister für Gesundheit und Küche.

Einen  wertvollen Begleiter gibt uns Jürgen Feder mit diesem Taschenbuch an die Hand.  Es macht einfach Spaß zu lesen und zu stöbern, und sich damit bei seinen eigenen Safaris  begleiten zu lassen.

Wenn Sie also in Zukunft auf irgendeinem Autobahnrastplatz einen quirligen schlanken Mann am Boden hocken sehen und beobachten, wie er sich diverse Kräuter einverleibt, dann werfen Sie ihm nicht mitleidsvoll ein Geldstück zu, sondern bitten ihn um ein Autogramm.

Info

Erstes Buch von Jürgen Feder: Feders fabelhafte Pflanzenwelt

Alles über Hochbeete

“Hoch die Beete”

Rechtzeitig zur neuen Gartensaison hat der Verlag Ulmer ein sehr umfangreiches Buch zum Thema „Hochbeete“ vorgelegt. Besonders schön ist die anschauliche Vielfalt der Ideen und Konzepte, die vielfältige Gestaltung dieses Beettyps, der mit einigen handfesten Vorteilen für Pflanzen und Gärtner aufwarten kann. Voraussetzung dafür ist die richtige Planung und Umsetzung.

Die zunehmende Begeisterung der Menschen, auch in kleinen Wohn- und Gartensituationen die Anstrengungen für einen Selbstanbau auf sich zu nehmen, um sich hernach mit den verdienten  Früchten zu belohnen, kommt auch in diesem Werk zum Ausdruck und soll dem Leser Mut machen.

Mein Bienengarten Ulmer Verlag

Garten und Handwerk

Die gartenerfahrene und -begeisterte Autorin Tara Nolan versteht es, mit eindrucksvollen Bildern neugierig zu machen. So startet sie auf annähernd 50 Seiten damit, die vielfältigen Umsetzungen von erhöhten Beeten zu zeigen und damit gleichzeitig jedem Gelegenheit zu geben, etwas zu finden, das seinen Ansprüchen und Möglichkeiten entspricht.

Anschließend begibt sich in die Autorin auf das weite Feld praktischer Umsetzung, indem sie sich zunächst den Grundlagen und in den anschließenden Kapiteln den Modellen für verschiedene Ansprüche und Grundvoraussetzungen zu widmen.

Mein Bienengarten Ulmer VerlagGroße Gärten, kleine Gärten – für beide Situationen bietet sie Lösungen, die immer wieder überraschen und die Hemmschwelle für die Konkretisierung eines solchen Projektes senken. Denn Tara Nolan begnügt sich nicht mit dem Zeigen, sondern führt den Interessierten durch Bauanleitungen bis hinein in die Werkzeugkunde. Sogar für die handwerklichen Laien zeigt sie verblüffende Ideen und Lösungen.

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Fazit

Zuerst macht es einfach Spaß, dieses Buch durchzublättern und sich an der Fantasie anderer Gärtner zu freuen, Dann beginnt man, konkrete Beispiele anhand des Leitfadens und der Anleitungen gedanklich durchzuspielen. Und -mir ging es so- man stöbert in seinem eignen „Archiv“ nach vermeintlich unbrauchbaren Gefäßen und Materialien zu wühlen. Glauben Sie mir, man findet immer etwas.

Beeindruckend ist diese liebevoll zusammengestellte Vielfalt der Ideen allemal. Tara Nolan ergänzt zudem noch durch ein Kapitel für Rankhilfen und Pflanzenstützen und einem Serviceteil aus Register, einigen Bezugsquellen und einer ganzen Reihe interessanter und einschlägiger Internetadressen zum Vertiefen.

Wer sich also mit dem Gedanken trägt, oder auch nur Interesse an  dieser Kulturart hat,  hält mit diesem Buch ein umfassendes  und erschöpfend informatives Werk in der Hand.

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