Solaranlage Garagendach: Lohnt sich das für Gartengeräte?

Wer ein Garagendach mit guter Südausrichtung hat, denkt früher oder später über Photovoltaik nach. Die Fläche liegt brach, die Sonne scheint, und im Garten laufen Rasenmäher, Häcksler, Bewässerungspumpen und Akkupacks für Akkuschrauber. Klingt nach einem sauberen Match. Aber ob sich die Investition wirklich trägt, hängt von Zahlen ab, nicht von Bauchgefühl.

Was ein Garagendach leisten kann

Eine Standardgarage hat eine Dachfläche von etwa 15 bis 25 Quadratmetern. Bei guter Südausrichtung und einem Neigungswinkel zwischen 30 und 40 Grad lassen sich dort 3 bis 5 Kilowatt-Peak (kWp) installieren. Eine Anlage mit 4 kWp erzeugt in Deutschland im Jahresdurchschnitt rund 3.600 bis 4.200 Kilowattstunden (kWh). Das entspricht ungefähr dem Jahresstromverbrauch eines Zwei-Personen-Haushalts.

Flachdächer funktionieren ebenfalls, brauchen aber aufgeständerte Module, was den Installationsaufwand erhöht und die nutzbare Fläche durch gegenseitige Verschattung reduziert. Ost-West-Ausrichtung ist möglich und verteilt die Erzeugung gleichmäßiger über den Tag, liefert aber 10 bis 15 Prozent weniger Jahresertrag als eine reine Südanlage.

Welche Gartengeräte wirklich Strom ziehen

Nicht jedes Gartengerät ist ein relevanter Verbraucher. Ein elektrischer Rasenmäher mit 1.800 Watt, der wöchentlich eine Stunde läuft, verbraucht pro Saison (April bis Oktober, 30 Wochen) rund 54 kWh. Eine Tauchpumpe für die Regenwasserzisterne mit 750 Watt, die täglich zwei Stunden läuft, kommt im gleichen Zeitraum auf etwa 315 kWh. Häcksler liegen je nach Modell zwischen 2.000 und 2.800 Watt, laufen aber meist nur wenige Stunden im Jahr.

  • Akkumäher aufladen: 40 bis 80 Wh pro Ladezyklus, also vernachlässigbar
  • Mähroboter: 10 bis 30 Watt Dauerleistung, über die Saison 150 bis 300 kWh
  • Bewässerungspumpe: 300 bis 1.500 Watt, je nach Modell und Laufzeit der größte Posten
  • Elektro-Vertikutierer: 1.400 bis 1.800 Watt, aber nur einige Stunden pro Jahr
  • Gewächshausbeleuchtung und -heizung: kann über den Winter erheblich werden

Wer einen Mähroboter und eine automatische Bewässerung betreibt, kommt schnell auf 400 bis 600 kWh saisonalen Verbrauch allein für den Garten. Das ist ein konkreter Eigenverbrauchsanker, der sich lohnt zu beziffern.

Die Eigenverbrauchsquote ist entscheidend

Der Knackpunkt jeder kleinen PV-Anlage ist der Eigenverbrauchsanteil. Strom, der selbst verbraucht wird, spart den aktuellen Bezugspreis von derzeit rund 30 bis 35 Cent pro kWh. Überschüssiger Strom, der ins Netz eingespeist wird, bringt dagegen nach dem aktuellen EEG-Stand nur noch 8 bis 9 Cent pro kWh. Das Verhältnis macht deutlich, warum es sich lohnt, die Eigenverbrauchsquote zu maximieren.

Gartengeräte haben dabei einen strukturellen Vorteil: Sie laufen überwiegend tagsüber, in der Haupterzeugungszeit der Anlage. Wer den Rasenmäher um 11 Uhr nutzt, den Mähroboter über Mittag fahren lässt und die Bewässerungspumpe am frühen Nachmittag schaltet, schöpft den Solarstrom direkt ab, ohne Zwischenspeicherung. Einen ausführlichen Überblick über Anlagentypen, Einspeisevergütungen und Wirtschaftlichkeitsrechner bietet das Solaranlage Magazin, das verschiedene Konstellationen vergleicht.

Wer zusätzlich einen Batteriespeicher einplant, kann auch abendliche Verbraucher abdecken. Ein Speicher mit 5 kWh kostet derzeit zwischen 3.000 und 5.000 Euro netto und verlängert die Amortisationszeit, erhöht aber die Eigenverbrauchsquote von typisch 30 auf 60 bis 70 Prozent.

Kosten und Wirtschaftlichkeit konkret

Eine schlüsselfertige PV-Anlage mit 4 kWp kostet aktuell zwischen 6.000 und 9.000 Euro brutto, je nach Installateur und Modulqualität. Ohne Speicher liegt die Amortisationszeit bei guter Eigenverbrauchsquote zwischen 10 und 14 Jahren, bei einer Anlagenlebensdauer von 25 bis 30 Jahren. Das ergibt einen positiven Return, aber keinen schnellen.

Wichtig zu wissen: Seit 2023 entfällt die Umsatzsteuer auf Kauf und Installation von PV-Anlagen auf Wohngebäuden und Nebengebäuden, also auch Garagen, bis 30 kWp. Das regelt § 12 Abs. 3 UStG in der aktuell geltenden Fassung. Das spart bei einer 4-kWp-Anlage direkt 1.140 bis 1.710 Euro gegenüber dem früheren Bruttopreis.

Szenario Eigenverbrauchsquote Jährliche Ersparnis Amortisation (ca.)
Ohne Speicher, wenig Garten-Verbrauch 25 % 270 bis 350 Euro 18 bis 22 Jahre
Ohne Speicher, aktiver Gartenbetrieb 40 % 430 bis 570 Euro 12 bis 16 Jahre
Mit Speicher, Garten und Haushalt 65 % 700 bis 900 Euro 12 bis 15 Jahre (Gesamtinvestition)

Genehmigung und Anmeldung

Eine Anlage bis 600 Watt galt lange als steckerfertige Balkonanlage ohne größere Formalitäten. Für Dachanlagen auf Garagen gelten andere Regeln. Die Anlage muss beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet und im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden. Das ist kein bürokratischer Aufwand, den Installateure in der Regel nicht übernehmen würden. Viele erledigen die Registrierung als Teil des Auftrags.

Baugenehmigungen sind in den meisten Bundesländern für Dachanlagen unter bestimmten Größen nicht erforderlich, variieren aber je nach Gemeinde und Denkmalschutz. Im Zweifel lohnt eine kurze Anfrage beim lokalen Bauamt, bevor der Installateur bestellt wird.

Fazit: Für wen es sich wirklich lohnt

Eine PV-Anlage auf dem Garagendach lohnt sich für Gartenbesitzer dann am stärksten, wenn mehrere Bedingungen zusammenkommen: gute Südausrichtung, ein aktiver Gartenbetrieb mit mehreren Elektrogeräten, die tagsüber laufen, und im besten Fall eine Kombination mit dem Hausstrom. Wer den Eigenverbrauch bewusst steuert, also Pumpe, Mähroboter und Ladegeräte in die Mittagszeit legt, holt deutlich mehr aus der Anlage heraus als jemand, der den Strom einfach laufen lässt.

Reine Gartenverbraucher allein rechtfertigen die Investition selten. Wer aber ohnehin über eine Hausanlage nachdenkt und das Garagendach integrieren kann, hat dort eine nutzbare Fläche, die sonst verschwendet wäre. Die Kombination aus steuerfreiem Kauf, sinkenden Modulpreisen und konkretem Eigenverbrauch macht das Rechnung in vielen Fällen solide, wenn auch nicht spektakulär.

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